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Der Wert des Netzwerkens – vor allem in schwierigen Zeiten

Gutes Netzwerken ist ein Grundpfeiler des Freelancers. Denn ein Netzwerk versorgt ihn unter anderem mit dreierlei:

- mit potenziellen Neukunden

- mit anderen Freelancern

- mit Dienstleistern und möglichen Geschäftspartnern

Darüber hinaus erzeugt ein Netzwerk auch Informationsströme, beispielsweise über anstehende Vernetzungstreffen, Conventions, Messen und Fortbildungsmöglichkeiten. Kurzum: Wer das Netzwerken beherrscht, hat mehr Kontakte und damit auch mehr Möglichkeiten. 

Gerade in Krisenzeiten und bei Auftragsflauten macht sich das bezahlt. Denn das Netzwerk geht einher mit Kanälen zur Kundenkommunikation. Und Kundenkommunikation hält Kunden bei dir. Und Kunden, die du bei dir hältst, behalten dich auch in ihren Gedanken – was wiederum Aufträge generieren kann. 

So helfen Netzwerke schon rein durch den Mehrkontakt dabei, in schwierigen und an Aufträgen armen Zeiten etwas zu tun zu haben. Sie bieten aber nicht zuletzt auch die Möglichkeiten, Zeiten des Leerlaufs sinnvoll zu nutzen. Denn für andere Menschen aufgebrachte Zeit ist fast immer eine Investition in die Zukunft. 

Worauf es beim Netzwerken ankommt, was es dir bringt und wie du es umsetzen kannst, erfährst du hier.

Mach zuverlässige Kommunikation zu deiner Tugend

Die meiste Kommunikation findet online statt. E-Mails, in Zeiten der COVID-19-Pandemie auch verstärkt die Videotelefonie sowie soziale Netzwerke sind hervorragend, um mit Menschen in Kontakt zu sein. Hier gilt es, regelmäßig und zuverlässig zu kommunizieren. 

Insofern du nicht ständig nebenbei Antworten schreiben möchtest (was auch ablenkend ist), empfiehlt es sich, feste Zeiten zum Beantworten von schriftlichen Nachrichten zu haben. Dies ist auch Teil eines effektiven Zeitplans, den du als Freelancer haben solltest. 

Bei Verabredungen zu Gesprächen (per Telefon oder Video-Chat) ist Zuverlässigkeit Trumpf. Sei pünktlich, sei technisch ausgestattet und sei effizient. Notizen vor einem Gespräch anzufertigen, kann zu mehr Effizienz führen. Und wenn die Zeit es zulässt und dein Kunde und du abschweifen, vielleicht persönlich werden, dann lass es zu. Die kurzen Gespräche neben der Arbeit sind unwahrscheinlich wertvoll für die Kundenbindung. 

Zur zuverlässigen Kommunikation gehört es auch, Missverständnissen vorzubeugen und zuzuhören. Gerade in der schriftlichen Kommunikation sind Eindeutigkeit, klare, vollständige Sätze und geschlossene Antworten wichtig. Vielen Menschen geht es mit vagen Formulierungen, verschriftlicher Ironie und zu viel Drumherum so wie mir: Sie verstehen es nicht oder falsch. 

Die Kommunikation nimmt beim Netzwerken die zentrale Rolle ein. Sich einmal begegnet zu sein, Kontaktdaten ausgetauscht zu haben und dann nie wieder miteinander gesprochen zu haben, hat keinen nachhaltigen Wert. 

Du kannst also auch einen Teil deiner Zeit dazu nutzen, einfach mal Menschen zu kontaktieren, denen du in letzter Zeit begegnet bist. Schnapp einfach ein Thema wieder auf und erkundige dich. Wie lief es mit diesem und jenem Projekt? Besteht noch Bedarf an XY? Wie händelst du folgendes Problem, vor dem ich stehe? – Es gibt immer einen guten Grund, um mit später vielleicht nützlichen Kontakten in Kontakt zu treten. 

Etabliere deine Marke in der Kommunikation, um auch im Netzwerk identifizierbar zu sein

Teil des Personal Brandings ist es auch, einen gewissen Kommunikationsstil zu pflegen. Das heißt, die Art, wie du sprichst, schreibst und dich online gibst, sollte stringent sein. Das trägt dazu bei, dass man die Kommunikation mit dir gut zu verstehen lernt und dass dein Kommunikationsstil zuordenbar ist. 

Innerhalb von Netzwerken, etwa von Freelancer-Vernetzungstreffen, bist du dann nicht nur „der eine Illustrator aus Grevenbroich“, sondern vielleicht „der Illustrator mit den sehr freundlichen und personalisierten Abschiedsformeln“. 

Das Ganze klingt etwas abstrakt: Aber wenn du immer eine bestimmte Wortwahl verwendest, dann führt auch das zu Wiedererkennungswert. Es ist ein bisschen wie mit der Werbung: Oft genug wiederholt, bleibt es mindestens unterbewusst hängen. 

Die Art, wie du schreibst und sprichst, entscheidet so auch indirekt darüber, wie über dich gesprochen wird. Gerade im Zusammenhang mit Mund-Propaganda ist das durchaus bedeutend. 

Der Elevator Pitch als Tool fĂĽr zielfĂĽhrende Kommunikation

Ein Elevator Pitch ist eine Art bündige Zusammenfassung dessen, was du präsentieren oder sagen willst. Sie wollte so kurz sein, dass sie während einer Fahrt im Fahrstuhl (typischerweise nicht mehr als eine Minute) vorgetragen werden kann. 

So ein Elevator Pitch ist sehr praktisch: Auf deiner Website kann er die Einleitung zur Beschreibung deiner Dienstleistung sein. Im Gespräch mit jemand Neuen kann er hingegen kurz und klar darlegen, wer du bist und was du tust. Überleg dir mal was. Gerade Menschen, die eher wenig Zeit für Kommunikation haben, schätzen diesen komprimierten und eindeutigen Kommunikationsstil.

Sei positiv

Im Netzwerk lässt es sich auch super nach Kunden suchen (Stichwort: Akquise) oder um Unterstützung durch andere bitten. Egal, was es wird: Kommuniziere positiv, ohne eine Notwendigkeit voranzustellen. Du musst nicht betonen, dass es gerade schwierig für dich ist, wenn du bei einem Kunden nachfragst, ob nicht dieses und jenes noch zu tun sein könnte. Es reicht völlig, wenn du deine Qualitäten als Freelancer anbietest. Umso besser ist es, wenn du schon konkrete Vorschläge mitbringst. 

Beispiel Corona-Pandemie: Wozu erwähnen, dass es dich trifft? Das geht nahezu jedem so. Gerade in solchen Zeiten ist es Balsam für die Seele, das Problem erst einmal kommunikativ zu umgehen und Business as usual zu kommunizieren.

Verwechsle das Netzwerken nicht mit einer Reihe von Verkaufsgesprächen

Beim Netzwerken geht es nicht primär darum, Aufträge zu generieren. Es geht viel mehr darum, sichtbar zu sein und sich in einem beruflichen Umfeld zu positionieren. Möglichst viele Kontakte sind wichtig. Aber dabei geht es nicht darum, dass du deine Dienste anbietest, sondern dass du dich auf Augenhöhe mit anderen austauschst. Wenn bei einem Gespräch über ein Projekt ein Auftrag für dich herauskommt, ist das toll. Aber wenn du danach einfach nur etwas gelernt hast und einen Kontakt mehr im Smartphone hast, ist das auch okay. Vielleicht wird ja später etwas daraus.

Der Austausch mit anderen, gerade mit potenziellen Neukunden und interessanten möglichen Projektpartnern, ist auf Events keine Akquise. Vielmehr geht es darum, erste Eindrücke zu vermitteln, Kontakte aufzubauen und dann später auf diese zurückkommen zu können. 

Betrachte dein Netzwerk wie einen Garten

Jeder neue Kontakt ist ein zartes Pflänzchen, das du in ihm setzt. Nun braucht es etwas Pflege, Wasser, guten Zuspruch und Aufmerksamkeit. Dafür musst du regelmäßig nach dem Pflänzchen schauen. Und irgendwann, mal schneller, mal langsamer, kommt es zu Blüten und Früchten. 

Die Blüten und Früchte sind Aufträge, gute Gespräche, Hilfe von anderen. Aber bevor es so weit ist, musst du dafür sorgen, dass die Pflänzchen sich in deinem Garten auch wohl fühlen. Das tust du, indem du sie pflegst – also Kontakte auch dann hältst, wenn noch keine Blüten und Früchte zu sehen sind. 

Und manchmal geht eine Pflanze in deinem Boden einfach nicht an. Das gehört dazu. Wenn sich der Aufwand, sie aufzupeppeln, wohl niemals lohnen wird, dann solltest du den Platz vielleicht für ein anderes Gewächs nutzen. 

Sei Teil des Netzes

Es klingt banal, aber es gibt einen Unterschied zwischen dem Haben von Kontakten und dem Vernetzen. Wer Kontakte hat, mag auf diese vielleicht zurückkommen können, wenn er es für nötig hält. Aber das hat nichts mit menschlichen Beziehungen und Flexibilität zu tun. Es ist einfach funktional. Ein bisschen so, wie wenn du dich dazu entschließt, deinen Versicherungsmakler anzurufen, weil du nach drei Jahren dann doch mal die Einsicht gewonnen hast, dass deine Haftpflichtversicherung zu teuer ist. 

Teil des Netzes zu sein geht über den Kontakt bei konkretem Bedarf (nach Aufträgen) hinaus. Es heißt auch, sich ab und an mal zu erkundigen, sich umzuhören und an Dingen teilzunehmen, die finanziell vielleicht nicht auskömmlich, aber menschlich wie fachlich spannend sind. Es heißt auch, bei Problemen deiner Kunden und Projektpartner über Lösungen nachzudenken. Vielleicht fällt dir mit ihnen etwas ein, wie sie dieses und jenes Problem – das vielleicht nichts mit deinem Beruf zu tun hat – lösen können? 

Und je mehr Menschen in deinem Netzwerk so denken, desto besser sind auch die Möglichkeiten aller Beteiligten, Probleme zu lösen, Projekte zu realisieren und auch einfach mal füreinander da zu sein. 

Do your thing, not your taxes