facebook-pixel

Erfahrungsbericht - The Workspace Coworking Space Berlin

“The workspace” ist im Oktober 2015 in die alten Mauern der historischen Victoriahöfe in Berlin Mitte gezogen.

Als die zwei Gründer zuvor Zugang zu den brach liegenden Räumen hatten, waren sie überzeugt: ‘das ist der perfekte Ort für ein Coworking Space nach unserem Geschmack!’

Was dies en gros bedeutet?

Mauern aus dem 19. Jahrhundert treffen auf 50er Jahre Büro-Interior und Ausstellungsräume für moderne Kunst....say what!

Direkt neben dem Jüdischen Museum gelegen, lassen die anmutigen Victoriahöfe das hektische Mitte zwar hinter sich, aber bleiben dabei trotzdem noch sehr zentral...

"the-workspace"-coworking-berlin

Ich fühle mich wie eine alte Versicherungs-Angestellte, als ich den klapprigen Aufzug hoch zum workspace nehme.

Gerade stelle ich mir vor, wie ich wohl ausgehen hätte, wäre ich zur gleichen Zeit wie dieses Gebäude gebohren worden, da komme ich auch schon oben an, wo Community Manager Roland Bull mir mit einem breiten Grinsen hinter der 'Rezeption' entgegenguckt.

Jetzt erinnere ich mich wieder, wieso ich eigentlich hier bin...

Es scheint so, als hätte er mit seinem professionellen Lächeln schon seit ein paar Stunden in der gleichen Pose an dem kahlen Tisch auf mich gewartet, um mir den ultimativen Rundgang zu offerieren.

Und so springt er auch schon auf und führt mich zunächst in die Gemeinschaftsküche, wo wir uns hinsetzen und er mir erzählt, dass er aus Australien nach Berlin gekommen ist, um ein Abenteuer zu erleben - Berlin, das heilige Land...

Kontist - Banking for freelancers

Do your thing, not your taxes

Learn more

Vor Kurzem erst ist er dann bei the workspace gelandet. Roland erzählt mir, wie begeistert er direkt von der Kunst-Affinität der workspace-Gründer war. Zur Zeit stellt hier eine lokale Künstlerin moderne Malereien und Collagen aus, die provokativ sein sollen.

Langfristig soll hier ein Ort für moderne Kunst etabliert und regelmäßig Vernissagen organisiert werden.

Die Raumaufteilung, der lange schmale Korridor und die Lichtverhältnisse sind in der Tat perfekt für Ausstellungen gemacht. Roland kann man sich auch gut als Host eines Kunst-Events vorstellen.

Gleichzeitig ist the workspace nicht der typische Künstler-Coworking Space. Es ist eher ein Ort an dem Kunst besonders zur Geltung kommen kann. Wieso? Vielleicht weil das Interior eher minimalistisch gehalten ist und so einen guten 'Canvas' bietet.

Die Einrichtung und die offene Ausrichtung der Büros strahlen aber auch eine enorme Ruhe, Professionalität und Reife aus, ohne dabei übermäßig spießig zu wirken.

Helle Farben, Grautöne, Holz und Stahl sind hier die dominierenden Material-Elemente, die sich ziemlich harmonisch aneinander anpassen.

Als Coworker in the workspace hat man außerdem die Wahl zwischen abgeschlossenen Büros oder den zwei großen Coworking-Bereichen, in denen jeweils sechs Personen Platz finden.

Alle Schreibtische sind großzügig geplant und auch die Büros lassen genug Platz. Allerdings frage ich mich bei den Holz-Schreibtischstühlen, ob hier wohl Design vor Komfort gekommen ist - etwas was mich und meinen Hintern dann doch persönlich sehr stören würde...

Workspace-Buero-aussen2
workspace_coworking

Im the workspace gibt es außerdem eine kleine unspektakuläre aber praktische Küche, in der man sich schnell mal einen Kaffee zubereiten kann, wenn man gerade in den Konferenzräumen ist.

Zusätzlich dazu gibt es aber noch die Hauptküche, die nicht nur komplett und sehr geschmackvoll eingerichtet ist, sondern vor allem dafür da ist, dass man sich zusammen rund um den langgezogenen, naturbelassenen Holztisch setzen kann.

Hier kann man gemeinsam mittagessen oder die anderen Coworker kennenlernen.

Roland erzählt, dass der Community-Gedanke bei the workspace natürlich wichtig ist, aber genauso wichtig scheint es ihm zu betonen, dass es nichts ist, was die Gründer forcieren wollen. Alles was Gemeinschaft ist, kann und soll sich nur organisch entwickeln, so die Auffassung in diesem Coworking Space.

Trotzdem werden jede zweite Woche in der Küche ‘casual drinks’ angeboten und alle workspacer werden regelmäßig durch Roland über neue Netzwerk-Veranstaltungen oder Ausstellungseröffnungen informiert.

Insgesamt hat der Space auch ‘nur’ Kapazität für 58 Leute. Das macht ihn gemütlich und lässt vor allem für den Einzelnen mehr Raum.

Die vielen vorhandenen Sitzecken und die Skype-Räume sind so konzipiert, dass man auch hier seine Ruhe und genug Platz für sich haben kann. Man kann hier auch ganz laut auf seinen Tasten tippen, sodass man das Gefühl hat, viel zu arbeiten und schnell voranzukommen.

Der Telefon/Skype/Ruhe-Bereich ist sogar ein ganzes Zimmer für sich und irgendwie ein bischen creepy wenn man reinschaut. Aber als ich mich in den gemütlichen Sessel setze, würde ich am liebsten auch ein Weilchen hier meine Ruhe genießen. Nix da, weiter gehts...

Skype-Raum

Nun zeigt mir Roland die drei sehr eindrucksvollen Konferenzräume, von denen der größte sogar bis zu 20 Menschen fassen kann, und wovon alle technisch wie auch design-mäßig perfekt bestückt sind. Deswegen kommen hier gerne auch mal externe vorbei, um Tages-Veranstaltungen oder lange Meetings abzuhalten.

Meeting-Raum-Plakette
Meeting-Raum

Wer in the workspace letztlich alles ein festes Plätzchen finden wird, ist nicht so einfach voraussehbar - die Mieter-Gemeinschaft ist jetzt schon unglaublich divers.

Zur Zeit arbeiten hier Weinhändler, Architekten, Schreiber, Designer und sogar eine kleine Bank…

Ich bin jetzt schon gespannt darauf zu hören, welche Kooperationen und Innovationen hier in Zukunft das Berliner Licht erblicken werden.

Roland sollte sein Abenteuer als Community Manager auf jeden Fall weiterführen, es sieht vielversprechend aus. Mit seiner zurückhaltenden, höflichen und trotzdem charmant-neugierigen Art und Weise passt er hier sehr gut rein und ist ein glaubwürdig-authentisches Gesicht für diesen Coworking Space.

Als ich mich von ihm verabschiede, nehm ich die Treppe und checke noch kurz den Hintereingang. Der führt nämlich noch zu einem kleinen schönen Hinterhof - besonders für die Rauchenden unter uns von Interesse.

Nach dem kleinen Umweg beende ich mein verdächtiges Rumsneaken und verlasse die Victoriahöfe - wieder auf der Suche nach neuen Coworking Spaces East of the Valley.