facebook-pixel

Erwerbsunf√§higkeitsrente - auch f√ľr Selbstst√§ndige eine M√∂glichkeit der Absicherung

Es ist ein Szenario, welches man niemandem w√ľnscht und sich selbst nicht unbedingt ausmalen m√∂chte: Die Arbeit l√§uft gut, man hat seinen Rhythmus und seine festen Kunden gefunden und ist gl√ľcklich. Es wirkt alles perfekt. Doch dann gibt es einen Einschnitt im Leben. Die Gesundheit spielt nicht mit und pl√∂tzlich ist man nicht mehr in der Lage, die volle Arbeitsleitung wie zuvor zu erbringen. F√ľr Selbstst√§ndige ist dieses Szenario ein Problem, welches sehr schnell die hart erarbeitete Existenz bedrohen kann. Umso wichtiger ist es, sich auf diesen m√∂glichen Fall vorzubereiten.

In diesem Blogartikel erf√§hrst du, was es mit der Erwerbsunf√§higkeitsrente auf sich hat, welchen Unterschied es zur Erwerbsminderungsrente gibt, wo, wie und unter welchen Voraussetzungen du die Erwerbsunf√§higkeitsrente auch bei selbstst√§ndiger Arbeit beziehen kannst und was du hierbei beachten musst. Im Mittelpunkt steht nat√ľrlich die Frage: Solltest du dich als Selbstst√§ndiger √ľberhaupt um die Absicherung durch eine Erwerbsunf√§higkeitsrente k√ľmmern?

Erwerbsunf√§higkeitsrente ‚Äď Was ist das √ľberhaupt?

Der Zeitpunkt, zu dem eine Erwerbsunf√§higkeitsrente relevant wird, ist niemals sch√∂n. Denn die Erwerbsunf√§higkeitsrente geht immer Hand in Hand mit einer Sch√§digung des K√∂rpers oder des Geistes. Hiermit verbunden sind nat√ľrlich eklatante Einschnitte im Leben der betroffenen Personen. Klammert man die privaten Einschnitte aus, so ist besonders bei selbstst√§ndig t√§tigen Menschen, aber nat√ľrlich auch bei Arbeitnehmern vor dem gesetzlichen Rentenalter, die Existenz durch eine langfristige Erkrankung stark gef√§hrdet.

Um in solchen F√§llen eine Grundsicherung zu haben, gibt es unter anderem die Erwerbsunf√§higkeitsrente ‚Äď auch EU-Rente genannt. In ihrer aktuellen Form gibt es diese Rente seit dem 01.01.2001, also mittlerweile bereits seit mehr als 16 Jahren. Die Erwerbsunf√§higkeitsrente soll daf√ľr sorgen, auch in der zuvor beschriebenen Situation abgesichert zu sein und solange wie m√∂glich seinen erarbeiteten Lebensstandard beibehalten zu k√∂nnen. Dass dieser nicht in G√§nze gehalten werden kann, muss man dabei allerdings ebenfalls wissen. Jedoch sollte niemand aufgrund einer Krankheit von heute auf morgen einen sozialen Abstieg erleiden m√ľssen.

Erwerbsunfähigkeitsrente = Private Versicherung

Es handelt sich bei der Erwerbsunf√§higkeitsrente um eine private Versicherung, welche bei kompletter oder teilweiser Invalidit√§t greift. Bekannter f√ľr diesen Fall ist nat√ľrlich die Berufsunf√§higkeitsversicherung, auch BU-Versicherung genannt. Ein Vorteil der EU-Rente gegen√ľber der BU-Versicherung ist, dass sie sich durch deutlich geringere Beitr√§ge auszeichnet.

Auch wenn die geringeren Beitr√§ge grunds√§tzlich ein attraktives Argument f√ľr die EU-Rente sind, solltest du ber√ľcksichtigen. dass die Erwerbsunf√§higkeitsrente ihre Grenzen hat und nur in den seltensten F√§llen ausreicht, um die Ausgaben des t√§glichen Lebens zu decken. Gerade wer in jungen Jahren aufgrund von Krankheit oder eines Unfalls nicht mehr in der Lage ist, seinem Beruf nachzugehen, hat in den seltensten F√§llen bereits genug eingezahlt, um nur von der Erwerbsunf√§higkeitsrente zu leben. Sie ist somit vielmehr als Erg√§nzung zu anderen Absicherungen zu sehen ‚Äď etwa in Kombination mit der Berufsunf√§higkeitsversicherung.

Der Abschluss einer Erwerbsunf√§higkeitsversicherung eignet sich im Besonderen f√ľr stark gef√§hrdete Berufsgruppen, wie beispielsweise Feuerwehrm√§nner, Polizistinnen und Polizisten oder k√∂rperlich stark arbeitende Menschen. Aufgrund der geringen Beitr√§ge ist sie jedoch auch eine sinnvolle Erg√§nzung f√ľr alle anderen Berufsgruppen, da niemand vor vollkommener Arbeitsunf√§higkeit gefeit ist.

Erwerbsunfähigkeits- vs. Erwerbsminderungsrente

Wie hoch der Anspruch auf Absicherung ist, ist maßgeblich dadurch definiert, ob man nach Eintreten der körperlichen oder psychischen Krankheit oder des Unfalls noch eine Arbeitsleitung erbringen kann. Dies wird anhand der Arbeitsstunden gemessen, welche man täglich leisten kann.

Den Begriff der Erwerbsunf√§higkeitsrente gibt es streng genommen nicht mehr. Diesen gab es nur bis zum Jahr 2000. Seit der Reform 2001 wurde er durch den Begriff der Erwerbsminderungsrente ersetzt. Schaut man sich den Begriff ‚ÄěErwerbsunf√§higkeitsrente‚Äú jedoch genauer an und √ľbertr√§gt ihn auf den Begriff der ‚ÄěErwerbsminderungsrente‚Äú, so wird recht schnell klar, dass die Erwerbsunf√§higkeitsrente nichts Anderes ist, als die volle Erwerbsminderungsrente. Dies zeigt sich auch anhand der Staffelung.

Wer weniger als drei Stunden pro Tag arbeiten kann, der gilt als erwerbsunfähig und erhält die volle Erwerbsminderungsrente. Wer pro Tag noch zwischen drei und sechs Stunden arbeiten kann, gilt als teilweise erwerbsunfähig und erhält zumindest noch eine teilweise Erwerbsminderung, welche zumeist einer halben Rente entspricht. Wer sechs Stunden oder mehr pro Tag arbeiten kann, der gilt als voll erwerbsfähig und erhält dementsprechend keinerlei Zuwendungen. Die Feststellung, wie hoch die maximale Belastbarkeit ist, wird durch ein Gutachten getroffen, welches von einem Arzt zu erstellen ist.

Voraussetzungen f√ľr den Erhalt der Erwerbsunf√§higkeitsrente

Wenn man feststellen m√∂chte, ob man Anspruch auf eine Auszahlung der Erwerbsunf√§higkeitsrente hat, muss man zwei Punkte pr√ľfen. Zum einen darf man zum Zeitpunkt der Feststellung das derzeit geltende gesetzliche Alter zum Erhalt der Altersrente noch nicht √ľberschritten haben. Zum anderen muss man gewisse versicherungsrechtliche Voraussetzungen erf√ľllen. Jedoch sind auch diese versicherungsrechtlichen Voraussetzungen √ľberschaubar. So muss man zum Zeitpunkt der Feststellung schon mindestens f√ľnf Jahre versichert sein und in dieser Zeit mindestens drei Jahre Pflichtbeitr√§ge gezahlt haben.

Hier gibt es jedoch auch Ausnahmen: Sollte der Erhalt der Erwerbsunfähigkeitsrente aufgrund eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit notwendig sein, so gilt diese Wartezeit nicht.

Können auch Selbstständige eine Erwerbsunfähigkeitsrente erhalten?

Die Erwerbsunf√§higkeitsrente ist prim√§r auf Arbeitnehmer ausgelegt. Doch auch selbst√§ndig t√§tige Personen k√∂nnen eine Erwerbsunf√§higkeitsrente beantragen. Jedoch m√ľssen sie hierf√ľr, wie auch Arbeitnehmer, ein paar Voraussetzungen erf√ľllen.

Ein besonders wichtiger Punkt: Man muss als Selbstst√§ndiger auf freiwilliger Basis in die gesetzliche Rentenkasse eingezahlt haben. Eine weitere Voraussetzung ist, dass insgesamt mindestens 60 Pflichtbeitr√§ge geleistet wurden. Dies stellt sicher, dass die Versicherungszeit von f√ľnf Jahren erf√ľllt wurde. Zudem m√ľssen innerhalb der vergangenen f√ľnf Jahre vor dem Eintreten des Versicherungsfalls f√ľr mindestens f√ľr 36 Monate Pflichtbeitr√§ge gezahlt werden.

Letzte Voraussetzung ist, dass der Versicherungsnehmer fr√ľher einmal gesetzlich rentenversichert war und so Entgeltpunkte erworben hat. Dies ist bei den meisten Selbstst√§ndigen gegeben, da die meisten selten direkt in eine Selbstst√§ndigkeit starten.

Wie und wo beantrage ich die Erwerbsunfähigkeitsrente?

Sollten alle vorher genannten Punkte erf√ľllt sein, so steht dem Antrag auf Erwerbsunf√§higkeitsrente nichts mehr im Weg. Hierf√ľr wendet man sich am besten an seinen jeweiligen Rentenversicherungstr√§ger. Dieser hilft einem auch dabei, die Formulare zu erhalten und diese richtig auszuf√ľllen. Daher ist es sinnvoll und ratsam, sich m√∂glich fr√ľhzeitig mit dem Rentenversicherungstr√§ger in Verbindung zu setzen und nach den ben√∂tigten Unterlagen zu fragen. Auch die Vereinbarung eines Termins vor Ort bei der Versicherung ist durchaus empfehlenswert. Hier sitzen Experten, die dir dabei helfen k√∂nnen, alle notwendigen Formulare korrekt auszuf√ľllen und fristgerecht einzureichen. Auf diese Weise vermeidest du Formfehler oder Fristverletzungen, durch die eine Auszahlung des dir zustehenden Geldes verwehrt wird.

Wichtig: Der Antrag muss nach Eintreten des Versicherungsfalls so schnell wie m√∂glich eingereicht werden. Nur wer den Antrag innerhalb der ersten sechs Monate nach Eintreten der Erwerbsunf√§higkeit einreicht, bekommt das Geld auch r√ľckwirkend gezahlt.

Fazit: Lohnt sich eine Erwerbsunfähigkeitsrente?

Diese Frage pauschal zu beantworten ist leider nicht möglich, ohne sich die individuelle Situation der Person, die sich versichern lassen möchte, genauer anzuschauen und zu bewerten.

Wer noch am Anfang seiner Selbstst√§ndigkeit steht und auf jeden Cent achten muss, der wird sich sicher zweimal √ľberlegen, ob er Geld f√ľr eine zus√§tzliche Versicherung ausgeben will und kann, die ihm im Ernstfall alleine nicht mal die Existenz sichert. Wiederum ist diese Versicherung nat√ľrlich deutlich g√ľnstiger als eine Berufsunf√§higkeitsversicherung. Dies k√∂nnte gerade am Anfang der Selbstst√§ndigkeit ein Pluspunkt sein, da man somit auch nur einen Bruchteil der Beitr√§ge zahlen muss, die man f√ľr eine vollumfassende Berufsunf√§higkeitsversicherung zahlen m√ľsste. Dies hat den Vorteil, dass mehr Geld f√ľr andere Posten zur Verf√ľgung steht. Jedoch bedeutet das auch, dass im Ernstfall mit deutlich geringer ausfallenden Auszahlungen zu rechnen ist. Eine erg√§nzende Berufsunf√§higkeitsversicherung ist also definitiv ratsam. Diese kann man jedoch im Zweifelsfall immer noch im sp√§teren Berufsleben abschlie√üen.

Wer in seiner Selbstst√§ndigkeit schon weiter fortgeschritten ist, f√ľr den kann die Erwerbsunf√§higkeitsversicherung eine sinnvolle Erg√§nzung zu bereits vorhandenen Versicherungen sein. Zumal die Beitr√§ge, im Vergleich zur Berufsunf√§higkeitsversicherung, eher als gering einzustufen sind. Jedoch sollte auch jedem klar sein, dass eine Erwerbsunf√§higkeitsrente alleine zum √úberleben nicht ausreicht. Vielmehr ist sie eine sinnvolle Erg√§nzung zur Berufsunf√§higkeitsversicherung, die dann einen Gro√üteil der Kosten abdeckt.

M√∂glichst fr√ľhzeitig abschlie√üen!

Wenn man sich f√ľr den Abschluss einer Erwerbsunf√§higkeitsversicherung entscheidet, dann sollte man dies m√∂glichst in schon jungen Jahren tun. Denn auch bei dieser Versicherung gilt nat√ľrlich: Je fr√ľher man einzahlt, desto mehr bekommt man im Fall der F√§lle auch ausgezahlt. Dies hilft wiederum dabei, den eigenen Lebensstandard m√∂glichst lange zu halten und im Ernstfall einen gewissen, finanziellen Spielraum zu haben.

Zudem ist es ratsam, sich vor Abschluss der Versicherung mit seinem Versicherungsberater zu besprechen und zu pr√ľfen, ob die Voraussetzungen zum Erwerb einer solchen Versicherung √ľberhaupt in vollem Ma√üe gegeben sind. Auch kann dir der Versicherungsprofi ratsam zur Seite stehen und dich dar√ľber informieren, ob sich der Abschluss der Versicherung zu den jetzigen Konditionen und in deiner jetzigen, privaten und beruflichen, Lage √ľberhaupt lohnt.

Nicht nur die versicherungsspezifischen Voraussetzungen sollten von Relevanz sein. Du solltest auch √ľberpr√ľfen, ob sich der Abschluss einer Versicherung f√ľr die Erwerbsunf√§higkeitsrente in deinem Fall √ľberhaupt lohnt. Wenn du bereits sehr gut abgesichert ist, kannst du das Geld sicherlich in etwas Sinnvolleres als eine weitere Versicherung investieren. Es w√§re an dieser Stelle jedoch vermessen zu sagen, ab welchem Zeitpunkt man √ľber- oder unterversichert ist. Dies h√§ngt von vielen verschiedenen Punkten ab und sollte mit dem jeweiligen Versicherungsexperten des Vertrauens besprochen werden.