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Die finanzielle Freiheit – Traum und Möglichkeit

Finanziell frei ist, wer seine finanziellen Verpflichtungen ohne aktiv erwirtschaftetes Arbeitseinkommen decken kann. 

So oder so ähnlich, lässt sich finanzielle Freiheit definieren. Und schnell wird klar: Damit du in der Position bist, für das Decken deiner Kosten nicht arbeiten zu müssen, muss eine Ganze Menge Geld vorhanden sein. Jemand, der nicht arbeiten muss, um seinen Lebensstandard zu halten, ist Privatier. Doch wie schafft man das? Wie viel braucht man? Muss man erben? Wie kannst du investieren, um finanziell frei zu werden oder zumindest ein schönes Vermögen aufzubauen? Welche Möglichkeiten stehen dir als Selbstständiger offen?

Diesen und weiteren Fragen wollen wir uns in diesem Blog Post annähern. Nimm dabei bitte an, dass Zahlen und Prozente, die ich in diesem Text verwende, besten Wissens und Gewissens nach aus den vergangenen Jahrzehnten abgeleitet sind. Sie sind keine Versprechung für die Zukunft, stellen allerdings eine unter den gegebenen Umständen passende Prognose dar. 

(Der Autor dieses Blog Posts ist im Ăśbrigen leider finanziell nicht frei, aber arbeitet daran. Er startet dabei mit dem Mindset.)

Was finanzielle Freiheit ermöglicht

Finanzielle Freiheit ist im Grunde die Befreiung von der Notwendigkeit, Geld zu verdienen. Diese Befreiung geht einher mit der Freiheit, nur das zu tun, was du möchtest. Du kannst also, da alle deine Kosten bereits gedeckt sind, deine Arbeitsleistung auf die Art und Weise und in dem Umfang einsetzen, die dir persönlich gut tut und die dir gefällt. Du musst nichts, du kannst aber alles. 

Im Grunde kann es für Selbstständigkeit kaum einen größeren Segen geben, oder? Stell dir einfach vor, du würdest nur arbeiten, weil du es möchtest. Du kannst dir mehr Zeit für Dinge nehmen, die keine Einkünfte generieren (wenn du das möchtest) und du kannst frei von finanziellem Druck deine Fähigkeiten ausleben. 

Das bedeutet aber nicht, dass du deshalb gĂĽnstiger oder umsonst arbeiten solltest. Jedoch kannst du darauf verzichten, fĂĽr fĂĽr dich nicht tragbare Konditionen zu arbeiten; du hast mehr Verhandlungsmacht.

Du kannst auch (finanzielle Freiheit geht ja mit Vermögen einher) neue Dinge ausprobieren, aufbauen. Du kannst beruflich und für dich experimentieren, weil die Mittel zur Verfügung stehen. Denk aber daran, deinen Kapitalstock dabei nicht zu sehr zu belasten. 

Finanzielle Freiheit ist im Grunde die Freiheit, zu tun, was du möchtest. Und das ist die größte Form der Selbstständigkeit. 

Die rechnerischen Grundlagen der finanziellen Freiheit

Wer sich an das Thema finanzielle Freiheit wagt, kommt um Mathematik nicht herum. Dabei muss die gesamte Berechnung von hinten begonnen werden. Das heißt, wir starten mit der Summe, die wir zum Ausleben unserer finanziellen Freiheit (und damit im weitesten Sinne unserer materiellen Selbstständigkeit) benötigen. Diese sollte so hoch sein, dass die jährliche Entnahme das Vermögen nicht schmälert. Das heißt, die Rendite aus dem Vermögen (Zinserträge, Renditen etc.) sollte die Ausgaben decken. 

Logisch: Schrumpft das Vermögen durch höhere Entnahmen, schrumpfen auch die Erträge und letzten Endes schrumpft das Vermögen dann sogar exponentiell. Merke: Die Entnahmerate sollte niedriger sein als der Wertzuwachs des Vermögens pro Jahr. 

Das bedeutet, dass bei einem angenommenen finanziellen Bedarf von 30.000 Euro im Jahr die Rendite durchschnittliche 30.000 Euro plus abzuführende Kapitalertragssteuer (25 Prozent) betragen muss. Der Vereinfachung halber rechnen wir mit 40.000 Euro pro Jahr, die dann alles abdecken sollen. 

Der benötigte Kapitalstock errechnet sich nun dadurch, dass wir überlegen müssen, wie viel Prozent Rendite wir erwarten dürfen. Historisch betrachtet sind dies, wird der weltweite Aktienmarkt zugrunde gelegt, zwischen vier und sechs Prozent (je nach Ort und Betrachtungszeitraum). In diesen vier bis sechs Prozent sind unter anderem eingepreist:

- Der erste Weltkrieg

- Die Wirtschaftskrise ab 1929

- Der zweite Weltkrieg

- Die Ă–lkrise

- Die Anschläge vom 11. September 2001 und die Folgen

Du siehst: Auch schwere Krisen führten bisher nicht dazu, dass Aktienmärkte auf lange Sicht zu Verlusten führen. Sollte der Kapitalismus nicht demnächst abgeschafft werden, könnte es also so weitergehen. Zudem lief es in den letzten Jahrzehnten deutlich besser als sechs Prozent jährlich.

Um aber wieder auf die Frage nach der benötigten jährlichen Durchschnittsrendite zu kommen: Wir rechnen pessimistisch und gehen von läppischen fünf Prozent aus. Das bedeutet, dass der Kapitalstock 800.000 Euro schwer sein muss, um 40.000 Euro bei fünf Prozent jährlicher Rendite abzuwerfen. 

Eine wichtige Kleinigkeit fehlt hier noch: Die Inflation. So werden bei einer angenommenen jährlichen Inflationsrate von circa zwei Prozent nach 30 Jahren aus benötigten 40.000 Euro circa 72.000 Euro. Der benötigte Kapitalstock wächst auf stolze 1.445.000 Millionen Euro an. Allerdings ist Inflation die Teuerung aller Leistungen und Güter und damit auch deines Einkommens. Du wirst also im Normalfall in 30 Jahren auch mehr verdienen als heute.

Die knapp 1,5 Millionen Euro sind also das Ziel in diesem Beispiel. Doch wie kommst du da hin?

Die Ansparphase – verdienen, sparen, investieren, frugal sein

Das Geld muss irgendwo herkommen. Doch reines Sparen bei der Bank ist nicht die Lösung, da es hier keinen Zins gibt. Deshalb muss das Geld investiert werden. Gut und diversifiziert investiertes Kapital vermehrt sich im Laufe der Zeit durch Wertsteigerungen, Dividenden und Zinserträge. 

Das Ganze ist ein Komplex, dem du dich als Selbstständiger mindestens im Zusammenhang mit deiner Altersvorsorge nähern solltest. Im besten Falle hast du dich aber schon mit Vermögensaufbau – beispielsweise durch ETFs – befasst. Die Quintessenz ist im Grunde diese: Wenn du in den weltweiten Markt investierst, entspricht deine Rendite der weltweiten Rendite. 

Das Schöne ist, dass breit gefächerte Investitionen über ETFs und ähnliche Produkte es auch börsenfremden Personen ermöglichen, über lange Zeiträume zu investieren und ihr Vermögen zu mehren. 

Bei wieder angenommenen fünf Prozent jährlicher Durchschnittsrendite lässt sich ganz gut ausrechnen, wie lange du mit welcher Sparrate investieren musst, um auf die angestrebte Summe zu kommen. Möchtest du in 30 Jahren 1,5 Millionen Euro Kapital haben, musst du um die 1800 Euro monatlich investieren. Dabei werden alle Erträge reinvestiert – der Zinseszinseffekt wird genutzt.

Bei sechs Prozent sind es übrigens noch ungefähr 1500 Euro und bei sieben Prozent knapp 1300 Euro jährlich. Ein interessantes Tool zur Spielerei ist dieser Sparplan-Rechner. 

1800 Euro im Monat sind happig. Persönlich gehe ich davon aus, dass die jährliche Rendite höher als fünf Prozent sein wird, aber wir haben uns ja zu Beginn dem Pessimismus verschrieben. 

Um auf die passende Sparrate im Monat zu kommen, hast du nun drei Möglichkeiten: Verdiene sehr viel, gebe sehr wenig aus oder verlängere deinen Anlagehorizont.

Ein kleiner Exkurs in den Frugalismus

Nehmen wir einmal an, du kannst die Sparrate von 1800 Euro im Monat zum Investieren nicht aufbringen, ohne dich sehr einzuschränken. Die Frage ist nun, wie sehr dich das stört. 

Perfektioniert haben das die Frugalisten: Diese Personen haben Sparquoten von 50, 60 Prozent und tun dies einzig mit dem Ziel, vorzeitig in Rente zu gehen – also mit 35, 40 oder 45 Jahren etwa. Hierfür wird der Konsum in den Jahren, in denen Geld verdient wird, massiv eingeschränkt. Impulskäufe gibt es nicht, beim Kochen wird gewirtschaftet und so weiter und so fort. 

Die Gemeinschaft der Frugalisten ist sehr vielfältig und die Möglichkeiten, frugal zu leben, sind mannigfaltig. Einen tut sie jedoch die Idee, sich finanziell unabhängig zu machen. Im Internet findest du eine ganze Menge spannender Blogs und Videos zu diesem Thema. Und selbst wenn du, wie die meisten Menschen, gar nicht frugal leben möchtest (ich im Übrigen auch nicht), so kannst du doch das eine oder andere in Sachen sparen und Disziplin von Frugalisten lernen.

Die Ansparphase verlängern oder die Ziele verringern

Es stellt sich auch die Frage, wann du denn finanziell frei sein möchtest. Wenn du dir nur 30 Jahre oder gar weniger Zeit gibst, dann lässt es sich kaum vermeiden, dass deine Sparrate groß sein muss. Anders sieht unser Beispiel nämlich aus, wenn wir auf 40 Jahre erhöhen und wieder fünf Prozent jährliches Wachstum veranschlagen: Dann sind es nämlich noch 1.200 Euro, die benötigt werden – Inflation mit eingepreist. 

Du siehst, dass diese Zahlen etwas erdrückend wirken können. Deshalb solltest du dir einen Plan machen, der dir dabei hilft, dein Geld überhaupt erst einmal zu überblicken und mit dem Investieren zu beginnen. Selbst wenn du über lange Sicht (mindestens 10 Jahre) deutlich geringere Summen investierst, als wir hier ganz pessimistisch berechnet haben, hast du am Ende wahrscheinlich eine ordentliche Vermehrung deines investierten Geldes zu verbuchen. 

Damit du beim Ansparen und Investieren immer den Überblick über dein Netto behältst, hilft dir das Konto von Kontist. Kontist legt für dich schon was für die Steuer zurück, damit es keine bösen Überraschungen gibt und dein Sparplan nicht gefährdet wird. So kannst du deine Vermögensbildung und deine Schritte in die finanzielle Freiheit als Selbstständiger besser planen.

Der optimistische Ansatz

Wie bei so vielem gilt: Der Weg ist das Ziel. Wer heute damit beginnt, sein Geld zu investieren und es nicht vom Nullzins und der Inflation zerfressen lässt, hat in einigen Jahren immer mehr als der, der sein Geld bei der Sparkasse hat. 

Und wenn wir dann auch noch unverschämt optimistisch sind und annehmen, dass die Wachstumsrate eines breit gestreuten, globalen Investments vielleicht sogar bei sieben Prozent liegt, dann liegt die Sparrate für unseren fiktiven 30-Jahre-Plan nur noch bei 1275 Euro und für unseren 40-Jahre-Plan nur noch bei 725 Euro. 

Ob du nun Optimist, Pessimist oder finanzieller Analphabet bist – es liegt an dir, wie dein Vermögen vor oder nach Renteneintritt (hörst du mich bitter lachen?) aussieht. Rechne nach, plane und fang an. Lohnen tut es sich in jedem Fall. 

Do your thing, not your taxes