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Man lernt nie aus - Welche Fortbildungsmöglichkeiten gibt es für Selbstständige?

Gerade als Selbstständiger oder Freiberufler kann es sich langfristig lohnen, in die eigene Aus- und Weiterbildung zu investieren. Dadurch erweitert sich nicht nur der eigene Horizont, sondern auch das berufliche Portfolio. Doch welche Fortbildungsmöglichkeiten gibt es, muss man immer gleich Geld bezahlen und mit welchen Tricks lohnt sich die Investition in das eigene Wissen auch steuerlich?

Investition in die eigene Zukunft

Sich selbst weiterzubilden ist nicht nur eine Investition in die eigene Zukunft, sondern in vielen Branchen unabdinglich. In einigen Berufen kommen technische und inhaltliche Veränderungen in der heutigen Zeit sehr schnell vor und um dauerhaft wettbewerbsfähig sein zu können, müssen solche Neuerungen akzeptiert und dafür notwendiges zusätzliches Wissen erlernt werden.

Dank des Internets gibt es dafür diverse Möglichkeiten, für die man teilweise nicht mal die heimischen vier Wände – oder das Büro – verlassen muss. Webinare, Online-Kurse und auch Fernstudien, die zu einem großen Teil digital absolviert werden können, machen uns das Leben leichter. Hinzu kommt, dass durch Live-Übertragungen mittlerweile auch vielen Podiumsdiskussionen auf wichtigen Messen oder anderen Veranstaltungen aus der Ferne beigewohnt werden kann.

Abendkurse

Die klassische Form der Weiterbildung ist das Besuchen von sogenannten Abendschulen. Ausgelegt auf Berufstätige, die sich neben ihrem Job fortbilden möchten, finden die hier angebotenen Kurse in den Abendstunden statt. Dabei gibt es verschiedenste Angebote und Themen, in denen man sich ausbilden lassen kann. Beliebt sind dabei vor allem Sprachkurse, aber auch Bereiche wie Grafikdesign oder Steuerwesen können erlernt werden.

Fernuniversitäten

In Deutschland gibt es zahlreiche Fernuniversitäten, an denen ganze Studiengänge von Zuhause aus und oft auch neben dem Beruf absolviert werden können. Die größte Fernschule ist die ILS, die zahlreiche Lehrgänge, vorbereitende Kurse oder auch Bachelor- sowie Master-Abschlüsse anbietet. Doch es gibt auch viele weitere und mehr auf bestimmte Themenbereiche fokussierte Fernunis, die nach einem ähnlichen Prinzip funktionieren.

Generell fallen für solche Fernkurse Studiengebühren an. Zusätzlich müssen vorgegebene Lehrmaterialien gekauft werden. Nicht selten gibt es auch sogenannte Präsenzphasen, in denen der Studierende an der Uni vor Ort sein muss. Diese beschränken sich jedoch in der Regel auf wenige Tage oder Wochen im Verlauf des gesamten Studiums.

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Online-Kurse

Immer mehr im Trend sind komplett digitalisierte Online-Kurse, für die man lediglich eine gute Internetverbindung benötigt. Oft stehen hierfür alle wichtigen Lehrmaterialien zum Download bereit. Diese Kurse sind entweder jeweils an einem festen Datum, beispielsweise abends unter der Woche zwei Stunden lang, oder können auch auf Basis des eigenen Lernfortschrittes individuell und im eigenen Tempo vorangehen.

Einige solcher Online-Kurse bieten den Teilnehmern durch eigens kreierte Lernplattformen die Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen, sofern der Bedarf dafür da ist. Auch wird ihnen oftmals ein Tutor an die Hand gegeben, der, ähnlich wie an Universitäten, zu bestimmten Sprechzeiten per Chat, Telefon oder Video-Anruf für Fragen zur Verfügung steht. So können die unterschiedlichen Bedürfnisse der Kursteilnehmer berücksichtigt werden.

Beispiele für Plattformen, die Online-Learnings anbieten, sind quofox , Udemy oder lecturio .

Webinare und Webcasts

Webinare, oder lang auch Web-Seminare, sind einzelne, abgeschlossene Kurse, die online, oft per Videokonferenz oder anderen Konferenzschaltungen, abgehalten werden. Sie sind meist interaktiv angelegt und werden live abgehalten. Webcasts hingegen sind Präsentationen oder Vorträge, die zum nachträglichen Abruf zur Verfügung gestellt werden.

Kostenlose Kurse

Doch es müssen nicht immer gleich kostenpflichtige Kurse sein. Gerade wenn man sich noch nicht ganz sicher ist, ob das ausgesuchte Thema wirklich in den eigenen Interessen- und auch Fähigkeitsbereich passt, gibt es viele gute Möglichkeiten, in einen Online-Kurs reinzuschnuppern, ohne direkt viel Geld zahlen zu müssen.

Ein großer Anbieter von kostenlosen Kursen ist der Online-Gigant Google. Der Konzern hat zahlreiche Tools und Programme in seinem Portfolio, die in fast jedem größeren Unternehmen Anwendung finden. Dazu zählt das Analyse-Tool Google Analytics, mit dem die Performance der eigenen Website nachvollzogen werden kann oder auch Google Adwords, mit dessen Hilfe bezahlte Anzeigen zu bestimmten Schlagworten in den Suchmaschinenergebnissen von Google platziert werden können.

Um diese Programme bestmöglich zu nutzen und zu verstehen, bietet Google in seiner sogenannten Zukunftswerkstatt verschiedene kostenlose Kurse an. Allerdings befinden sich darunter auch Lektionen zu allgemeineren Themen, die die digitale Welt betreffen.

Google ist dabei jedoch nur eine von vielen Möglichkeiten, kostenlose Weiterbildungskurse in Anspruch zu nehmen. Viele Universitäten haben über die Jahre speziell für den Online-Konsum gestaltete Kurse entwickelt, die gratis zur Verfügung stehen. Auf der Plattform Class Central finden sich beispielsweise mittlerweile über 8.000 zur Nutzung freigegebenen Kurse.

Live-Streamings von Veranstaltungen

Immer mehr Unternehmen oder Event-Koordinatoren stellen ihre Lernveranstaltungen oder Messen live ins Internet. So können Interessierte von überall her den Podiumsdiskussionen und Vorträgen folgen. Die Medientage in München bieten beispielsweise einen solchen Live-Stream an. So können auch medial Schaffende, die nicht in München wohnen oder sich keine teuren Tickets leisten konnten oder wollten, an ausgewählten Diskussionsrunden und Reden teilhaben.

Zuschuss vom Staat

Festangestellte haben die Möglichkeit, für Weiterbildungen bezahlten Urlaub sowie finanzielle Unterstützung seitens des Arbeitgebers zu erhalten. Um auch als Selbstständiger die kostbare eigene Zeit in Fortbildungen investieren zu können, kann ein Antrag auf eine Bildungsprämie gestellt werden. Bei einer Genehmigung übernimmt der Staat die Hälfte der anfallenden Kosten. Dabei muss allerdings der Antrag vor Antritt des Weiterbildungskurses genehmigt werden, da der Zuschuss nicht im Nachhinein ausbezahlt werden kann.

Auch kommen nur Selbstständige für eine staatliche Förderung in Frage, die mindestens 15 Stunden pro Woche arbeiten, über 25 Jahre alt sind und deren Jahreseinkommen die Grenze von 20.000€ nicht überschreitet. Wer bereits einmalig eine Bildungsprämie in Anspruch genommen hat, kann nicht umgehend eine weitere beantragen. In diesem Falle werden Beratungsgespräche bei einer entsprechenden Beratungsstelle empfohlen.

Weiterbildungen von der Steuer absetzen

Was viele Selbstständige nicht wissen ist, dass fast alle Fortbildungsmöglichkeiten steuerlich abgesetzt werden können. Das betrifft auch Angebote, die im Ausland wahrgenommen wurden. Die finanziellen Aufwendungen können als Betriebs- bzw. Sonderausgabe in der jährlichen Steuererklärung angegeben werden. Hierbei ist nur wichtig, dass der entsprechende Kurs nachweislich aus beruflichen Gründen wahrgenommen wurde. Man muss also nachweisen können, dass der Kurs die aktuelle oder auch zukünftige erfolgreiche Erwerbstätigkeit garantieren soll. Auch die hierfür nötigen Lehrmaterialien und Fahrt- oder Reisekosten können steuerlich geltend gemacht werden.

Bildungsangebote, die der persönlichen Weiterentwicklung dienen, wie zum Beispiel kulturelle Veranstaltungen oder auch Bildungsreisen, müssen allerdings stets aus der eigenen Tasche bezahlt werden.

Fazit

In die eigene Bildung zu investieren heißt oftmals gleichzeitig, seine erfolgreiche berufliche Zukunft zu sichern. Dafür gibt er verschiedenste Möglichkeiten, sich weiterzubilden. Neben ganz normal buchbaren Kursen bei Abendschulen oder anderen Institutionen, können viele Themen auch anhand von Fernstudien, Online-Kursen oder Webinaren erlernt werden. Auch Live-Streams von entsprechenden Veranstaltungen oder Messen sind eine Option, sich neues Wissen anzueignen. Zusätzlich gibt es diverse kostenlose Fortbildungsmöglichkeiten.

Kosten für Weiterbildungen sowie für die Anschaffung von dafür notwendigen Lehrmaterialien können von der Steuer abgesetzt werden, sofern die Kurse nachweislich aus beruflichen Gründen angetreten wurden. Zusätzlich können Selbstständige über eine Bildungsprämie Zuschüsse für Fortbildungskurse beantragen.