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Geldanlage: Über ETFs, SparplĂ€ne und deine Möglichkeiten, AnlegerIn zu werden

Wertpapier-Sparplan, ETF & gemanagte Fonds

Was mache ich mit meinem Geld? Wie lege ich es an? Habe ich Vermögen, von dem ich nichts weiß? Und ab welchem monatlichen Betrag lohnt sich das Sparen ĂŒberhaupt? 

GrundsĂ€tzlich lĂ€sst sich sagen: Jeder kann sparen. Und sollte es auch. Wer sein Geld mit Verstand anlegt, wirkt dem Wertverlust entgegen und kann sich mit den Jahren ĂŒber einen betrĂ€chtlichen Zugewinn an Vermögen erfreuen. Doch wo fĂ€ngst du am besten an?

In diesem Blogartikel erfĂ€hrst du, wie du langfristig ein Vermögen aufbauen kannst und was du dabei berĂŒcksichtigen solltest.

Welchen Broker sollte ich wÀhlen?

Damit du in Aktien und Fonds investieren kannst, brauchst du ein Wertpapierdepot. Das kannst du bei einer Bank oder einem Online-Broker eröffnen.

Online-Broker wie Smartbroker oder Trade Republic sind noch recht neu am Markt - und erleben bereits jetzt einen regelrechten Run. Ihr großer Vorteil gegenĂŒber anderen Brokern sind ihre niedrigen GebĂŒhren. In der Regel fallen keine Orderprovisionen und keine Depot-GebĂŒhren an.

Wichtig: Einige dieser Gratis-Broker kannst du nur ĂŒber eine App verwalten. Manchen AnlegerInnen ist das zu unĂŒbersichtlich. FĂŒr andere ist die App-Ansicht komplett ausreichend. Welcher Weg fĂŒr dich der Beste ist, musst du entscheiden.

Vergleichen lohnt sich. WĂ€hle einen Anbieter, dem du vertraust, und dessen GebĂŒhren nicht deinen möglichen Gewinn auffressen.

Immobilien, Aktien, ETFs: In was sollte ich investieren?

Welche Anlagestrategie fĂŒr dich die Richtige ist, kannst nur du entscheiden. Manche Anlegerinnen schwören auf Immobilien, andere auf Gold. Und wer sich in der Kunstwelt auskennt, handelt mit GemĂ€lden.

Wir wollen uns an dieser Stelle auf den Vermögensaufbau mit Hilfe von Wertpapieren konzentrieren. 

ETFs

FĂŒr eine langfristige Investitionsstrategie und Vermögensaufbau empfiehlt die deutsche Finanzexpertin und Bloggerin Natascha Wegelin den Kauf von ETFs. Der große Vorteil im Vergleich zu Immobilien: ETFs kannst du jederzeit problemlos verkaufen. Ein Haus nicht. Ein zweites großes Plus: Bereits ab 25 Euro pro Monat lĂ€sst sich in ETFs investieren. Eine kleine Summe mit großem Impact.

Anmerkung: KĂŒrzlich habe ich eine E-Mail der ING-DiBa erhalten, in der sparen mit ETFs ab 1 Euro pro Monat beworben wurde. Dieses Angebot richtet sich insbesondere an Studentinnen und Studenten. In ETFs zu investieren ist also auch mit geringeren Summen möglich. Doch als Faustregel gilt: Ab 25 Euro im Monat lohnt es sich.

Doch was sind ETFs ĂŒberhaupt? Exchange Traded Funds sind börsengehandelte Fonds, die - mit geringen Abweichungen - einen Index abbilden. Solche Indizes sind etwa der DAX oder der Weltaktienindex MSCI World. 

Mit einem ETF kannst du außerdem entscheiden, in welche Bereiche du investierst. So gibt es nicht nur Indizes-ETFs, sondern auch Rohstoff-, Branchen- und LĂ€nder-ETFs.  

Deine Vorteile beim Handel mit ETFs: Du streust dein Risiko (weil du nicht nur in ein Unternehmen investierst), du hast kein Emittentenrisiko und ETFs sind im Vergleich zu Investmentfonds meist gĂŒnstiger, da sie passiv gehandelt werden.

Wenn du als Anlegerin langfristig denkst und investierst, ist die Zeit auf deiner Seite. Je frĂŒher du in ETFs investierst, desto grĂ¶ĂŸer dein Erfolg. Warum? Die Zeit ist ein entscheidender Faktor. Der Zinseszins wĂ€chst mit den Jahren mehr und mehr. Exponentielles Wachstum findet statt. Fazit: Ein langfristig großer Vermögensaufbau.

Keine Angst vor Krisen!

In Krisenzeiten Panik bekommen und Wertpapiere verkaufen? Bitte nicht. Krisenzeiten sind Chancen! Die Aktien sind unten. Die Preise ebenfalls. Deine Chance, mehr Anteile an einem Unternehmen oder ETF fĂŒr das gleiche Geld zu bekommen.

Aktienfonds

Aktienfonds werden aktiv gemanagt. WĂ€hrend ein ETF automatisch agiert, trifft im Fall von Aktienfonds das Management fĂŒr dich aktiv eine Entscheidung, ob eine Aktie gekauft wird, oder nicht. Dabei werden Fragen wie “Welche Unternehmen könnten im aktuellen Markttrend funktionieren?” und andere Faktoren berĂŒcksichtigt. 

Vorteile des aktiv gemanagten Aktienfonds: Er kann Cash halten und dir unter UmstĂ€nden eine höhere Rendite bringen, als der passiv gemanagte ETF. Allerdings kosten solche Fonds auch eine entsprechende GebĂŒhr. Ihre Performance ist umstritten.

Zum Vergleich: ETFs sind passive Fonds und beteiligen dich 1:1 an Branchen. Sie werden automatisch gesteuert und sind an Indexe gebunden. Deine Rendite hÀngt also vom DAX oder einzelnen Branchen ab. Alles lÀuft automatisiert. Es werden weniger Menschen benötigt, die den Fonds betreuen. Dadurch hast du niedrigere Kosten, als beim gemanagten Aktienfond. 

Definition DAX

Der DAX ist ein Index, der die 30 grĂ¶ĂŸten börsennotierten Unternehmen Deutschlands abbildet. Er ist keine Aktie, sondern eine Sammlung von Aktien bzw. eine Anzeige dieser. Es gibt Fonds, die diese Indizes abbilden - etwa ein DAX-ETF. Bereits ab 25 Euro monatlich lohnt es sich zu investieren.

Wertpapier-Sparplan

Wenn du dauerhaft Geld anlegen und vermehren möchtest, ist der Wertpapier-Sparplan eine interessante Option fĂŒr dich. Solltest du dich fĂŒr dieses Produkt entscheiden, wird von deinem Konto in einem bestimmten Intervall ein festgesetzter Betrag abgebucht und durch deinen Broker in Fonds, Aktien und Zertifikate angelegt. Die Anlage geht dann direkt in dein Depot.

Das regelmĂ€ĂŸige Investieren in Wertpapiere fĂ€llt mit einem Sparplan besonder leicht. Hast du einmal die Kriterien - wie die Investitionshöhe, das AusfĂŒhrungsintervall, die Auswahl der Wertpapiere und die Laufzeit - festgelegt, lĂ€uft der Rest von ganz alleine. Das spart enorm viel Zeit.

Weitere Vorteile fĂŒr dich: Die Investitionssumme kann niedrig gewĂ€hlt werden. Bereits ab 25 Euro pro Monat lohnt sich die Investition in einen Wertpapier-Sparplan. Zudem ist ein Sparplan eine tolles Einsteigerprodukt. Er bietet dir die Möglichkeit, dich an Wertpapiere zu gewöhnen und dich mit ihrem Handel vertraut zu machen. Die hohe FlexibilitĂ€t gibt dir beim Ausprobieren zusĂ€tzliche Sicherheit. Plus: Du kannst einen Sparplan jederzeit aussetzen.

Cost-Average-Effekt

Mit einem Sparplan profitierst du vom Durchschnittskosten-Effekt. Dieser ist ein profitabler Vorteil bei SparplĂ€nen. Kurz gesagt: Du nutzt die Preisschwankungen an den Börsen. Mal erwirbst du Anteile zu einem gĂŒnstigeren Kurs, dann mal wieder zu einem höheren Kurs. Im Durchschnitt zahlst du aber immer den gĂŒnstigeren Anteil.

Die langfristige Anlage ĂŒber einen Sparplan mindert dein Risiko. Dennoch solltest du den Kursverlauf im Auge behalten, um ein GefĂŒhl fĂŒr Wertpapiere zu entwickeln. Kleine Faustformel: Passe einmal jĂ€hrlich dein Budget fĂŒr den Sparplan an.

11 Tipps fĂŒr Investment-AnfĂ€ngerInnen

Su steigst gerade erst in die Welt des Investments ein? Sehr schön, denn das heißt, du möchtest deine Finanzen kĂŒnftig selbst in die Hand nehmen. Und das ist gerade fĂŒr Frauen sehr wichtig. 

Damit du entspannt als Anlegerin durchstarten kannst, kommen hier 11 Tipps, die du in jedem Fall beherzigen solltest.

1. Verstehe, in was du investierst

Wenn du in ein Unternehmen, einen Fond oder in irgendein anderes Wertpapier investierst, solltest du IMMER wissen, was du tust. 

Solltest du etwa in Einzelaktien investieren, lohnt es sich, einen Blick in den aktuellen GeschĂ€ftsbericht des betreffenden Unternehmens zu werfen und Analystenbewertungen zu checken. Bei Fonds und ETFs kannst du das Verkaufsprospekt lesen und natĂŒrlich Online-Recherche betreiben.

2. Lege ein Muster-Depot an 

Ein Muster-Depot kannst du dir kostenfrei anlegen. Mit solch einem Depot hast du die Möglichkeit, die Funktionen eines echten Depots nachzuspielen. Investiere einfach mal mit deinem Muster-Depot (das Geld ist natĂŒrlich nicht echt) und baue dir ein eigenes Portfolio auf. Dadurch bekommst du ein GefĂŒhl fĂŒr das Depot, die Börse und die natĂŒrlichen Kursschwankungen.

3. Diversifiziere deine Investments

Ganz wichtig: Setze niemals auf ein Pferd allein! Auch nicht, wenn du einen ‘heißen Tipp’ bekommen hast. Dann wĂ€rst du eine Spekulantin und keine Investorin. Gut, das muss dich nicht unbedingt stören.

Das grĂ¶ĂŸere Problem: Wenn du nur auf ein Unternehmen setzt, kann dich eine Fehlentscheidung allein dein gesamtes Depot kosten. 

Smarter ist es, das Risiko zu streuen. Etwa durch die Investition in ETFs. Manche Experten sind der Meinung, dass du in bis zu 2K Aktien investieren solltest. Mit ETFs kein Problem. Der grĂ¶ĂŸte ETF bildet derzeit etwa 1.800 einzelne Aktien ab. 

Wenn du also unkompliziert diversifizieren willst, investiere in Fonds. Statt mehrere Aktien zu kaufen, kannst du so gĂŒnstig dein Risiko streuen.

4. Denke langfristig

Du hast das Ziel, langfristig zu investieren - und nicht kurzfristig zu spekulieren. Zumindest wenn du auf kontinuierlichen Vermögensaufbau aus bist.

Sicherlich kann eine Investition zeitweilig negativ rendieren. Zeige in solchen Situationen, dass du einen langen Atem hast. Investiere nicht in kurze ZeitrÀume, sondern denke langfristig. Und agiere auch so. 

5. Setze dir Ziele

Es fĂ€llt unfassbar schwer zu sparen, wenn man keine konkreten Ziele hat. Wenn du dir sagst: “Ich spare um mehr Geld zu haben” wirst du nicht so motiviert sein. Sagst du dir dagegen: “Wenn ich fĂŒr 5 Jahre Summe X investiere, habe ich das Eigenkapital fĂŒr meine Wunschimmobilie zusammen”.

Wenn du weißt, wofĂŒr du sparst und investierst, wirst du disziplinierter und motivierter an die Sache herangehen. Wichtig: Investiere niemals deinen Notgroschen und erst recht kein geliehenes Geld.

6. Ermittle deinen tatsÀchlichen Gewinn

Bei manchen Brokern siehst du direkt neben den angelegten Summen ein Plus mit deinem ‘Gewinn’. Diesen Gewinn kannst du allerdings nicht 1:1 als den Gewinn betrachten, der spĂ€ter auf deinem Konto landet. Denn: Die Transaktionskosten bzw. Broker-GebĂŒhren sind in dieser Rechnung nicht berĂŒcksichtigt. Ebenso nicht die Steuer. 

Auf Zinsen, Dividenden und andere Kursgewinne zahlst du eine Abgeltungssteuer, die bei 25 % liegt. Tipp: Erteile deinem Broker einen Freistellungsauftrag. Das geht meist ganz einfach ĂŒber die App oder das Online Banking-Portal. Du hast nĂ€mlich einen jĂ€hrlichen Freibetrag von 801 Euro.

7. Denke an die Inflation

Die Inflation ist nicht zu stoppen - und einer der grĂ¶ĂŸten Feinde deiner Rendite. Was heute 100 Euro sind, sind in 10 Jahren keine 100 Euro mehr. Der Wert dieser Summe sinkt. Doch keine Sorge: Aus diesem Grund legst du ja Geld an und freust dich ĂŒber die Gewinne. Wer sein Geld einfach nur unverzinst auf seinem Konto platziert, macht auf kurz oder lang Verlust.

8. Werde nicht nervös 

Die Kurse fallen. Viele AnlegerInnen bekommen Panik. Lass dich davon nicht anstecken. Sehe Krisen als Chancen.

Ein Beispiel: Mit dem weltweiten Ausbruch der Corona-Pandemie, fielen die Aktienkurse steil nach unten. Die Anleger verkauften fleißig ihre Anteile. Dieser Moment ist deine Chance, Aktien oder auch ETFs zu einem extrem gĂŒnstigen Preis zu bekommen.

NatĂŒrlich heißt es auch in Krisenzeiten: Kopf einschalten. Wer denkt, dass ein etablierter deutscher Autobauer die Krise meistern und gestĂ€rkt aus ihr hervorgehen wird, sollte gerade jetzt in Anteile bei diesem Unternehmen investieren. Wenn dir die Sache zu heikel ist, lass es aber besser. Und solltest du Aktien halten, die vom Absturz betroffen sind: Bewahre Ruhe und ĂŒberlege fĂŒr dich, ob sich die Kurse nicht irgendwann wieder erholen könnten. Kurz gesagt: Lass dich nicht zu ImpulskĂ€ufen oder -verkĂ€ufen animieren.

9. Rechne mit Verlusten

Sicherlich gibt es Möglichkeiten, das Risiko fĂŒr Verluste an der Börse zu minimieren. Etwa durch die breite Streuung seiner Investitionen - zum Beispiel durch die Investition in ETFs. Dennoch gibt es keine Garantie dafĂŒr, dass du kein Geld verlieren wirst. Tipp: Lege einen Notgroschen in Höhe von mindestens drei Netto-MonatsgehĂ€ltern zurĂŒck, auf den du in schwierigen Zeiten zurĂŒckgreifen kannst.

Lege immer nur Geld an, das du aktuell nicht zwingend benötigst und denke lieber langfristig als spekulativ. Denn: Rendite und Risiko gehören zusammen. Du kannst natĂŒrlich ein hohes Risiko fahren und so innerhalb kĂŒrzerer Zeit mehr Gewinn einfahren. 

Mit diesem Ansatz ist die Gefahr aber auch höher, das investierte Geld zu verlieren. Und weil es in dieser Reihe darum geht, wie du als Frau vorsorgst und dich vor der Altersarmut bewahrst, ist das sicherlich der falsche Ansatz.

10. Expertenmeinungen sind NICHT das Nonplusultra

Es ist eine gute Sache, wenn du dich regelmĂ€ĂŸig ĂŒber die Börse und ihre Entwicklungen informierst. Auch Expertenmeinungen zu lesen und mit deinem gesammelten Wissen StĂŒck fĂŒr StĂŒck ein Portfolio aufzubauen bzw. eine Anlagestrategie zu erarbeiten, ist durchaus sinnvoll - und sicherlich besser, als ausschließlich auf das BauchgefĂŒhl zu hören. ABER: Setze niemals nur auf Expertenmeinungen! Erst recht nicht, wenn du keine Ahnung von dem Es gibt tĂ€glich neue Prognosen, die nicht immer stimmen mĂŒssen. Nur weil ein Börsenguru empfiehlt, in russisches Saatgut zu investieren, heißt das nicht, dass das wirklich das große Geld bringt. 

11. Reinvestiere deine Gewinne

Du hast Gewinn gemacht? Super. Denn reinvestiere diese Gewinne und profitiere vom Zinseszins-Effekt. Du wirst sehen: Mit der Zeit kommt da eine Menge Geld zusammen.

Trau dich und fange an

Am besten traust du dich einfach und startest mit deiner ersten Investition. Taste dich vorsichtig an das Thema heran und versuche es mit einem ETF-Sparplan, in den du monatlich eine kleine Summe einzahlst, die dir nicht wehtut.

Mit der Zeit lernst du immer mehr dazu. Du wirst deine eigene Investment-Strategie entwickeln und ein GefĂŒhl fĂŒr die natĂŒrlichen Kursschwankungen bekommen. Jetzt heißt es nur noch: anfangen.

Im dritten Teil dieser Blogreihe soll es alleine um das Thema Altersvorsorge gehen. Das RĂŒstzeug dafĂŒr hast du bereits in Part I und II bekommen. Jetzt sollst du erfahren, wie du gezielt fĂŒr das Alter vorsorgst und mit welchen Summen du wĂ€hrend deiner Rente rechnen kannst. Bleib am Ball und entgehe der Altersarmut - von der bis zu 75 % der Frauen im Alter zwischen 35 und 50 Jahren bedroht sind.

Do your thing, not your taxes