Rituale für dein Privat- und Arbeitsleben
Morgenroutine einhalten: Am besten startest du schon mit Ritualen in den Tag. Die Grundvoraussetzung dafür schaffst du, indem du dir morgens ausreichend Zeit für dich und deine Gewohnheiten nimmst. Wenn du etwa nach dem Aufstehen nicht auf deinen Kaffee und ein gutes Frühstück verzichten magst, plane genug Zeit dafür ein. Auch wenn das für dich bedeutet, früher aufstehen zu müssen. Du wirst merken, wie gut es dir tut, entspannt und ohne Zeitdruck zu frühstücken, deine Zeitung zu lesen, E-Mails zu checken – eben all das zu tun, was dir morgens wichtig ist. Und es lohnt sich: Denn so startest du gleich viel entspannter und fokussierter in den Tag.
Pausen gönnen: Selbst wenn die nächste Deadline ins Haus steht oder deine Familie dir keine ruhige Minute lässt – gönn dir Pausen! Oft tendieren wir dazu, alles so schnell wie möglich erledigen bzw. abarbeiten zu wollen. Das ist aber gerade in den sogenannten Peak-Phasen kontraproduktiv. Nicht nur, dass die Qualität deiner Arbeit darunter leiden kann. Du versetzt dich zudem in eine vermeidbare Stresssituation. Ein paar Minuten, um den Kopf frei zu bekommen – etwa bei einem kurzen Spaziergang im Park um die Ecke – müssen drin sein. Und ebenso 30 bis 60 Minuten Zeit für die Mittagspause. Nach solch einer Pause arbeitet sich die To-Do-Liste gleich viel schneller ab.
Esse bewusst: Viele aus meinem Bekanntenkreis, und auch ich selbst, tendieren dazu, in stressigen Lebensphasen unregelmäßig und unausgewogen zu essen. Weil die Zeit knapp ist, greift man auf die Tiefkühl-Pizza zurück oder besucht das nächste Fast Food-Restaurant. Auch wenn dieses Vorgehen zeitsparend erscheint, ist es keine gute Idee. Erstens, weil es deinen Körper stresst, wenn Essen runtergeschlungen wird. Zweitens, weil das falsche Essen unter Stress nicht gut für dich ist. Gerade in turbulenten Zeiten braucht der Körper viele Vitamine, Spurenelemente und Co. Wenn du ihm diese gönnst, wird du sicherlich einen Unterschied bemerken. Denn wer sich gesund ernährt, kann klarer denken. Weiterer Pluspunkt: Gönnt man sich einen leckeren Salat in der Mittagspause, ist man danach deutlich fitter und wacher, als nach einem Hamburger. Das Mittagstief bleibt so aus.
Sport machen: Einmal oder mehrmals wöchentlich zu festgelegten Zeitpunkten Sport treiben ist ebenfalls ein Ritual, das dir dabei helfen kann, Stress abzubauen und zu dir selbst zu finden. Hast du einen besonders stressigen Job oder einen turbulenten privaten Alltag, ist Yoga eine empfehlenswerte Sportart. Sie trainiert nicht nur den Körper, sondern hilft dir auch dabei, deine Mitte zu finden und dabei zur Ruhe zu kommen. Kein Wunder, dass diese Sportart insbesondere in Großstädten einen Boom erlebt. Natürlich kannst du auch einer anderen Sportart nachgehen. Im Sommer kann etwa eine Joggingrunde im Freien wahre Wunder bewirken. Nicht nur, weil du deinen Körper auspowerst (gerade für Menschen, die beruflich viel sitzen empfehlenswert), sondern auch, weil die frische Luft dabei hilft, die Gedanken zu ordnen.
Lebe den Abend: Wie bereits am Morgen, solltest du dir auch am Abend die Zeit nehmen, deine Rituale zu Leben. Das hilft dir nicht nur dabei runterzukommen, sondern die zurückliegenden Stunden zu resümieren. Und wie können diese abendlichen Rituale aussehen? Du könntest dir zum Beispiel einen Entspannungstee und ein gutes Buch gönnen. Oder zu deiner Lieblingsserie auf der Couch entspannen. Alles, was dir dabei hilft, abzuschalten, ist erlaubt. Durch die Ruhe und Zeit, die du dir am Abend nimmst, kannst du deine Gedanken ordnen und auch deinen kommenden Tag planen, was dir wiederum dabei hilft, am nächsten Morgen entspannter in den Tag zu starten.
Können mich Rituale an produktiver Arbeit hindern?
Rituale haben nicht nur Positives. Das starre Festhalten an ihnen kann auch problematisch werden. Etwa, wenn man unter egal welchen Umständen an Ritualen festhält. Das kann zwanghaft werden – und das wiederum zu einer Abhängigkeit führen, die im schlimmsten Fall Panikattacken begünstigt.
Ob man dazu neigt, starr an Ritualen festzuhalten, ist Typsache. Manche Menschen legen größeren Wert auf Strukturen im Alltag als andere – und brauchen sie auch. Das ist an sich kein Problem. Um eine zwanghafte Abhängigkeit zu vermeiden, gibt es einen guten Trick: Einfach weiter am Ritual festhalten, aber Kleinigkeiten bei Ausführungen desselben anders machen. Etwa, indem du dir deinen Kaffee zwar jeden Morgen zur gleichen Zeit zubereitest, ihn aber ausnahmsweise Mal aus einer anderen Tasse trinkst. Klingt seltsam, kann aber wirklich dabei helfen, eine Zwangsstörung aufzubauen.
Hilfreiche Rituale im Überblick
Rituale für deinen Körper:
- Fahre mit dem Rad zur Arbeit, anstatt die S-Bahn zu benutzen.
- Verzichte auf den Fahrstuhl und nimm die Treppe.
- Dehne deinen Körper, nachdem du längere Zeit am Schreibtisch gesessen hast.
- Laufe ein paar Schritte durch dein Büro, wenn du eine Aufgabe erledigt hast.
Rituale für dein Wohlbefinden:
- Sorge für gesunde Lebensmittel in Reichweiter, etwa Nüsse, Obst oder Müsli.
- Habe stets ein Glas Wasser auf dem Schreibtisch und trinke regelmäßig.
- Baue feste Pausen in deinen Arbeitstag ein.
- Verwöhne dich mit Kleinigkeiten, die dich glücklich machen.
Rituale für deine Psyche:
- Pflege Freundschaften und nimm dir Zeit, dich mit Freunden und Familie zu treffen.
- Such dir eine Entspannungstechnik, für die du dir jeden Tag fünf Minuten Zeit nimmst.
- Fokussiere dich. Wenn du unter Zeitdruck arbeitest, einfach mal den Blick vom Bildschirm abwenden und eine Runde durch die Räume schweifen lassen oder aus dem Fenster schauen.
- Ruf dir einmal pro Tag in Gedanken, für was du wirklich dankbar bist.