Hast Du schon mal die Karten in deinem Portemonnaie gezählt? Also bei mir hat sich da mittlerweile ein ganzer Stapel angesammelt. Personalausweis, Führerschein, ÖPNV-Ticket, Krankenkassen-Karte, Bücherei-Ausweis. Dazu dann noch die Bankkarte – und genau dieses Thema ist in den letzten Jahren immer komplizierter geworden. Gab es früher wie selbstverständlich nur eine Girokarte zum Konto, geben Kreditinstitute mittlerweile die unterschiedlichsten Kartentypen heraus. Mal gibt es eine Visa- oder Mastercard Debit, mal eine Visa-Charge-Card oder eine Prepaid-Mastercard. Aber damit hört es nicht auf. So manche Bank bietet dann noch Revolving-Karten, von anderen weniger häufig genutzten Kartenherausgebern wie American Express mal ganz zu schweigen. Ich finde, es ist an der Zeit, für Überblick zu sorgen – und vor allem die Frage zu klären, welche Lösung für Selbstständige bzw. Freelancer besonders interessant ist. Eines vorab: Ganz allgemein lässt sich festhalten, dass du in Sachen Kreditkarten mit nur zwei Herausgebern auf der wirklich sicheren Seite bist. Nämlich Mastercard und Visa. Beide Unternehmen verfügen über Millionen von Akzeptanzstellen auf der ganzen Welt. Das heißt: Selbst an einem abgelegenen Geldautomaten in den Bergen von Nepal wirst du mit einer dieser Karten an Bargeld kommen. Aber nun direkt weiter ins Detail…

Kreditkarte - Variante 1: Charge-Card

Die Charge-Card dürfte meiner Meinung nach in Deutschland so ziemlich die bekannteste Form einer Kreditkarte sein. Das Prinzip ist hier relativ einfach: Du zahlst mit der Karte an Kassenterminals im Handel, hebst Geld am Automaten ab oder bezahlst mit deinem Namen, der Kartennummer, dem Ablaufdatum sowie CVC-Code im Internet. All diese Umsätze werden dann gesammelt und einmal – in der Regel um den 15. des Kalendermonats – per Lastschrift von deinem Girokonto eingezogen. Insbesondere die meisten Filialbanken bieten diesen Kartentyp recht häufig in Kooperation mit Mastercard bzw. Visa an. Ich persönlich würde Dir jedoch davon abraten, eine solche Karte bei einer Filialbank zu bestellen. Das hat gleich mehrere Gründe. Zunächst einmal fallen bei diesen Karten in der Regel Jahresgebühren an, die nicht unbedingt günstig sind. Dabei musst du im Schnitt mit mindestens 25 Euro Jahresgebühr rechnen – unabhängig von der Kartennutzung. Hinzu kommen oft happige Gebühren für Bargeldverfügungen oder bargeldlose Zahlungen außerhalb der Eurozone. Es gibt zwar durchaus einige attraktive, kostenlose Charge-Karten (z.B. von Barclaycard, Santander, Advanzia) die oftmals sogar weltweit kostenlose Bargeldverfügungen und bargeldlose Zahlungen anbieten, jedoch solltest du auch bei diesen Produkten sehr genau hinschauen: Oft kann man dort die Kreditkartenrechnung nur per Überweisung oder einmaligem Lastschrift-Soforteinzug zahlen. Das ist lästig und die Banken spekulieren darauf, dass der Kunde es nicht rechtzeitig macht. Und eben genau dann fallen erhebliche Sollzinsen an, die mitunter sogar erheblich über den regulären Zinsen für Dispo-Kredite liegen. Die Tendenz geht bei diesen Karten leider immer mehr in Richtung Teilzahlung. Trotz dieser Nachteile sind bestimmte Zahlungen, wie Flug- oder Mietwagenbuchungen oftmals nur mit Charge- oder Revolving-Cards möglich.

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Kreditkarte - Variante 2: Revolving-Card

Beim Stichwort Teilzahlung wären wir damit im Prinzip auch schon bei den so genannten Revolving-Karten. Dabei handelt es sich quasi um „echte“ Kreditkarten, bei denen im Gegensatz zu den Charge-Karten nicht einmal im Monat der vollständige offene Saldo per Lastschrift mit deinem Girokonto ausgeglichen wird. Bei revolvierenden Karten wird lediglich monatlich ein Teilbetrag – zum Beispiel 10 oder 15 Prozent des offenen Saldos – von deinem Girokonto eingezogen. Betrachtet man dieses Modell genauer, kann man im Prinzip von einer Warenfinanzierung sprechen. Der Unterschied ist, dass dir jedoch nicht der Händler sondern eben die Kreditkartengesellschaft die entsprechende Finanzierung einräumt. Ein Vorteil ist hier, dass Du nicht bei jedem Kauf erneut eine Bonitätsprüfung durchlaufen musst, die dann womöglich auch den Schufa-Score verschlechtert. Dennoch, revolvierende Kreditkarten sind sicherlich eine der größten Kostenfallen. Der Reiz ist hierbei groß, sich Dinge zu kaufen, die man sich eigentlich überhaupt nicht leisten kann. Und so häuft sich schnell ein größerer Schuldenberg auf, der entsprechend hoch verzinst wird. Für Selbstständige sind solche Kredite besonders problematisch, da sie nicht zwangsläufig über ein festes monatliches Einkommen verfügen, um diese Art von Krediten regelmäßig und zuverlässig zu bedienen. Wie auch bei der Charge-Karte kann die Revolving-Karte nur bestellt werden, sofern eine Schufa-Prüfung bei Beantragung positiv ausfällt. Das gilt für private und [Business-Karten] (/posts/business-kreditkarte) gleichermaßen.

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Prepaid-Card

Prepaid-Karten wirst du ganz sicher schon aus dem Mobilfunk-Bereich kennen. Das Prinzip ist hier vollkommen identisch. Du lädtst dein Kreditkartenkonto zum Beispiel per Überweisung oder Lastschrift auf und das Geld steht dann dort als verfügbares Guthaben zur Verfügung. Hier ist eine Verschuldung unmöglich, dementsprechend fallen natürlich auch keine Sollzinsen an. Für den Erwerb einer Prepaid-Kreditkarte ist somit auch keine Bonitätsprüfung und Gehaltsnachweise erforderlich. Damit eigenen sich diese Karten insbesondere für Minderjährige und natürlich für jeglichen Kundenkreis ohne geregeltes Einkommen. Mittlerweile ist es sogar möglich, solche Karten per Sofortüberweisung und Giropay aufzuladen, sodass das Guthaben unmittelbar für den Einkauf im Internet oder an Kassenterminals verfügbar ist. Allerdings muss man regelmäßig an die Aufladungen denken, sonst steht man im Zweifel im Laden an der Kasse und die Karte wird abgelehnt. Solche Szenen sind weniger angenehm, zudem kann das regelmäßige aufladen bzw. Guthabenkontrolle lästig sein und Zeit verbrauchen. Und wenn wir ehrlich sind – davon haben Selbstständige sowieso schon wenig. Prepaid-Karten geben Banken übrigens selten aus. Du findest sie jedoch häufig an Tankstellen.

Debit-Card

Wenn Du als Freelancer bereits Kontist nutzt, ist dir die Debit-Card ganz sicher schon begegnet. Du kannst mit ihr in Geschäften und im Internet bargeldlos zahlen und Bargeld an allen Geldautomaten abheben. Einzige Voraussetzung: Der Automat muss an das Mastercard-Netzwerk angeschlossen sein, was in der Regel auf die meisten Geldautomaten weltweit zutrifft. In einzelnen Ländern, wie beispielsweise China, gibt es eventuell bei Bargeldverfügungen Probleme, da Mastercard hier nicht so verbreitet ist, wie das chinesische System UnionPay. Dennoch, wenn Du beispielsweise von einem Filialbank-Konto zu Kontist umsteigst, wirst Du hier am wenigsten Unterschiede bemerken, da hier wie auch bei den bereits bekannten Girocards der offene Saldo sofort mit dem Girokonto verrechnet wird. Sofern dein Girokonto nicht mit einem Dispo-Kredit ausgestattet ist, kannst Du dich also mit einer Debit-Card wie auch mit der zuvor genannten Prepaid-Card nicht verschulden. Dazu kommt eine sehr gute Übersicht zu den Ausgaben, denn moderne Smartphone-Konten wie Kontist benachrichtigen dich bei Nutzung der Mastercard sofort per Push-Mitteilung. Eine ziemlich praktische Angelegenheit, die mir persönlich schon oft geholfen hat, meine Ausgaben in den Griff zu bekommen.

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Fazit: Ein kostenlose Debit-Card ist perfekt

Eine kostenlose Debit-Card ist (nicht nur für Freelancer) aus meiner Sicht die perfekte Lösung, bzw. ein guter Kompromiss aus Charge und Prepaid-Karte ohne die Gefahr einer Verschuldung sowie der Belastung mit überhöhten Sollzinsen. Erstens werden alle Umsätze zeitnah deinem Girokonto belastet, womit Du deine Ausgaben perfekt im Blick hast. Ich persönlich fühle mich im Hinblick auf meine Finanzen wesentlich sicherer, wenn mein Konto regelmäßig und nicht nur einmal im Monat mit einem größeren Betrag belastet wird. Im Gegensatz zur Prepaid-Karte musst Du die Debit-Karte auch nicht regelmäßig umständlich aufladen – Du bist also jederzeit „flüssig“. Der größte Vorteil der Debit-Karte ist, dass sie im Prinzip wie die altbekannte deutsche Girokarte funktioniert – im Gegensatz dazu aber weltweit – auch im Internet – einsetzbar ist. Ein großer Haken war bisher, dass viele Händler nicht gerne Kreditkarten akzeptierten, da bei deren Nutzung ein gewisser Betrag pro Umsatz an Gebühren anfiel. Diese so genannte Interbankenentgelt – auch Interchange-Fee genannt – machte sich für Händler vor allem bei kleinen Zahlbeträgen bemerkbar. Mittlerweile hat die Europäische Union hier für deutliche Verbesserungen gesorgt, weshalb immer mehr Händler Visa und Mastercard akzeptieren. Hinzu kommt, dass gerade viele neue Smartphone-Banken – darunter ebenso Kontist – nur noch Visa- und Mastercards ausgeben und damit viel mehr Menschen über eine solche Karte verfügen. Von daher gehe ich davon aus, dass die klassische deutsche Girokarte immer mehr an Bedeutung verliert, zumal sie nicht wirklich für Zahlungen im Internet taugt und international keine große Rolle spielt. Übrigens, ein kleiner Tipp noch zum Schluss. Vielleicht brauchst Du auch nicht unbedingt eine Plastik-Kreditkarte, wenn Du hauptsächlich im Internet bezahlst. Dafür gibt es bei Kontist ebenfalls eine sehr elegante Lösung: Nämlich eine virtuelle Debit-Mastercard, die mit einer Kartennummer und einem CVC-Code ausgestattet ist. Sie funktioniert also im Grunde genommen wie eine gewöhnliche Kreditkarte – nur eben ohne Verschuldungsrisiko, Sollzinsen und das sogar vollkommen kostenlos.