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Was hat es mit der Schufa-Auskunft auf sich?

Wenn du schon mal eine Wohnung mieten, einen Handyvertrag abschließen oder einen Kredit aufnehmen wolltest, kamst du bereits mit ihr in Berührung: Der Schufa. Sie ist Deutschlands größter Auskunftgeber über die Kreditwürdigkeit von Privatpersonen und für viele Banken und Unternehmen erste Anlaufstelle, um die Bonität ihrer Kunden und Geschäftspartner zu überprüfen.

Wie die Schufa funktioniert, welche Daten sie über dich speichert und was es mit dem Schufa-Score auf sich hat, erfährst du in diesem Blogartikel.

Was ist die Schufa?

Die Schufa speichert alle essentiellen Daten zu deinem Zahlungsverhalten und gibt auf Basis der gesammelten Informationen Prognosen zu deinem künftigen Zahlungsverhalten ab. Das ist eine Art Service für Unternehmen und Banken, die vor Vertragsabschluss mit einem Kunden eine sichere Bonitätsauskunft bekommen möchten. Die Schufa ist somit Instrument zur Bestimmung deiner Bonität.

Darf jeder meine Schufa-Daten einsehen?

Bevor deine Daten gespeichert und durch deine Vertragspartner eingesehen werden dürfen, musst du deine ausdrückliche Erlaubnis erteilen. Nur dann darf dein Vertragspartner Schufa-Auskünfte über dich einholen. In der Regel erteilst du deine Erlaubnis mit deiner Unterschrift unter einem Vertrag oder durch das Akzeptieren von AGBs durch Klick auf einer Website.

Was ist der Schufa-Score?

Die Schufa berechnet auf Basis der gespeicherten Daten für jeden Verbraucher einen Score, der Auskunft zur Bonität geben soll. Dieser Score liegt zwischen 0 und 100 Prozent, wobei ein Score von 100 Prozent bedeutet, dass ein Zahlungsausfall komplett ausgeschlossen werden kann.

Meist liegt der Schufa-Score zwischen 80 und 98 Prozent. Dass man keinen Score von 100 Prozent vorweisen kann, ist keine Schande und sogar üblich. Denn mit jeder Kreditaktivität verändert sich der Score. Es muss also kein Zahlungsausfall stattgefunden haben, um einen Schufa-Score von weniger als 100 Prozent vorweisen zu können.

Keine Sorge: Unternehmen wie Mobilfunkanbieter, aber auch die Banken, wissen über diese Tatsache und werden dir keinen Vertrag und auch kein Konto verweigern, wenn dein Score nicht bei 100 Prozent liegt.

Wie bewertet die Schufa mein Zahlungsverhalten?

Zur Vorgehensweise der Schufa zur Ermittlung des Schufa-Scores, gibt es die wildesten Spekulationen. Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass nicht nur die Zahlungsmoral des Verbrauchers eine Rolle zur Berechnung seines Schufa-Scores spiele, sondern auch Faktoren wie die Wohngegend, das Alter, der Beziehungsstatus und das Geschlecht Einfluss auf den Score nehmen.

Die Schufa selbst schreibt auf ihrer Website:

„Scorewerte, die wir zu Verbrauchern berechnen, basieren auf den zu Ihrer Person bei der SCHUFA gespeicherten Daten, wie zum Beispiel die Anzahl und Art der Kreditaktivitäten, etwaige Zahlungsausfälle oder Informationen darüber, seit wann Sie schon Erfahrungen im Umgang mit Kreditgeschäften gesammelt haben .

Aufgrund unseres besonderen Datenbestandes mit kreditrelevanten Informationen führen wir standardmäßig – das heißt bei 99,7 Prozent aller Scoreberechnungen – kein Geoscoring durch. Es spielt keine Rolle, ob Sie in einer „guten“ oder „weniger guten“ Gegend wohnen. Lediglich in wenigen Ausnahmefällen – nämlich wenn uns zu einer angefragten Person keinerlei Informationen vorliegen – greifen wir auf Adressdaten zurück – und nur dann wenn dies von unserem Kunden explizit gewünscht wird.“*

Die Schufa speichert zudem, neben deinen zuletzt abgeschlossenen Verträgen und aktiven Konten, deine persönlichen Angaben wie Name, Geburtsdatum und Geschlecht. Informationen zu deinem Einkommen und zu deiner beruflichen Tätigkeit sollen dagegen nicht bei der Schufa gespeichert sein.

Was die Schufa nicht speichert

In der Datei der Schufa sind keine Daten zu deiner aktuellen persönlichen Situation abgespeichert. Auch dein Einkommen und dein Job sind nicht hinterlegt. So kann es sein, dass du trotz einer guten Einkommenssituation und eines sicheren Jobs einen schlechten Schufa-Score hast.

Ein Großteil deiner Daten wird bei der Schufa drei Jahre gespeichert. Eine Privatinsolvenz wird bis zu vier Jahre nach überstehen der Privatinsolvenz vermerkt.

Wie kann ich meinen Schufa-Score kostenfrei abfragen?

Du hast die Möglichkeit, deinen Score einmal jährlich kostenfrei abzufragen. Du erhältst dann eine ausführliche Selbstauskunft in Papierform per Post zugeschickt, die du auch als Bonitäts- Nachweis für deinen Vermieter vorlegen kannst. In der Selbstauskunft findest du jeden deiner aktuellen Schufa-Einträge und natürlich deinen aktuellen Schufa-Score. So bekommst du deine kostenfreie Schufa-Auskunft Das Einholen der kostenlosen Selbstauskunft ist nicht so einfach. Denn die Schufa hat in erster Linie das Ziel, sich für die Bereitstellung deiner Selbstauskunft etwas zahlen zu lassen (was auch möglich ist und sein Für und Wider hat – aber dazu später mehr). Wenn du deine kostenfreie Schufa-Auskunft anfordern möchtest, musst du zunächst ein Bestellformular ausfüllen, das du auf der Website der Schufa findest. Diesem Formular legst du eine Kopie deines Personalausweises bei und sendest alles zusammen in einem Brief an die Schufa. Innerhalb weniger Wochen bekommst du dann deinen aktuellen Schufa-Score mit den Abfragen der Schufa-Vertragspartner aus den letzten 12 Monaten zugesandt.

Schufa-Auskunft bestellen – Pro und Contra

Der entscheidende Nachteil bei der kostenfreien Abfrage des Schufa-Scores: Bis du deinen Score erfährst, können mehrere Tage bis Wochen vergehen. Oft braucht man den Score jedoch kurzfristig. Etwa, wenn man eine Wohnung mieten möchte und der Vermieter eine Schufa-Auskunft verlangt. Um die Wohnung nicht an andere Mitbewerber zu verlieren, muss der Score schnell her. Und das geht: Wenn du dir deine Schufa-Auskunft kaufst. Zur schnellen Abfrage des Scores stellt die Schufa verschiedene Pakete zur Verfügung. Der Klassiker ist die Schufa-Bonitätsauskunft , die eine Auskunft zur Weitergabe (z.B. für den Vermieter) und eine detaillierte Auskunft für den eigenen Bedarf enthält. Alternativ gibt es das Paket meineSCHUFA kompakt , mit dem du deinen aktuellen Schufa-Score jederzeit online abfragen kannst. So praktisch diese Pakete sind – sie kosten Geld, das man sich durchaus sparen kann. Wenn du deine Selbstauskunft also nicht schnellstmöglich brauchst, fordere deine Auskunft am besten über den kostenfreien Weg an.

Wie entsteht eine Schufa-Bewertung?

Wenn ich einen Blick auf meinen aktuellen Schufa-Score werfe, sind dort Anfragen von Online-Shops, bei denen ich auf Rechnung bestellt habe, sowie Anfragen von meinen Energieversorgern und von meinem Telekommunikationsanbieter hinterlegt. Auch mein Girokonto und meine Kreditkarte sind gespeichert. All diese Daten zieht die Schufa zur Berechnung des Scores heran. Wie genau sie dabei vorgeht, ist jedoch nicht bekannt.

Die Schufa selbst schreibt zu diesem Thema:

„Mit Hilfe von Scoringverfahren wird anhand von gesammelten Erfahrungen aus der Vergangenheit eine möglichst zuverlässige Prognose für die Zukunft erstellt. Es geht um die Frage: „Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein bestimmtes Ereignis eintritt?“ Um Eintrittswahrscheinlichkeiten möglichst genau zu prognostizieren werden zum Beispiel in der Medizin, der Meteorologie oder im Versicherungswesen dazu relevante Daten erfasst und statistisch ausgewertet. Darauf basierend werden dann Prognosemodelle erstellt.“

Welche Beurteilungskriterien gibt es?

Die Formel, die die Schufa zur Berechnung deines Scores heranzieht, ist geheim. Diese Tatsache wird von vielen kritisch gesehen. Nicht zuletzt, da in der Formel auch Schätzungen eine Rolle spielen sollen, deren Aussagekraft als fragwürdig angesehen wird.

Auch wenn nicht gänzlich klar ist, wie der Schufa-Score berechnet wird, so gibt es doch einige bekannte Faktoren, die Einfluss auf den Score nehmen. Dazu gehören:

  • Mobilfunkverträge und Kredite , die du nicht bedienen kannst, können zu einem negativen Schufa-Eintrag führen. Befindest du dich in einem Vollstreckungsverfahren , ist ein negativer Schufa-Eintrag sehr wahrscheinlich.
  • Häufige Wohnungs- und Bankenwechsel sollen sich ebenfalls negativ auf den Score auswirken. Ob an dieser These wirklich etwas Wahres dran ist, ist aber nicht mit Sicherheit geklärt.
  • Zahlst du die monatlichen Raten deiner Kredite /deine Kredits zuverlässig ab, wirkt sich das positiv auf deinen Score aus.
  • Vorzeitige Rückzahlungen können ebenfalls zu einem verbesserten Schufa-Ranking verhelfen.
  • Wenn du häufig im Dispo bist, besteht die Möglichkeit, dass dein Schufa-Score sinkt.

Was kann ich bei einer negativen Schufa-Auskunft tun?

Findest du in deiner Selbstauskunft einen negativen, aber unzutreffenden Schufa-Eintrag , kannst du eine Löschung desselben beantragen. Das geht über ein formloses Anschreiben an die Schufa selbst (SCHUFA Holding AG Privatkunden ServiceCenter, Postfach 103441, 50474 Köln). Hast du dagegen einen selbstverschuldeten negativen Schufa-Eintrag , sieht die Sache schwieriger aus. Diesen bekommst du, wenn du deiner Verpflichtung zu einer Zahlung trotz Zahlungserinnerungen und Mahnungen nicht nachkommst und ein Vollstreckungsbescheid bei dir im Briefkasten landet. Sobald du der Forderung des Gläubigers nachkommst und die offene Rechnung bezahlst, kannst du mit einer Bestätigung des Gläubigers deine Eintragung im Schuldnerregister des Amtsgerichts entfernen lassen. Nur wenn dieser Eintrag gelöscht ist, sind die Bedingungen für eine Entfernung des negativen Schufa-Eintrags geschaffen. Die Schufa wird innerhalb von vier Wochen über die Löschung des Eintrags aus dem Schuldnerregisters informiert. Sollte der negative Eintrag dennoch nicht aus deinem Schufa-Ranking verschwinden, kannst du dich über den aktuellen Bearbeitungszustand direkt bei der Schufa informieren.

Weshalb ist die Schufa wichtig?

Ein guter Schufa-Score spielt für dich als Verbraucher eine wichtige Rolle. Schließlich entscheidet dein Ranking unter anderem darüber, ob du einen Kredit bekommst, eine Wohnung mieten kannst oder ob du einen Handyvertrag abschließen darfst. Die Schufa ist also ein wirksames Mittel für Unternehmen, deine Zahlungsfähigkeit einschätzen zu können. Sie gibt Auskunft über deine Bonität. Der Vorteil für dich: Du kannst mit einem guten Schufa-Ranking deine Zahlungsfähigkeit nachweisen. Andererseits kann eine aus Versehen vergessene Rechnung einen negativen Eintrag bedeuten, der wiederum dazu führen kann, dass dich Privatpersonen wie auch Unternehmen als Vertragspartner ablehnen. Für Unternehmen ist die Schufa dagegen eine - mehr oder weniger – zuverlässige Quelle, um die Bonität ihrer Geschäftspartner einschätzen und vor Vertragsabschluss einlenken zu können. Zudem können sie Kunden, die nach unbekannt verzogen sind, ausfindig machen. Etwa wenn noch offene Forderungen bestehen oder der Kunde noch Guthaben, etwa in Form von Sparbüchern, bei einer Bank hat.