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Die Einkommensteuererklärung steht mal wieder an? Wir erklären dir die wichtigsten Fakten.

Als Selbst√§ndiger hast du mit vielen Steuerarten zu tun und musst eine ganze Reihe von Steuererkl√§rungen abgeben. In diesem Artikel soll es um die ‚ÄúMutter aller Steuererkl√§rungen‚ÄĚ gehen: Die Einkommensteuererkl√§rung.

Gerade f√ľr Selbst√§ndige ist die Einkommensteuererkl√§rung von gro√üer Bedeutung, da du als Gr√ľnder, Freelancer oder Unternehmer keine regelm√§√üigen Steuerabz√ľge in der Gehaltsabrechnung hast und dich selbst um die Bezahlung k√ľmmern musst.

Diese Lohnsteuerabz√ľge von Angestellten sind Vorauszahlungen auf die Einkommensteuer. Das besondere daran: Die Lohnabz√ľge haben abgeltenden Charakter. Das hei√üt als Angestellter musst du keine Einkommensteuererkl√§rung machen und kannst mit den Abz√ľgen in der Gehaltsabrechnung ‚Äúeinverstanden‚ÄĚ sein. Eine genaue Berechnung der Steuer findet dann nicht statt.

Als Selbständiger hast du diese Möglichkeit leider nicht. Du musst jährlich eine Einkommensteuererklärung erstellen und quartalsweise eine Vorauszahlung auf deine Einkommensteuer leisten.

Die Termine f√ľr die Vorauszahlungen sind: 10. M√§rz, 10. Juni, 10. September und 10. Dezember.

Genau bei diesem Problem hilft dir √ľbrigens Kontist. Mit unserer App beh√§ltst du immer einen √úberblick √ľber deine Einnahmen und du wei√üt, wie viel du f√ľr die Steuer zur√ľcklegen solltest.

Hinweis: Wenn du mit einer eigenen UG oder GmbH selbst√§ndig bist, gilt der folgende Text nur sehr eingeschr√§nkt f√ľr dich. Du bist dann Inhaber (= Gesellschafter) einer Kapitalgesellschaft und bist ggf. zus√§tzlich in deiner eigenen Gesellschaft angestellt. Du bist steuerrechtlich also Arbeitnehmer.

Auch deine Gesellschaft muss keine Einkommensteuererkl√§rung machen. Die ‚ÄúEinkommensteuer der Kapitalgesellschaften‚ÄĚ hei√üt K√∂rperschaftsteuer und hat andere Berechnungen und Vorschriften, die ich hier nicht ansprechen werde.

Was ist die Einkommensteuererklärung?

Mit der Einkommensteuer wird das Einkommen aller in Deutschland Lebenden besteuert.

W√§hrend die Umsatzsteuer auf Ums√§tze entf√§llt und nur von Unternehmen gezahlt werden muss, ist jeder, der in Deutschland lebt, grunds√§tzlich verpflichtet Einkommensteuer zu zahlen. Die Staatsb√ľrgerschaft spielt dabei keine Rolle.

Im Einkommensteuergesetz gibt es eine Aufz√§hlung von sieben Einkunftsarten, die versteuert werden m√ľssen. Das sind unter anderem Eink√ľnfte aus selbst√§ndiger Arbeit, aus nichtselbst√§ndiger Arbeit, Landwirtschaft oder Vermietung.

Wenn ein Einkommen nicht diesen sieben Kategorien zugeordnet werden kann, musst du auch keine Steuer auf dieses Einkommen zahlen. Das wohl ber√ľhmteste Beispiel sind Lottogewinne, die nicht versteuert werden m√ľssen. Es ist wenig √ľberraschend, dass diese Ausnahmen √§u√üerst selten sind. Du kannst also davon ausgehen, dass dein gesamtes Einkommen versteuert werden muss.

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Achtung: H√§ufig werden die Begriffe Einkommen und Einnahmen verwechselt. Einnahmen sind die Betr√§ge, die auf deinem Konto ankommen. Wenn du von den Einnahmen deine Kosten abziehst, bleibt dein Einkommen √ľbrig. Nur dieser Betrag wird mit der Einkommensteuer belastet.

Bevor du als Selbständiger deine Einkommensteuererklärung machen kannst, musst du dein Einkommen (= deinen Gewinn) berechnen.

Anschlie√üend rechnest du in der j√§hrlichen Einkommensteuererkl√§rung alle Eink√ľnfte zusammen und hast die M√∂glichkeit bestimmte private Ausgaben steuermindernd geltend zu machen.

Diese Ausgaben hier abschlie√üend aufzuz√§hlen, w√ľrde den Rahmen sprengen. Du hast aber wahrscheinlich schon h√§ufig geh√∂rt, dass du dieses oder jenes von der Steuer absetzen kannst. Das beginnt bei Krankheitskosten und Fahrten zur Arbeit und geht √ľber Versicherungsbeitr√§ge zu Spenden und Unterhaltszahlungen an die Exfrau.

Dieses ‚ÄúDas kannst du von der Steuer absetzen‚ÄĚ bezieht sich fast immer auf die Einkommensteuererkl√§rung.

Einen √úberblick √ľber die abziehbaren Kosten bekommst du unter anderem in einem neuen Artikel auf stern.de.

In der Einkommensteuererkl√§rung listest du also alle Eink√ľnfte auf und hast die M√∂glichkeit bestimmte private Kosten anzugeben. Das Ergebnis ist das zu versteuernde Einkommen. Dieses Einkommen multiplizierst du mit deinem pers√∂nlichen Steuersatz, um die H√∂he deiner Steuer zu berechnen.

Dieser Betrag ist die Summe, die du insgesamt an das Finanzamt √ľberweisen musst. Da du aber hoffentlich regelm√§√üige Vorauszahlungen an das Finanzamt geleistet hast, musst du die Vorauszahlungen noch von dem Gesamtbetrag abziehen. Wenn du Gl√ľck hast (bzw. wenn du zu viel vorausgezahlt hast), ergibt sich ein negatives Ergebnis und du bekommst Geld vom Finanzamt wieder.

Warum die Steuervorauszahlungen so wichtig sind, kannst du √ľbrigens in einem meiner letzten Artikel nachlesen: Die gr√∂√üte Steuerfalle f√ľr Selbst√§ndige ‚Äď Wie nachtr√§gliche Steuervorauszahlungen deine Insolvenz bedeuten k√∂nnen

Wer muss eine Einkommensteuererklärung abgeben?

Grundsätzlich muss jeder Steuerpflichtige in Deutschland eine Einkommensteuererklärung abgeben.

Wie schon erw√§hnt, reichen bei Angestellten die Lohnsteuerabz√ľge aus und das Finanzamt fordert keine separate Einkommensteuererkl√§rung, wenn du nur Angestellter bist.

Gleiches gilt √ľbrigens f√ľr Menschen, die nur Eink√ľnfte aus Kapitalverm√∂gen haben. Solltest du also zu den gl√ľcklichen Menschen geh√∂ren, die ihren Lebensunterhalt durch Zinseinnahmen oder Dividenden bestreiten, brauchst du auch keine Einkommensteuererkl√§rung machen - auch die Kapitalertragsteuer hat abgeltenden Charakter.

Solltest du noch andere Eink√ľnfte haben, bist du verpflichtet, eine Einkommensteuererkl√§rung zu machen. Da du als Selbst√§ndiger immer Eink√ľnfte aus selbst√§ndiger oder gewerblicher Arbeit hast, kommst du um diese Arbeit leider nicht herum. Auch nicht, wenn du nur nebenberuflich selbst√§ndig bist.

Wann lohnt es sich eine Steuererklärung zu machen?

Die Frage stellt sich logischerweise nur f√ľr Angestellte oder Menschen mit ausschlie√ülich Kapitaleink√ľnften. Alle anderen m√ľssen eine Einkommensteuererkl√§rung abgeben - unabh√§ngig davon, ob es sich finanziell lohnt.

Als Arbeitnehmer darfst eine Einkommensteuererklärung abgeben, wenn du das möchtest. Das macht immer dann Sinn, wenn du hohe private Ausgaben (Sonderausgaben, Werbungskosten oder außergewöhnliche Belastungen) hast, die du absetzen kannst.

Diese Ausgaben sind in den regelm√§√üigen Gehaltsabrechnungen noch nicht ber√ľcksichtigt und sorgen somit f√ľr eine Steuererstattung.

Wann muss die Einkommensteuererklärung gemacht werden?

Die Deadline f√ľr die Einkommensteuererkl√§rung ist immer der 31. Mai des Folgejahres. Die Steuererkl√§rung 2017 muss also bis zum 31. Mai 2018 abgegeben werden.

Es ist zwar nicht empfehlenswert diese Frist zu √ľberschreiten, aber in der Regel passiert nichts, wenn du deine Steuererkl√§rung etwas sp√§ter abgibst.

F√ľr Steuerberater bzw. f√ľr Selbst√§ndige, die von einem Steuerberater vertreten werden, gilt eine andere Frist. In diesem Fall hast du das gesamte folgende Jahr Zeit deine Einkommensteuererkl√§rung abzugeben. Die Steuererkl√§rung 2017 muss also erst bis zum 31. Dezember 2018 eingereicht werden.

Der Grund ist relativ simpel: Stell dir einmal vor du w√§rst Steuerberater und m√ľsstest bis Ende Mai alle Steuererkl√§rungen fertig machen. Du w√§rst ziemlich im Stress. Und ab Juni kannst du dann in den Weihnachtsurlaub gehen, weil ja erst im neuen Jahr die n√§chsten Steuererkl√§rungen f√§llig werden. Da es ungerecht w√§re, wenn Steuerberater so viel Urlaub h√§tten, gibt es f√ľr sie die anderen Fristen.

Angestellte, die ihre Steuererklärung freiwillig abgeben, haben vier Jahre Zeit ihre Unterlagen beim Finanzamt abzugeben.

Wie erstellt man eine Einkommensteuererklärung?

Die einfachste Methode ist es den Schuhkarton mit den unsortierten Belegen zum Steuerberater zu tragen. Oder wenn dein Steuerberater schon im 21. Jahrhundert angekommen ist, kannst du ihm deine Belege einfach einscannen und er k√ľmmert sich um den Rest. Das ist aber leider auch die teuerste Variante.

Inzwischen gibt es es eine ganze Reihe von guten Programmen, die intuitiv zu bedienen sind und mit denen die Einkommensteuererkl√§rung recht leicht zu erledigen ist. F√ľr empfehlenswert halte ich zum Beispiel die SteuerSparErkl√§rung von der Akademischen Arbeitsgemeinschaft , mit der ich schon seit Jahren meine Steuererkl√§rung erstelle.

Solche Programme kosten maximal 50 Euro, leiten dich in Dialogform durch alle Formulare der Steuererklärung und erinnern dich an den richtigen Stellen an die Ausgaben, die du absetzen kannst.

Wichtig f√ľr alle Selbst√§ndigen: Die Steuererkl√§rung ist nicht identisch mit deiner Buchhaltung. Auch wenn du deine Buchhaltung nur f√ľr deine Steuererkl√§rung machst, ist es nicht das gleiche. Deine Buchhaltung und deinen Jahresabschluss (Einnahmen-√úberschuss-Rechnung oder Bilanz + Gewinn- und Verlustrechnung) musst du vorher machen, da du in deiner Einkommensteuererkl√§rung das Ergebnis (also den Gewinn oder Verlust) eintragen musst.

Brauche ich einen Steuerberater?

Ob du einen Steuerberater brauchst, musst du selbst entscheiden. Eine gesetzliche Steuerberaterpflicht gibt es nicht, du darfst auch alles alleine machen.

Bei der Frage solltest du aber nicht nur die Kosten im Blick haben, sondern auch die Zeit, die du durch einen Steuerberater einsparst. Wenn du kein Zahlenmensch bist und dir bei dem Wort Steuererkl√§rung schon √ľbel wird, solltest du die ganze Arbeit einfach abgeben und in der Zeit etwas machen, dass dir Spa√ü macht und mehr Umsatz bringt.

Wenn du etwas mehr zum Thema Steuerberater & die entstehenden Kosten erfahren möchtest, lies unseren Blog Artikel Mit welchen Kosten muss ich bei einem Steuerberater rechnen? .

Mein Tipp als gelernter Steuerfachangestellter, wenn du alles abgeben m√∂chtest: Lass deine Buchhaltung von einem Buchhaltungsb√ľro machen und den Jahresabschluss + Steuererkl√§rung von einem Steuerberater. Buchhalter sind in der Regel g√ľnstiger als Steuerberater, d√ľrfen rechtlich aber keine Jahresabschl√ľsse und Steuererkl√§rungen erstellen.

Mein Tipp, wenn du es lieber selbst machen möchtest: Mach deine Buchhaltung und deinen Jahresabschluss mit unserem Kooperationspartner Debitoor und erstell deine Einkommensteuererklärung mit der SteuerSparErklärung.

Tipps f√ľr deine Steuererkl√§rung

Vor einiger Zeit habe ich einen Artikel √ľber die 13 besten Steuertipps f√ľr Selbst√§ndige zum Jahresende geschrieben. Das Jahr ist zwar schon vor√ľber, aber es gibt auch jetzt nach Jahresablauf noch einige Tipps, die du ber√ľcksichtigen kannst, um weniger Steuern zu zahlen.

Altersvorsorge

Die private Altersvorsorge wirkt sich immer st√§rker auf die Einkommensteuer aus. Der H√∂chstbetrag ist in diesem Jahr von 20.000 Euro auf 22.767 Euro angestiegen, bei Ehepaaren liegt der neue H√∂chstbetrag bei 45.534 Euro (vorher: 40.000 Euro). Dieser Betrag kann zu 82 Prozent ber√ľcksichtigt werden (also 18.669 Euro bzw. 37.338 Euro). Ansetzen kannst du alle Beitr√§ge in die gesetzliche Rentenversicherung, Versorgungseinrichtungen, Alterskassen und die R√ľrup-Rente.

In meinem Artikel √ľber die Altersvorsorge f√ľr Selbst√§ndige kannst du weitere Details nachlesen.

Krankheitskosten

Dass du die Kosten absetzen kannst, die zur Erhaltung deiner Gesundheit entstanden sind, ist nichts Neues. Allerdings wird dieser Posten immer wieder vergessen, da er meistens nur unregelm√§√üig auftritt. Am besten hebst du alle Belege auf, die du von Apotheken, √Ąrzten, Physiotherapeuten, Optikern usw. bekommst.

In der Steuererklärung gehört dieser Posten zu den außergewöhnlichen Belastungen.

Haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerrechnungen

Auch die Kosten f√ľr haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerrechnungen werden immer wieder vergessen. Dabei k√∂nnen diese Ausgaben f√ľr eine richtig gro√üe Steuererstattung sorgen, da sie zu 20% direkt von der Steuerschuld abgezogen werden k√∂nnen. Wir reden also nicht von irgendeiner Form des ‚Äúvon der Steuer absetzen‚ÄĚ. Die Kosten werden ganz unten von der Steuer abgezogen, die du zahlen musst.

Da es diese Regelung vor allem deshalb gibt, weil der Staat Schwarzarbeit bekämpfen möchte, sollten die Rechnungen immer per Überweisung beglichen werden. Barzahlungen werden normalerweise nicht anerkannt.

Reisekosten

F√ľr die meisten Selbst√§ndigen hat die Reisekostenabrechnung einen √§hnlich hohen Entertainment-Faktor wie die Einkommensteuererkl√§rung selbst und wird deshalb gar nicht gemacht.

Doch wenn du beruflich viel unterwegs bist, solltest du unbedingt diese nervigen Abrechnungen erstellen, da sie dir bares Geld bringen. Insbesondere die Verpflegungsmehraufwendungen werden immer wieder vergessen. Sobald du mindestens 8 Stunden ausw√§rtig t√§tig bist, kannst du eine Ausgaben-Pauschale ansetzen - unabh√§ngig davon, ob du wirklich etwas gegessen hast. Dieses ‚ÄúGeschenk‚ÄĚ solltest du annehmen, wenn es dir schon angeboten wird.

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