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Wie du als Dolmetscher und Übersetzer in die Selbständigkeit startest

Nina Sickinger

Freelance Editor

12. Apr. 2021

Raus aus der Festanstellung - rein in die Selbständigkeit. Auch wenn die Zeiten momentan schwierig sind und deswegen viele eher nicht das Ziel verfolgen, sich gerade jetzt selbständig zu machen, geht es heute wieder weiter mit unserer Reihe "selbständig machen als..." Denn irgendwann wird es ganz bestimmt wieder besser und selbst, wenn dies noch ein bisschen dauert, ist die Zeit vielleicht genau jetzt reif für Visionen, Pläne oder auch schon die ersten Schritte. Dann kannst du nämlich durchstarten, wenn die derzeitige Krise vorüber ist.

Wir haben uns dieses Mal die Bereiche "Dolmetscher und Übersetzer" herausgesucht und stellen dir wie immer vor, wie das funktioniert, was dabei zu beachten ist und warum das ein Beruf mit Zukunft ist. 

Doch bevor es ins Detail zu den einzelnen Berufsfeldern geht, zunächst ein paar Unterschiede und ein paar Gemeinsamkeiten - das zeichnet beide nämlich aus: 

Im allgemeinen Sprachgebrauch werden die Begriffe Dolmetscher und Übersetzer meist synonym verwendet. Das ist aber nicht korrekt. Denn sie sind zwar verwandt, beide Berufe unterscheiden sich aber auch. 

  • Beiden gemein ist zwar, dass professionelle Sprachkenntnisse in Wort und Schrift und fachliches Wissen als wichtigste Voraussetzungen erforderlich sind. Allerdings gibt es einen wesentlichen Unterschied bezüglich der erforderlichen Kompetenzen: Als Dolmetscher übersetzt du gesprochene Sprache und das in direktem, zeitlichem Zusammenhang - wohingegen es als Übersetzer um das geschriebene Wort geht und das meist über einen längeren Zeitraum hinweg.

    Des weiteren ist für Dolmetscher professionelles Können der Ausgangs- und der Zielsprache (in die übersetzt wird) unabdingbar, da diese Berufsgruppe ohne Hilfsmittel häufig unmittelbar in beide Richtungen übersetzen muss. Profi-Übersetzer arbeiten dagegen im wesentlichen in eine Richtung, sollten aber dennoch ebenfalls beides beherrschen. 
  • Sowohl die Berufsbezeichnung Dolmetscher als auch die des Übersetzers ist in Deutschland nicht geschützt und es gibt keine besonderen gesetzlichen Regelungen. Das bedeutet, jeder kann sich Dolmetscher beziehungsweise Übersetzer nennen und als solcher arbeiten - natürlich unter der Voraussetzung der erforderlichen fachlichen Qualifikationen. 
  • Die wichtigste Gemeinsamkeit aber ist die der steuerlichen Zuordnung. Denn nach Paragraph 18 des Einkommenssteuergesetzes zählen sowohl Dolmetscher als auch Übersetzer zu den so genannten Katalog- bzw. Freien Berufen. Das bedeutet, du übst diese Berufe freiberuflich aus, brauchst keine Gewerbeanmeldung, zahlst ergo auch keine Gewerbesteuer und benötigst keine Pflicht-Mitgliedschaft in der IHK. Darüber hinaus reicht die einfache Buchführung mittels einer Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR), eine Bilanzierungspflicht entfällt.

    Als Voraussetzung für die selbständige Tätigkeit musst du dich beim Finanzamt anmelden, das die Einstufung deiner Tätigkeit als Freier Beruf vornimmt und dir eine Steuernummer zuteilt. Dazu ist ein formloser Antrag mit der Beschreibung deines Vorhabens ausreichend. Nach Erhalt der Steuernummer kannst du dann sofort Rechnungen schreiben.

    Als Ausnahme gilt hier allerdings: Möchtest du auch Dienstleistungen Dritter anbieten, werden Einkünfte aus diesen Vermittlungstätigkeiten steuerlich als gewerbliche Tätigkeit angesehen und fallen dann nicht mehr unter die Freiberuflichkeit. Du wirst mit deinen Tätigkeiten insgesamt beiden Kategorien zugerechnet werden. In diesem Fall ist es möglich entweder ein Gewerbe anzumelden, was bedeutet, dass sämtliche Einkünfte der Gewerbesteuer zuzurechnen sind.

    Oder du trennst die unterschiedlichen Tätigkeiten steuerlich voneinander. Dann könntest du die Anerkennung als Freiberufler behalten. Und noch eine Schwierigkeit kommt ins Spiel: Übersetzungen zählen zwar je nach Tätigkeit zu den freiberuflichen Kunst- und Kulturberufen. Es kann aber auch Tätigkeiten in diesem Zusammenhang geben, die nicht dazu zählen. Letztlich entscheidet immer das Finanzamt darüber, welche deiner angestrebten Tätigkeiten zu den Freien Berufen zählen und welche nicht. Deswegen ist eine Gewerbepflicht nie absolut auszuschließen. 

Nochmal zur Vertiefung:


Voraussetzung für die Anerkennung der Freiberuflichkeit ist, dass du anhand deines Könnens und deiner Kenntnisse dein Business in Eigenregie leitest, die Arbeit selber ausübst und auch selber kontrollierst. Würdest du externe Übersetzer beauftragen, beispielsweise für Aufträge in einer Sprache, die du nicht selber beherrscht, dann würde dies gegen eine Freiberuflichkeit sprechen. Warum? Weil dann die Annahme besteht, dass du diese "Extern-Übersetzungen" fachlich nicht kontrollieren kannst.

Sobald du also nicht in der Lage bist, alle oder gewisse Leistungen selber zu erbringen, fällst du aus der Freiberuflichkeit bzw. werden freiberufliche und die dann einem Gewerbe zuzurechnenden Anteile steuerlich getrennt. Das gleiche ist auch der Fall, wenn du zum Beispiel zusätzliche Leistungen anbieten möchtest, die deine eigentliche, freiberufliche Kompetenz übersteigen.

Dies kann schnell passieren, wenn deine Auftraggeber weitergehende Leistungen voraussetzen oder erwarten und du unter dem Druck stehst, diese entweder zu erfüllen oder den Kunden zu verlieren. Diese Extraleistungen - je nach Art - könnten dann ebenfalls Gewerbepflichtig sein. 

Hier gibt es noch mehr zum Thema Freiberuflichkeit: Alles was du zu Freiberuflichkeit wissen solltest.

Selbständig als Dolmetscher - wie sich diese Tätigkeit definiert

Die Tätigkeiten eines Dolmetschers sind vielfältig und sehr interessant. Denn je nachdem, wo und in welcher Sprache du diesen Job ausübst, kommst du mit spannenden Leuten aus aller Welt in Kontakt. Die Hauptaufgabe eines Dolmetschers ist die Übertragung gesprochener Worte in eine andere Sprache. Dabei gibt es zwei verschiedene Arten, wie diese Tätigkeit ausgeführt werden kann: Man spricht von konsekutiven Übersetzen, das bedeutet der Dolmetscher startet die Übersetzung erst nach Abschluss einer Äußerung, eines Satzes, einer Rede oder Textpassage des Wortführers.

Unter Zuhilfenahme einer speziellen Notizen-Technik kann der Dolmetscher die wesentlichsten Inhalte kurz festhalten, um sie dann im Anschluss in der Zielsprache wiederzugeben. So genannte Konsekutivdolmetscher finden ihr Tätigkeitsfeld vorwiegend bei festlichen oder diplomatischen Anlässen. Das simultane Übersetzen stellt die zweite Art dar. Hier übersetzt der Dolmetscher parallel (simultan) mit dem Hören der Textpassage. Dies kommt vor allem bei Kongressen, internationalen Treffen und Verhandlungen, Tagungen oder Konferenzen zum Tragen.

Jeder hat dies wahrscheinlich schon einmal gesehen: Ein großer Saal mit vielen Teilnehmern und oben auf den Rängen befinden sich Kabinen, in denen die Dolmetscher ihre Tätigkeit verrichten und den ihnen zugeteilten Personen per Funk und Mikrofon übersetzen. Diese Tätigkeit erfordert eine profunde Ausbildung, gutes Training und ein hohes Maß an Können. Deswegen absolvieren diese Konferenzdolmetscher spezielle Schulungen. In der Praxis werden jeweils zwei Dolmetscher für einen Referenten eingesetzt, die sich alle 20 bis 30 Minuten abwechseln. Denn die Leistung - simultan in einer Sprache zu hören, das Gehörte gedanklich in eine andere Sprache zu übersetzen und dann noch in dieser Sprache zu sprechen - ist sehr anstrengend und kann nicht über mehrere Stunden von ein und derselben Person ausgeübt werden. Übrigens, diese Art des Dolmetschens kam zum ersten Mal während der Nürnberger Prozesse nach dem II. Weltkrieg zum Einsatz. 

Als weiterer großer Bereich sind die Gerichtsdolmetscher zu nennen, wie auch Dolmetscher, die bei Besprechungen, Arzt- oder Amtsterminen, Live-TV-Berichterstattungen etc. zum Einsatz kommen. So genannte Flüsterdolmetscher arbeiten ebenfalls simultan, sind aber nicht per Funk verbunden, sondern sitzen neben derselben und übersetzen ohne weitere technische Hilfsmittel flüsternd in das Ohr des Gesprächsteilnehmers. Außerdem gibt es noch Gebärdensprach-Dolmetscher, die die Lautsprache in Gebärdensprache übersetzen und umgekehrt. 

Allgemein kommt es bei der Tätigkeit als Dolmetscher darauf an, die Ausgangssprache, sprich die zu übersetzende Sprache, so wiederzugeben, dass der Kontext und die ursprüngliche Bedeutung erhalten bleiben. Umgangssprache, für die Ausgangssprache typische Redewendungen und Ausdrücke müssen allerdings verständlich (um-) formuliert werden. Das erfordert eine gute Ausbildung, sehr viel Erfahrung und noch mehr Übung.

Aber auch Konzentrationsfähigkeit, sich Dinge gut merken zu können, Reaktionsfähigkeit, aber auch eine schnelle Auffassungsgabe, Spontaneität und Stressresistenz gehören zu diesem Job unbedingt dazu. Zielführend in diesem Job ist es auch, sich gut vorzubereiten. Also, handelt es sich beispielsweise um einen Wirtschaftsgipfel, solltest du dich über das geplante Themenfeld informieren und das entsprechende Fachvokabular auffrischen.  

dolmetschen

Zugangsvoraussetzungen für Dolmetscher

In der Regel benötigst du für die Tätigkeit entweder einen Abschluss eines entsprechenden Studiengangs als Dolmetscher (Hochschulabschluss). Gängig ist ein Bachelorstudium mit der Möglichkeit einen Masterstudiengang anzuschließen. Oder du absolvierst eine fachspezifische Ausbildung, wie die zum Fremdsprachenkorrespondenten beziehungsweise eine spezielle Weiterbildung, zum Beispiel an einer Fernhochschule. In vielen Bundesländern gibt es auch die Möglichkeit, eine zertifizierte Prüfung für Dolmetscher und Gebärdensprach-Dolmetscher abzulegen.

Der erfolgreiche Abschluss stellt eine Qualifikation zum staatlich geprüften Dolmetscher dar. Die Voraussetzung dafür, diese Prüfung abzulegen, ist immer eine fachspezifische Ausbildung. Fachliche Nachweise der erforderlichen Sprach- und Fachkenntnisse und drei Jahre Berufserfahrung gelten alternativ als Prüfungs-Voraussetzung. Auch eine Kombi-Ausbildung der Tätigkeitsbereiche Dolmetschen und Übersetzen ist möglich. Leider ist es von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich, Infos gibt es also jeweils länderspezifisch, zum Beispiel auf der Seite des Bundesverbands der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ).

Wenn du die staatliche Prüfung erfolgreich absolviert hast, ist eine Beeidigung als Dolmetscher möglich. Damit kannst du anschließend für Behörden, Gerichte und Notare tätig werden. 

Als weitere Möglichkeit ist die Dolmetscher-Prüfung in ganz Deutschland auch bei den zuständigen Industrie-und Handelskammern abzulegen. Voraussetzung hier ist ein spezieller Kurs. 

Tipp: Selbstverständlich sollte immer ein Aufenthalt in dem Land "deiner" Sprache auf der Agenda stehen. So sammelst du praktische Spracherfahrung, die für diesen Job Grundvoraussetzung ist.   

Noch ein Tipp: Um noch besser aufgestellt zu sein, gibt es für selbständige Dolmetscher vielschichtige Möglichkeiten, sich auf einen bestimmten Fachbereich oder auch mehrere zu spezialisieren. So zum Beispiel in den Fachgebieten Wirtschaft, Wissenschaft, Medizin, politische Verhandlungen auf nationaler, europäischer oder internationaler Ebene und vieles mehr.

In jedem Bereich ist anderes Fachwissen gefragt und du brauchst Kenntnisse der betreffenden Terminologien und des entsprechenden Fachwortschatzes. Das Schöne daran: Hier lassen sich deine individuellen Interessengebiete mit deinem Job verbinden. 

Selbständig als Übersetzer - wie sich diese Tätigkeit definiert

Anders als ein Dolmetscher, der auf der mündlichen Ebene agiert, überträgt ein Übersetzer schriftliche Texte jeglicher Art von der einen in eine andere Sprache - und hält diese ebenfalls schriftlich fest. Dafür hat er, je nach Vereinbarung mit dem Kunden, einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung. Bestenfalls kann er sich also ausreichend Zeit lassen, eine qualitativ hochwertige Arbeit abzugeben. So hat er - anders als ein Dolmetscher, der sekundenschnell übersetzen muss - die Möglichkeit, ihm unbekannte Begriffe, schwieriges (Fach-) Vokabular, komplexe Sachverhalte oder knifflige Grammatik in Ruhe nachzuschlagen. 

Unter anderem gibt es diese Arten an Übersetzern:

  • Beeidigte Urkundenübersetzer befassen sich mit allen Arten an Urkunden, Zeugnissen oder offiziellen Gerichtsdokumenten. Neben dem Job des Übersetzens bescheinigen sie zusätzlich die Korrektheit und Vollständigkeit des jeweiligen Schriftstücks -  das gehört im offiziellen Rechtsverkehr mit Behörden oder einzelnen Staaten häufig dazu. Eine hohe Verantwortung also.  
  • Fachübersetzer sind spezialisiert auf bestimmte Wissensgebiete. 
  • Literaturübersetzer übertragen unter anderem Romane, Sach- und Fachbücher in eine andere Sprache.  
  • So genannte Untertitler sind im Film- und Fernsehbusiness tätig, aber auch für Theater. Dabei fassen sie Textpassagen oder einzelne Sätze in Untertitel mit dem wesentlichen Inhalt in der jeweiligen Sprache zusammen. Auf Konferenzen wandeln sie das Gesprochene simultan mittels einer Kurzschrift-Software in lesbare Texte für Hörgeschädigte um. 
  • Software-Übersetzer sind für die Übersetzung von Menüs und Benutzeroberflächen von Computerprogrammen zuständig.  

Bei der Tätigkeit eines Übersetzers musst du die Zielsprache - Wortschatz, Grammatik und Stilistik - aus dem Effeff beherrschen und du benötigst Fachwissen, Genauigkeit, Ausdauer, eine gute Ausdrucksweise und die Fähigkeit zur gründlichen und zielgerichteten Recherche. Korrektes und seriöses Geschäftsgebaren versteht sich ebenfalls von selbst. 

Zugangsvoraussetzungen für Übersetzer

Nicht jeder, der Übersetzer werden möchte, hat den Vorteil die Zielsprache als Muttersprachler zu beherrschen. Denn gerade wenn du zweisprachig aufgewachsen bist und beide Sprachen perfekt kannst, wäre das natürlich die optimale Voraussetzung für diesen Beruf. Alle anderen müssen eine fundierte Ausbildung oder ein dementsprechendes Hochschulstudium absolvieren. Die Möglichkeiten hier sind - wie auch beim Dolmetscher - vielfältig: 

  • Studium: In Deutschland gibt es zahlreiche Studiengänge für Übersetzer sowie Universitäten, die betreffende Studiengänge anbieten. Dazu zählen unter anderem renommierte Häuser wie zum Beispiel die Unis in Bonn und Düsseldorf oder die Technische Hochschule in Köln, wo du einen Bachelor-Abschluss machen und noch einen Master anschließen kannst. 
  • Fachakademien: Auch hier ist Deutschland gut aufgestellt. Unter anderem gibt es das Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde an der Uni Erlangen-Nürnberg oder das Fremdspracheninstitut in München. Auch Fernstudien sind möglich, wie beispielsweise an der AKAD University, die sowohl Bachelor wie auch Masterstudiengänge und spezielle Weiterbildungen anbieten. 
  • Staatlich geprüfte Übersetzer: Einige Bundesländer - auch hier gibt es eine Ähnlichkeit zu den Dolmetschern - bieten ebenfalls die Möglichkeit einer staatlich anerkannten Prüfung zum Übersetzer an. Jedes Bundesland tut das anders, mit eigenen Vorgaben und Regeln. Außerdem gibt es jeweils auch Kombinationen beider Tätigkeitsbereiche. Informiere dich hierzu in deinem Bundesland, siehe BDÜ.
  • IHK-Prüfung: Natürlich bieten auch hier die Industrie- und Handelskammern eine Prüfung zum Übersetzer an, die vor allem für Menschen mit Fremdsprachenkenntnissen in einem wirtschaftsbezogenen Bereich in Frage kommt. Voraussetzung ist ein entsprechender Kurs. Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil. Die Themenschwerpunkte sind in der Regel wirtschaftlicher Natur, unter anderem aus dem Finanzwesen, der Volks- oder Betriebswirtschaft. 

Hilfreich für den Beruf des Übersetzers ist es, unbedingt auch die kulturellen Gegebenheiten und den Background des jeweiligen Landes zu kennen. Denn es ist ganz klar, es geht nie nur um das reine Übersetzen von Worten. 

Chancen als Dolmetscher beziehungsweise Übersetzer und wie du sie erfolgreich umsetzt

Im Text haben wir gesagt, dass Übersetzer und Dolmetscher in Deutschland keine geschützte Berufsbezeichnung ist. Das eröffnet natürlich Tür und Tor für jedermann und dementsprechend groß ist die Konkurrenz am Markt. Doch im Zeichen der rasch zunehmenden Globalisierung, wachsendem Weltwirtschaftshandel und weltweiten Verzweigungen sind beide Berufsfelder so gefragt wie selten. Auch auf politischer Ebene geht die Arbeit nie aus. Und - sieht man von den Corona bedingten Einschränkungen mal ab - sind auch die Chancen, Aufträge als Freiberufler zu bekommen, hervorragend.

Sofern du gut bist, in dem was du tust. Aber das ist bei eigenem Business stets von enormer Wichtigkeit - wenn nicht sogar am wichtigsten. Um gut zu sein, zählen eine gute Ausbildung, praktische Erfahrung und stetige Weiterbildungsmaßnahmen, genauso wie soziale Kompetenz, Empathie und ein freundlicher Kundenkontakt zu den Grundvoraussetzungen. 

Wie für jeden anderen Bereich, in dem man sich selbständig machen kann, gilt natürlich auch hier:

Plane sorgfältig, wäge deine Pro`s und Contra`s ab, falls du noch unsicher bist und erstelle dann, wenn die Entscheidung für eine Geschäftsgründung gefallen ist, einen (Business-) Plan. Hier kommt alles rein, was für deine Freiberuflichkeit wichtig ist, wie finanzielle Aspekte etc. Auch wenn du als Übersetzer/Dolmetscher nicht zwangsläufig über eigene Räume (einen Arbeitsplatz natürlich schon) verfügen musst und außer einem Computer wahrscheinlich nicht allzu viel Equipment brauchst, ist es immer ratsam, alles Schwarz auf Weiß vor Augen zu haben, an dem du dich gerade in der Anfangsphase orientieren kannst. 

Empfehlenswert ist es, von Beginn an einen Steuerberater deines Vertrauens mit ins Boot zu holen, damit du gut aufgestellt bist und in diesem Sinne "korrekt" agieren kannst. 

In diesem Artikel erfährst du, was sich steuerlich für Freelancer in diesem Jahr ändert Was sich ab 2021 steuerlich und finanziell für Freelancer ändert

Sind alle Vorbereitungen abgeschlossen, geht es um Kundengewinnung und darum, genügend Aufträge zu generieren. Da man am Anfang selten über einen ausreichenden Kundenstamm und/oder ein gut funktionierendes Netzwerk verfügt, sind ein paar Aspekte essentiell für den Erfolg:

  • Profundes Marketing, wie zum Beispiel eine professionelle Website, Werbe-Maßnahmen deinem Budget entsprechend sowie geschäftsmäßiger Auftritt und Lancierung deiner Leistungen in Social Media Kanälen (hängt von deiner Zielgruppe ab) und entsprechenden Netzwerk-Portalen. Hier gibt es mehr Infos zum Thema 6 Gründe, warum du als Freelancer unbedingt eine Website haben solltest.
  • Gute Referenzen sind das A und O. Klar, zum Aufbau einer aussagekräftigen Referenzliste hilft nur ein kontinuierlicher Aufbau und ausreichend Aufträge. Bitte deine Auftraggeber bei erfolgreichen Abschlüssen um (schriftliches) Feedback, das du neben dem Kunden (-logo) dann auf deiner Website platzieren und damit werben kannst. Als ein weiteres Instrument dient auch das so genannte Weiterempfehlungsmarketing. Wie das funktioniert und wie du das für dich nutzen kannst, findest du hier Weiterempfehlungen - Wie schaffe ich es, von meinen Kunden/Auftraggebern weiterempfohlen zu werden?.
  • Achte bei Treffen mit (potentiellen) Kunden und Auftraggebern immer auf professionelles und seriöses Auftreten. Natürlich kommt es individuell stets auf das Klientel an - bei einem "jugendlichen" Start Up geht es sicherlich anders zu als bei einer internationalen Konferenz mit Spitzenpolitikern. Präsentiere dich immer dem Anlass entsprechend. Es geht bei allen Dolmetscher-Einsätzen und Übersetzungs-Jobs immer um dein Geschäft, deinen Erfolg, um Geld, um Professionalität - und damit um die Zukunft deines Business`.