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Einkommensteuerberechnung f√ľr Selbstst√§ndige

Die Einkommensteuererkl√§rung ist f√ľr Selbstst√§ndige in den allermeisten F√§llen eine eher ungeliebte T√§tigkeit. Deshalb wird sie - wenn √ľberhaupt - h√§ufig einem Steuerberater aufgedr√ľckt, der anhand von Belegen berechnen soll, wie viel der Fiskus denn nun von deinem Geld bekommt. Zudem m√ľssen gew√∂hnliche Arbeitnehmer in der Regel keine Einkommenssteuererkl√§rung abgeben, da die Einkommenssteuer vom Arbeitgeber direkt vom Lohn abgef√ľhrt wird. Es lohnt sich eine solche Einkommenssteuererkl√§rung bei Arbeitnehmern in der Regel nur dann, wenn au√üergew√∂hnliche Belastungen auftraten.

Es lohnt dabei sich f√ľr jeden Selbstst√§ndigen, die Einkommenssteuererkl√§rung auch selber zu verstehen (ein paar Basics findest du in unserem Blog Artikel: Die Einkommensteuererkl√§rung steht mal wieder an? Wir erkl√§ren dir die wichtigsten Fakten . Du kannst sie auch allein anfertigen (versprochen) und dabei sogar in den meisten F√§llen ordentlich Geld einsparen, wenn du das zu versteuernde Einkommen durch das Geltendmachen aller in Betracht kommenden Kosten minimierst. Dabei hilft unter anderem ein Einkommensteuerberechner f√ľr Selbstst√§ndige.

Denn im Grunde ist die Einkommenssteuererkl√§rung f√ľr Selbstst√§ndige nicht so grausam, wie viele denken. Sie ist zeitaufwendig, un√ľbersichtlich und teils verwirrend - aber sie ist in den meisten F√§llen eindeutig. Die einzige Vorarbeit, die du deshalb leisten musst, um deine Einkommenssteuer korrekt zu berechnen, ist das Aufbewahren aller n√∂tigen Belege. Zudem erspart dir eine ordentliche und mit Belegen gespickte Einkommensteuererkl√§rung als Selbstst√§ndiger eine Menge √Ąrger mit dem Finanzamt.

Die Einkommensteuererklärung kommt indes auf alle Selbstständigen zu, die Einnahmen aus selbstständiger Arbeit erzielen (das sind wohl alle). Gleichwohl wird die Einkommensteuer nur fällig, wenn ein zu besteuernder Gewinn anfällt. Um die Berechnung genau diesen Gewinns soll es im Folgenden gehen.

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Der Unterschied zwischen Einnahmen und Eink√ľnften

Deine Einnahmen bezeichnen s√§mtliche Zahlungen, die aufgrund deiner T√§tigkeit auf dein Konto eingehen. Solltest du im √úbrigen umsatzsteuerpflichtig sein, darfst gerne damit beginnen, hier schon einmal pauschal 19 Prozent beiseite zu legen (und abzuf√ľhren).

Weiterhin z√§hlen zu deinen Einnahmen auch Zahlungen, die nicht aufgrund deiner Arbeit erfolgt sind, also etwa Waisenrenten, Unterhalt, Kapitalertr√§ge und so weiter. Ob und wie du diese Einnahmen √ľberhaupt versteuern musst, ist im Einzelfall zu pr√ľfen. Es gibt in Deutschland insgesamt sieben Arten von Einnahmen.

Aus diesen Einnahmen musst du nun Eink√ľnfte machen, denn nur auf diese wird die Einkommenssteuer berechnet. Die Eink√ľnfte sind dabei synonym zu deinem Gewinn nach Abzug aller Kosten. Bevor du also deine Einkommenssteuer berechnen kannst, m√ľssen deine Eink√ľnfte korrekt angegeben werden. Wenn du √ľberschlagsweise schon einmal genug beiseite legen m√∂chtest, um nachher nicht pl√∂tzlich Unsummen nachzahlen zu m√ľssen (mitunter vergeht zwischen dem laufenden Steuerjahr und der Steuererkl√§rung mehr als ein Jahr), solltest du pauschal um die 30 Prozent deiner Einnahmen zur√ľcklegen. Dieser Wert ist in den meisten F√§llen leicht zu hoch oder zu niedrig, hat sich aber als Sicherheit bis zur endg√ľltigen Berechnung bew√§hrt.

Die genaue Berechnung der Eink√ľnfte, f√ľr die die Steuererkl√§rung f√ľr Selbst√§ndige f√§llig wird, erfolgt durch ein Beachten aller Ausgaben, die entweder zur Generierung deiner Einnahmen erfolgten oder in Form von au√üergew√∂hnlichen Belastungen auftraten. Hier gibt es eine Menge Spielraum, wie du gleich noch sehen wirst.

Am korrekten und aussch√∂pfenden Geltendmachen von Ausgaben entscheiden sich mitunter mehrere Hundert oder Tausend Euro Steuern, die du sparen kannst. Gleichzeitig gilt bei der Einkommenssteuererkl√§rung f√ľr Selbstst√§ndige, die nicht viel Geld verdienen, dass sie einfach bestimmte Pauschalbetr√§ge geltend machen k√∂nnen. Es gilt tats√§chlich: Wer √ľbersichtlich verdient, hat auch meistens eine √ľbersichtlichere Einkommensteuererkl√§rung.

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Was alles abgesetzt werden kann und warum sich das lohnt

Zuerst ist der Freibetrag zu nennen, welcher im Jahre 2018 9.000 Euro betr√§gt. Das bedeutet, dass du deine Eink√ľnfte rechnerisch um 9.000 Euro reduzierst und nur auf das Verbliebene noch Einkommenssteuer zahlen musst. Bleibt weniger als 0, zahlst du keine Einkommenssteuer. Der Freibetrag lag im Jahre 2017 8.820 Euro und im Jahre 2016 bei 8.652 Euro. Bei Ehepaaren wird dieser Betrag im Falle einer gemeinsamen Steuererkl√§rung, welche auch als Selbstst√§ndiger m√∂glich ist, verdoppelt.

Nun beginnt der Teil, f√ľr den du st√§ndig Belege sammeln solltest. Da ist zum Beispiel die Reisekostenabrechnung zu nennen (mehr dazu hier: Wie erstelle ich eine Reisekostenabrechnung als Selbst√§ndiger? ). Es ist zu beachten, dass einige Aspekte hier nur anteilig abgesetzt werden k√∂nnen, w√§hrend die Verpflegungspauschale voll g√ľltig ist. Diese Reisekostenabrechnung ist Teil der Werbungskosten, was sich im Prinzip mit den Betriebsausgaben deckt.

Du kannst dabei als Selbstst√§ndiger beispielsweise immer deine ausschlie√ülich beruflich bedingten Telefon- und Internetkosten absetzen. Private Anschl√ľsse k√∂nnen pauschal zu 20 Prozent abgesetzt werden, maximal jedoch mit 20 Euro im Monat. Das sind im √úbrigen bis zu 240 Euro Ersparnis im Jahr (allerdings nur, wenn du wahnsinnig teure Vertr√§ge hast).

Weiterhin interessant sind Ausgaben f√ľr deine berufliche F√∂rderung - also etwa Fortbildung, Lehrb√ľcher und so weiter. Auch ein Studium kann, insofern es erkennbar einen Bezug zu deiner T√§tigkeit hat, abgesetzt werden. Gerade bei Fernlehrg√§ngen, die kostenintensiver sind, kann sich das lohnen. Zudem sind hier noch Arbeitskleidung, ein beruflich gebrauchter PC, Fahrtkosten und so weiter zu nennen.

Bei Anschaffungen, deren Wert geringer als 400 Euro ist, kann der Betrag binnen einen Jahres geltend gemacht werden. Bei Anschaffungen, die teurer sind, wird dieser √ľber die voraussichtliche Nutzungsdauer anteilig geltend gemacht. Es ist weiterhin zu beachten, dass du bei vielen Anschaffungen einen Privatanteil zu tragen hast, die Kosten also nicht zu 100 Prozent geltend machen kannst. Hier findest du eine genauere Auflistung zu allen Werbungskosten .

Die Werbungskosten sind in der Regel das Kernst√ľck bei der Einkommenssteuererkl√§rung.

Au√üerdem ist zu beachten, dass diverse Berufsgruppen (gilt f√ľr Freelancer) auch anstelle der Einzelnachweise von Pauschbetr√§gen Gebrauch machen k√∂nnen. Dies lohnt sich immer dann, wenn die realen Ausgaben die Pauschalbetr√§ge unterbieten. Ob du davon Gebrauch machen kannst, solltest du einmal recherchieren. Es sind keine Nachweise beim Nutzen der Pauschalbetr√§ge n√∂tig.

Auf welche Summe bezieht sich also die Einkommenssteuererkl√§rung f√ľr Selbstst√§ndige?

Die Einkommensteuererkl√§rung f√ľr Selbstst√§ndige bezieht sich auf das, was nach dem Abzug aller Kosten von deinen Einnahmen √ľbrig ist - und weiterhin abz√ľglich au√üergew√∂hnlichen Belastungen. Au√üergew√∂hnliche Belastungen k√∂nnen vieles sein - etwa Beerdigungskosten, Gerichtskosten und sonstige Kosten, die eben belastend waren. Hier ist im Einzelfall zu pr√ľfen. Zudem k√∂nnen noch Unterhaltszahlungen abgezogen werden und zwar in einer maximalen H√∂he, die dem Steuerfreibetrag gleich - also etwa 9.000 Euro im Jahre 2018.

Auf die verbleibende Summe wird nun Einkommenssteuer bezahlt, wobei der Steuersatz progressiv ist. Zudem fallen noch Solidaritätsbeitrag und gegebenenfalls Kirchensteuer an.

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Wie ein Brutto-Netto-Rechner funktioniert und was du sonst noch brauchst

Du brauchst ein Beispiel daf√ľr, wie die Einkommensteuererkl√§rung f√ľr Selbstst√§ndige nun funktioniert? Ein Brutto-Netto-Rechner hilft dir dabei enorm. Er gibt zwar in wenigen F√§llen ein zu einhundert Prozent exaktes Ergebnis raus (denn ein leicht zu bedienender Rechner kann nicht jeden einzelnen Beleg und Sonderfall ber√ľcksichtigen), aber er gibt dir eine sehr gute Orientierung an die Hand.

Wichtige Fragen, die vorab bei der Nutzung eines Brutto-Netto-Rechners zu klären sind, ist die Frage nach dem eventuellen Ehegattensplitting und ob die Aufwendungen (Werbungskosten) zusammengefasst eingetragen werden oder nicht.

Das kann dann zum Beispiel f√ľr 2018 so aussehen:

Einnahmen: 40.000 Euro Werbungskosten: 5.300 Euro Freibetrag: 9.000 Euro Evtl. Au√üergew. Belast.: 1.600 Euro (beispielsweise Aufwendungen f√ľr Pflege, Gerichtskosten etc.)

Die zu versteuernden Eink√ľnfte sind die Einnahmen abz√ľglich aller Kosten, abz√ľglich des Freibetrages, also in diesem Falle 24.100 Euro. Auf diese Summe wird Einkommenssteuer gezahlt. In diesem Falle w√§ren es um die 3.600 Euro, die du f√ľr das Jahr 2018 an Einkommensteuer zu zahlen h√§ttest. Hinzu kommen gegebenenfalls die Kirchensteuer (8 bzw. 9 Prozent, also in diesem Beispiel um die 300 Euro) sowie der Solidarit√§tsbeitrag mit ungef√§hr 5,5 Prozent. Ein Brutto-Netto-Rechner serviert dir all diese Zahlen.

Es ist zu beachten, dass der Solidaritätsbeitrag bei sehr geringen Einkommen nicht erhoben wird und du bei Bedarf aus der Kirche austreten kannst, um auch diese Steuern zu sparen.

Ein Brutto-Netto-Rechner wird dich immer nach dem Steuerjahr fragen, auf das du dich beziehst. Wie du wei√üt, hat sich der Steuerfreibetrag ge√§ndert - aber eben auch andere Pauschalen k√∂nnen und werden sich √§ndern. Zudem musst du den Brutto-Netto-Rechner mit dem tats√§chlich zu versteuerndem Einkommen f√ľttern, insofern er dich nicht explizit nach all deinen Ausgaben fragt.

Merke: Die Einkommensteuer als progressiver Steuersatz wird ausschlie√ülich auf zu versteuerndes Einkommen erhoben. Wenn du alle Ausgaben beachtest und stets den Freibetrag sowie m√∂gliche Pauschalen im Hinterkopf beh√§ltst, dann wird dir auch klar, dass die Einkommensteuererkl√§rung als Selbstst√§ndiger auch viele angenehme Seiten hat. Denn je akribischer du damit bist, desto mehr Geld sparst du am Ende. Klingt doch gar nicht so √ľbel, oder?

Wichtig ist, dass du √ľber alle Werbungskosten stets Belege hast. Der Gesetzgeber verlangt, dass du diese zehn Jahre lang leserlich aufbewahrst (was nat√ľrlich bei der schlechten Druckqualit√§t der meisten Kassenbons absurd ist). Also versuch es mal mit einer Keksdose: Die ist luftdicht, trocken und vor Sonne gesch√ľtzt. Die ganzen Belege brauchst du sp√§ter als Nachweis. Dabei muss in der Erkl√§rung zwar nicht alles nachgewiesen werden, aber f√ľr eventuelle √úberpr√ľfungen ist es besser, alles nachweisen zu k√∂nnen.

Die Einkommensteuererkl√§rung f√ľr Selbstst√§ndige besteht im Wesentlichen aus dem Sammeln von Belegen f√ľr Kosten, dem Ausrechnen deines tats√§chlich zu besteuernden Einkommens und dem entsprechenden Abgeben einer solchen Erkl√§rung. Nat√ľrlich ist es dabei wichtig, dass du schon ungef√§hr wei√üt, was auf dich zukommt - damit du das zur√ľcklegen kannst, was du sp√§ter abf√ľhrst. Zudem wird dich das Finanzamt quartalsweise bitten, die Einkommensteuer abzuf√ľhren - und zwar basierend auf den Eink√ľnften des Vorjahres. Noch ein Grund also, deine zu erwartende Einkommensteuer schon w√§hrend des laufenden Jahres zu berechnen, um gegebenenfalls genug f√ľr Nachzahlungen zur√ľcklegen zu k√∂nnen.