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Wie kann ich schnell und einfach mein Konto wechseln?

1. Schritt: Die passende Bank und das passende Girokonto finden

Beim Wechsel deines Kontos musst du mehrere Dinge beachten. Zunächst einmal musst du eine neue Bank mit einem passenden Konto für dich finden.

Welches Konto zu dir passt, hängt natürlich von verschiedensten Faktoren ab: Brauchst du ein Privat- oder ein Geschäftskonto (bei letzterem fällt im Normalfall immer eine Kontoführungsgebühr an)? Wie hoch darf der Dispozins sein? Benötigst du auch ein Tagesgeldkonto zum Sparen? Ist es dir wichtig, dass du einen persönlichen Ansprechpartner vor Ort hast oder möchtest du lieber bei einer Direktbank Kunde sein? Gibt es zum Konto auch eine Kreditkarte dazu und wie hoch sehen hier die Gebühren aus?

Wenn du all diese Fragen für dich geklärt hast und das passende Konto für dich gefunden hast, steht der eigentliche Kontowechsel an.

2. Schritt: Neues Konto eröffnen

Mit dem Internet haben sich die Möglichkeiten, ein neues Konto zu eröffnen, deutlich vereinfacht. Üblicherweise gibt es auf jeder Banken-Webseite einen Bereich, über den man sein neues Konto online abschließen kann.

Etwas aufwändiger ist der Identitätsnachweis , den man beim Wechsel zu einer neuen Bank aber immer über sich ergehen lassen muss. Nachdem du dein Konto abgeschlossen hast, bekommst du einen Postident-Coupon von deiner Bank zugeschickt, den du gemeinsam mit deinen Kontoeröffnungsunterlagen (die du ebenfalls von deiner Bank zugeschickt bekommst) zu einer Filiale der Deutschen Post bringst, die das Postident-Verfahren anbietet. Ob das der Fall ist, erfährst du übrigens über den Filialfinder der Deutschen Post . Deine Identität wird dann anhand deines Ausweises oder Reisepasses überprüft und deiner zukünftigen Bank bestätigt.

Jetzt kannst du dich entspannt zurücklegen. Deine Girocard, evtl. deine Kreditkarte und natürlich deine Pins erhältst du üblicherweise innerhalb weniger Tage per Post. Falls du dich für Online Banking entscheidest, erhältst du auch hierfür deine Zugangsdaten.

Seit einiger Zeit kann man sein Konto auch mit dem sogenannten Video-Ident Verfahren eröffnen. Dafür muss man noch nicht einmal sein Haus verlassen, sondern muss sich vor der eigenen Webcam zusammen mit seinem Ausweis identifizieren. Im Artikel “So funktioniert die Kontoeröffnung per Video” . Auch wir von Kontist nutzen dieses Verfahren um eine schnelle Kontoeröffnung zu ermöglichen.

3. Schritt: Ein- und Ausgangszahlungen managen

Bis dato war der größte Aufwand beim Kontowechsel mit dem Management von den bestehenden Daueraufträgen verbunden. Durch die Richtlinie über Zahlungsdienste, die im September 2016 in Kraft getreten ist, entfällt dieser Schritt für jeden, der ein neues Konto in Deutschland eröffnet. Denn seitdem ist die alte Bank verpflichtet, deinem neuen Kreditinstitut alle bestehenden Daueraufträge mitzuteilen. Selbiges gilt für die bestehenden Einzugsermächtigungen.

Übrigens: Auch eingehende Überweisungen muss deine alte Bank sowohl dir als auch deiner neuen Bank mitteilen. Als Selbstständiger ist es wichtig, dass du deine neue Bankverbindung auf deinen Rechnungen aktualisiert und am besten zusätzlich eine kurze Info an deine Kunden schickst, da hier die Möglichkeit besteht, dass sie die neue Bankverbindung nicht überprüfen und bereits eine Zahlungsvorlage für dich erstellt haben.

Das passende neue Girokonto finden

Einer der wichtigsten Schritte beim Kontowechsel ist die Recherche nach einer neuen Bank. Dieser Arbeitsschritt wird häufig unterschätzt, da viele denken, dass der Wechsel an sich die Schwierigkeit sei. Dabei sollte gerade in die Suche nach einem passenden Girokonto viel Zeit investiert werden. Denn ist der Wechsel einmal erledigt, anschließend aber der Ärger über die Gebühren oder den Service der neuen Bank groß, möchte man nicht direkt wieder wechseln.

Wenn du auf der Suche nach einem passenden Girokonto bist, solltest du dich mit folgenden Fragen auseinandersetzen:

Direktbank oder Filialbank

Die klassische Filialbank hat schon seit einigen Jahren eine harte Konkurrenz bekommen. Denn mit den Möglichkeiten des Internets sind Direktbanken auf den Plan getreten, die ihren Kunden häufig bessere Konditionen bieten können, da die Unterhaltskosten für die Filialen wegfallen. Wer jedoch großen Wert auf eine persönliche Betreuung bei sich vor Ort legt, sollte auf eine Filialbank vertrauen.

Konditionen und Gebühren

Die Konditionen sind von Kreditinstitut zu Kreditinstitut unterschiedlich. Haben- und Sollzins, Kontoführungsgebühr und Kartentyp (Visa, Maestro, MasterCard) variieren. Wer sich nicht mühselig durch die Konditions- und Gebührentabellen der Banken durchkämpfen möchte, findet einen Überblick zu den wichtigsten Kerndaten auf Girokonten Vergleichswebseiten .

Kreditkarte

Viele Banken bieten ihren Kunden zusätzlich zur Girocard eine Kreditkarte an. Allerdings verlangen einige Banken für die Kreditkarte eine Jahresgebühr, während andere Banken die Kreditkarte komplett kostenfrei zur Verfügung stellen. Wer gerne eine Kreditkarte nutzen möchte, sollte die Gebühren hier unbedingt vergleichen.

Bargeldversorgung

Es sollten genügend Geldautomaten deiner neuen Bank in deiner Umgebung zur Verfügung stehen oder die Bank in einem Automatenverbund, wie etwa der Cashgroup oder dem Cashpool, sein.

Dispozinsen

Ist das Konto einmal überzogen, fallen Dispozinsen an. Diese variieren von Bank und Bank zum Teil erheblich. Teilweise gehen sie hoch bis 15 Prozent. Dabei gibt es auch Banken, die einen Dispozins von um die sieben Prozent bieten. Ein Vergleich lohnt sich!

Ist ein Kontowechsel schwierig und dauert lange?

Einer Studie des IBM Institute for Business Value zufolge, sinkt das Vertrauen der Kunden in ihre Banken erheblich, was sich auch in der sinkenden Loyalität gegenüber dem eigenen Kreditinstitut widerspiegelt. Und obwohl die Kunden grundsätzlich mit dem Service ihrer aktuellen Bank nicht voll und ganz zufrieden scheinen, ist die Wechselbereitschaft zu einer neuen Bank immer noch sehr schwach ausgeprägt.

In der Tat kann der Kontowechsel ein langwieriger und aufwendiger Prozess sein. Neben der Suche nach einem passenden neuen Konto und einer vernünftigen Bank – zwei Schritte, um die niemand herumkommt – ist die Umstellung von Daueraufträgen und Einzugsermächtigungen ebenfalls ein notwendiges Übel. Schließlich muss man all seine Kontobewegungen der letzten Monate durchgehen, um zu überprüfen, wem die neue Kontoverbindung mitgeteilt werden muss.

Zahlungskontengesetz: Neue Regelung seit September 2016

Doch ist der Aufwand lange nicht mehr so groß wie früher. Denn: Seit dem 18. September letzten Jahres müssen die Banken ihre Kunden beim Kontenwechsel unterstützen und sogar haften, falls Fehler beim Übertragen der Daten passieren.

Um der neuen Regelung gerecht zu werden, arbeiten einige Banken in Deutschland bereits mit sogenannten Fintech-Unternehmen zusammen, die den Kontowechsel vollautomatisch abwickeln. Als Kunde profitiert man von diesem Service, da er viele Prozesse deutlich vereinfacht.

Damit der einfache Wechsel mit Unterstützung eines Fintech-Partners gelingen kann, muss der Kunde sich mit seinen alten Bankdaten beim Wechselservice seiner neuen Bank anmelden. Daraufhin werden alle Daueraufträge, Lastschriften und sogar Eingangszahlungen des alten Kontos analysiert. Der Kunden entscheidet schließlich, wer die neue Bankverbindung mitgeteilt bekommen soll.

Kontowechselservice: Ganz einfach zum neuen Konto

Seitdem die Richtlinie über Zahlungsdienste in Kraft getreten ist, bieten die Banken ihren Kunden einen Kontowechselservice an. Strenggenommen ist dieser Service nur die Erfüllung der Richtlinie. Dennoch ist das Angebot für den Kunden von Bank zu Bank unterschiedlich attraktiv aufgebaut.

Einige Banken bieten den Service online an. Zahlungspartner wie dein Arbeitgeber und dein Mobilfunk- bzw. Internetanbieter sollen direkt informiert werden. Abgewickelt wird das ganze über spezielle Kontowechsel-Dienstleister.

Welche Unterstützung bekomme ich beim Kontowechsel?

Aktuell gibt es in Deutschland drei Unternehmen, die beim Kontowechsel unterstützen. Neben fino und FinReach gehört noch Arvato dazu. Diese Dienstleister arbeiten mit den Banken zusammen und setzen alle Hebel in Bewegung, damit Prozesse, wie die Umstellung von bestehenden Daueraufträgen, vollautomatisch stattfinden.

Besonders praktisch: Der einfache Wechsel innerhalb von wenigen Minuten kann sowohl am PC, auf dem Tablet oder auf dem Smartphone vorgenommen werden. Wer sich das selbst nicht zutraut, kann den digitalen Wechsel auch in Zusammenarbeit mit seinem zuständigen Bankberater erledigen.

Wechselservice ohne Online Banking

Nicht jeder ist ein Freund von Online Banking. Etwa, weil Bedenken wegen der Datensicherheit bestehen – gerade im geschäftlichen Bereich. Doch auch in diesen Fällen, möchte deine neue Bank den Wechsel so einfach wie möglich für dich gestalten. Schließlich bekommt sie so noch schneller einen zufriedenen Neukunden.

Es lohnt sich, einen Blick auf die Webseite deiner neuen Bank zu werden. Hier stehen meist alle erforderlichen Formulare zur einfachen Kündigung des alten Kontos als Download zur Verfügung.

Checkliste: So gelingt der Kontowechsel

1. Neues Konto finden

  • Passende Bank und passendes Konto finden
  • Konditionen vergleichen (Zinsen, Dispo, Kontoführungsgebühren etc.)

2. Neues Konto eröffnen

  • Online Formulare ausfüllen
  • Postident- oder Video-Ident-Verfahren

3. Zahlungspartner informieren

  • Behörden (Arbeitsamt wegen bspw. Kindergeld, Wohngeld etc.)
  • Arbeitgeber (Gehalt)
  • Vermieter, Hausverwaltung etc. (Miete, Nebenkosten)
  • Internet- und Mobilfunkanbieter (Internet, Handy, Festnetz)
  • Rundfunkbeitrag (früher: GEZ)
  • Energieversorger (Strom, Wasser, Gas etc.)
  • Versicherungsanbieter (BU, Haftpflicht, Hausrat etc.)
  • Kreditanbieter
  • Leasingverträge (Auto)
  • Abonnements (Zeitungen, Zeitschriften etc.)
  • Mitgliedschaften (Sportvereine, Fitness-Studio etc.)
  • Spenden

4. Altes Konto kündigen

5. Alter Bank Kontoauflösungsdatum mitteilen

  • Letztes Ausführungsdatum für Daueraufträge benennen
  • Alte EC-Karte und Kreditkarte sperren lassen und vernichten

6. Daueraufträge neu anlegen

  • Kontoauszüge durchgehen und Daueraufträge bei neuer Bank anlegen

7. Zahlungsdaten online pflegen

  • Neue Bankverbindung bei Online-Shops aktualisieren (bspw. Amazon oder Ebay)