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Nebenberuflich selbstständig - Werde dein eigener Chef!

Die Selbstst√§ndigkeit ist ein Ziel, das sich viele stecken, die schon lange in einem festen Angestelltenverh√§ltnis stecken und sich danach sehnen, ihr eigener Chef zu sein. Sicher: Die M√∂glichkeit, selbst entscheiden zu k√∂nnen, wann und wie lange gearbeitet wird, √úberstunden vor sich selbst verantworten zu m√ľssen und einfach Urlaub zu nehmen, wann es einem beliebt, hat seinen Reiz. Aber ganz so einfach ist es eben doch nicht. Nicht man selbst, sondern die Kunden bestimmen die Arbeitszeiten. Und wenn ein gutes Projekt lacht, kann der lang geplant Urlaub schnell hinf√§llig werden. Aber das gr√∂√üte Hindernis, in die Selbstst√§ndigkeit zu starten, ist f√ľr die meisten das finanzielle Risiko. Denn wenn die Auftr√§ge ausbleiben, steht man schnell ohne Einkommen da.

Die Unsicherheit sch√ľrt √Ąngste ‚Äď doch gibt es eine L√∂sung

Die Gefahr der finanziellen Unsicherheit sch√ľrt gro√üe √Ąngste. Und das zu Recht. Denn niemand scheitert gerne. Aus einem Lebenslauf mit kurzer Selbstst√§ndigkeit und anschlie√üendem Wechsel zur√ľck in eine Festanstellung, leiten die Personaler sofort ab, dass da etwas nicht gelaufen ist, wie es soll. Und dann bleibt da weiterhin das liebe Geld, das gerade in den ersten Monaten der Selbstst√§ndigkeit auf sich warten lassen kann.

Dennoch: Es gibt auch viele gute Gr√ľnde f√ľr die Selbstst√§ndigkeit. Und wenn du mit dem Gedanken spielst, dein eigener Chef zu sein, dich aber das finanzielle Risiko abschreckt, gibt es eine L√∂sung: Die nebenberufliche Selbstst√§ndigkeit. Sie ist ein Kompromiss zwischen Selbstst√§ndigkeit und Angestelltenverh√§ltnis.

Warum soll ich mich nebenberuflich selbstständig machen und nicht hauptberuflich?

Vorneweg: Auch gegen eine hauptberufliche Selbstständigkeit spricht nichts. Ich selbst habe diesen Weg gewählt und nie bereut. Auch wenn gerade in den ersten Monaten der Selbstständigkeit häufig Zweifel aufkommen. Der Kundenkreis ist noch klein und das Risiko von Zahlungsausfällen dementsprechend groß. Und dennoch: Wer fleißig am Ball bleibt und gute Arbeit leistet, wird auf Dauer seine Freude an der hauptberuflichen Selbstständigkeit haben.

Das Risiko, von heute auf morgen ohne Aufträge dazustehen, bleibt aber bestehen. Deshalb ist der Gedanke, sich nicht hauptberuflich, sondern nebenberuflich selbstständig zu machen, nicht verkehrt. Der Clou: Man kann sich auf ein festes monatliches Einkommen verlassen. Die Gewinne, die man dank der nebenberuflichen Selbstständigkeit erzielt, sind dagegen ein netter Zuverdienst, der mal größer und mal kleiner ausfallen mag. Durch die Grundabsicherung mit der Festanstellung, sind Schwankungen im Verdienst als Selbstständiger aber deutlich besser zu verkraften.

Nebenberufliche Selbstständigkeit als Übergangsmodell

Viele entscheiden sich daf√ľr, sich nebenberuflich selbstst√§ndig zu machen als √úbergangsmodell, bis der Kundenstamm so gro√ü ist, dass der Sprung in die hauptberufliche Selbstst√§ndigkeit gewagt werden kann. In dieser Zeit kannst du zudem in aller Ruhe testen, wie gut deine Gesch√§ftsidee ankommt ‚Äď und abw√§gen, ob eine Vollzeit-Selbst√§ndigkeit eine Zukunft haben kann.

Dass eine Gesch√§ftsidee gerne erst im Rahmen einer nebenberuflichen Selbstst√§ndigkeit ausgetestet wird, zeigen auch die nackten Zahlen. Der KfW Gr√ľndungsmonitor zeigt: In Deutschland sind rund die H√§lfte aller Gr√ľndungen aus einer nebenberuflichen Selbstst√§ndigkeit hervorgegangen.

Was bedeutet die nebenberufliche T√§tigkeit f√ľr meinen Hauptberuf?

Als Arbeitnehmer hast du bestimmte Pflichten, die du erf√ľllen musst. So bist du in der Regel dazu verpflichtet, deinen Arbeitgeber √ľber deinen Plan, dich nebenberuflich selbstst√§ndig zu machen, zu informieren. Ob das der Fall ist, entnimmst du deinem Arbeitsvertrag.

Des Weiteren darfst du deinem Arbeitgeber keine Konkurrenz machen. Etwa, in dem du firmeninterne, geheime Informationen f√ľr deine Zwecke als Selbstst√§ndiger nutzt oder gar Kunden abgreifst.

Und zu guter Letzt darf dich deine nebenberufliche Selbstst√§ndigkeit nicht so sehr vereinnahmen, dass du deinen Pflichten als Angestellter nicht mehr nachkommen kannst. Schlie√ülich ist deine Festanstellung immer noch dein Hauptberuf, f√ľr den die meiste deiner Arbeitszeit investiert werden muss.

Achtung: Arbeitszeit und Einkommen

Solange du nebenberuflich selbstst√§ndig sein m√∂chtest, musst du zwei Dinge dringend beachten. Erstens sollte auf deiner Festanstellung weiterhin der gr√∂√üere Fokus liegen. Das l√§sst sich zum einen √ľber die Arbeitszeit regeln. Meist wird ein Richtwert von maximal 18 Arbeitsstunden f√ľr eine nebenberufliche T√§tigkeit festgelegt.

Zudem sollte dein Verdienst als Arbeitnehmer nicht √ľber deinen Einnahmen als nebenberuflich Selbstst√§ndiger liegen. √úbrigens: Sobald du jemanden einstellst, wird dir automatisch eine hauptberufliche Selbstst√§ndigkeit unterstellt. Solange du also nebenberuflich selbstst√§ndig sein m√∂chtest, darfst du niemanden besch√§ftigen.

Muss ich meine nebenberufliche Selbstständigkeit anmelden?

Wer den Weg w√§hlst, sich nebenberuflich selbstst√§ndig zu machen, hat den Vorteil der finanziellen Absicherung durch seine Festanstellung. Der b√ľrokratische Aufwand, der mit einer Existenzgr√ľndung verbunden ist, bleibt jedoch auch bei diesem Arbeitsmodell nicht aus. Genaugenommen m√ľssen die gleichen Wege gegangen werden, wie bei einer hauptberuflichen Selbstst√§ndigkeit.

Zur Anmeldung deines neuen Unternehmens, musst du entweder beim Gewerbeamt, dem Finanzamt, der Berufsgenossenschaft, dem Handelsregister oder der IHK vorbeischauen. Welche Beh√∂rde in deinem Fall f√ľr dich zust√§ndig ist, leitet sich von der gew√§hlten Rechtsform deines Unternehmens ab. Genaueres zur Gewerbeanmeldung findest du in unserem Blog Artikel Gewerbe anmelden - Schritt f√ľr Schritt zum eigenen Gewerbe

Welche Rechtsform sollte ich wählen?

Wer sich nebenberuflich selbstst√§ndig macht, muss sich fragen, welche Rechtsform er f√ľr den Weg in die Selbstst√§ndigkeit w√§hlt. Die M√∂glichkeiten sind zahlreich und werden durch verschiedenste Faktoren bestimmt. Etwa durch die Form der Haftung (privat oder Firmenverm√∂gen) und die Anzahl der Gr√ľnder (Ein-Person-Unternehmen oder mehrere Gr√ľnder). Unter bestimmten Voraussetzungen kannst du dich alternativ als Freiberufler selbstst√§ndig machen. N√§mlich wenn du einer k√ľnstlerischen, erzieherischen, wissenschaftlichen oder schriftstellerischen T√§tigkeit nachgehst, die nicht der Gewerbeordnung unterliegt. Dazu z√§hlen etwa die Berufsgruppen der √Ąrzte, Anw√§lte, Ingenieure, Architekten und Journalisten.

Ob du nun Freiberufler bist, eine GbR, OHG, UG oder GmbH gr√ľndest, ein Kleingewerbe anmeldest oder dich f√ľr eine Limited entscheiden musst, verr√§t dir der Rechtsformtest von GO AHEAD.

Welche Anforderungen bzgl. Buchhaltung & Steuererkl√§rung muss ich erf√ľllen?

Egal ob du nebenberuflich oder hauptberuflich selbstst√§ndig bist: Die Besteuerung deiner Eink√ľnfte l√§uft gleich ab. Selbst wenn du bei deiner nebenberuflichen T√§tigkeit geringe Einnahmen erzielst, m√ľssen diese in deiner Steuererkl√§rung angegeben werden. Allerdings wird zwischen Kleinunternehmer und nebenberuflich Selbstst√§ndigem unterschieden.

Geringe Einnahmen = Kleinunternehmerregelung

Wenn du j√§hrlich nicht mehr als 17.500 Euro Umsatz machst, greift die Kleinunternehmerregelung. F√ľr dich bedeutet das in diesem Fall: Du kannst dich von der Umsatzsteuer befreien lassen, die du oder dein Steuerberater sonst beim Finanzamt voranmelden m√ľssen.

Das ist einerseits eine Entlastung, da du deine monatliche Buchhaltung nicht immer direkt an deinen Steuerberater schicken bzw. dich nicht selbst um die monatliche Voranmeldung k√ľmmern musst. Einen Haken gibt es dennoch: Wer keine Umsatzsteuer auf seinen Rechnungen ausweist und an das Finanzamt abf√ľhrt, kann diese auch nicht mit seinen betrieblichen Ausgaben verrechnen lassen.

Die Entscheidung gegen eine Befreiung von der Umsatzsteuer hat einen weiteren Vorteil: Sobald du die Umsatzsteuer auf deinen Rechnungen ausweist, machst du bei deinen Kunden direkt einen professionelleren Eindruck. Nicht zuletzt, weil sie so nicht davon ausgehen, dass deine Einnahmen unterhalb der 17.500 Euro Grenze liegen.

Was bedeutet die nebenberufliche Selbstst√§ndigkeit f√ľr meine Krankenversicherung?

Ich selbst bin hauptberuflich selbstst√§ndig und muss jeden Monat ordentlich f√ľr die Krankenkasse abdr√ľcken. Wenn du nebenberuflich selbstst√§ndig bist, hast du hier einen entscheidenden Vorteil: Wenn du als Arbeitnehmer gesetzlich pflichtversichert bist, werden deine Eink√ľnfte aus deiner nebenberuflichen T√§tigkeit bei Berechnung deiner Beitr√§ge nicht ber√ľcksichtigt.

Wenn du dich f√ľr die nebenberufliche Selbstst√§ndigkeit entscheidest, bedeutet das f√ľr dich, dass du keine zus√§tzlichen Beitr√§ge f√ľr deine Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung zahlen musst. Ein echter Vorteil gegen√ľber der hauptberuflichen Selbstst√§ndigkeit, da du Monat f√ľr Monat eine Menge Geld sparst.

Welche Vor- und Nachteile hat die nebenberufliche Selbstständigkeit?

Die nebenberufliche Selbstst√§ndigkeit ist ein toller Kompromiss zwischen Festanstellung und reiner Selbstst√§ndigkeit, vereint sie doch die Vorz√ľge der Selbstst√§ndigkeit mit dem Sicherheitsgef√ľhl einer Festanstellung.

Wenn du mit dem Gedanken spielst, dich nebenberuflich selbstst√§ndig zu machen, solltest du dich √ľber die Vor- und Nachteile dieses Arbeitsmodells informieren. Die folgende Pro- und Contra-Liste hilft dir dabei, das F√ľr und Wider f√ľr dieses Arbeitsmodell abzuw√§gen und die richtige Entscheidung f√ľr deinen individuellen Fall zu treffen.

Nebenberuflich selbstständig: Pro & Contra

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