facebook-pixel

Vermögensaufbau für Selbstständige – mit ETFs

Am 30. Oktober war es wieder so weit: Weltspartag. Die Älteren erinnerten sich wehmütig daran, dass es mal unglaubliche 5 Prozent Zinsen und mehr auf Erspartes bei der Bank gab. In Anbetracht des Nullzinses und der Diskussion um Strafzinsen scheint dies heutzutage absurd. 

Rechnerisch ist es mittlerweile so, dass die Inflationsrate über der Zinsrate liegt, wodurch jedes Jahr die Kaufkraft von nicht hoch verzinstem Vermögen sinkt. Deshalb fragen sich viele Menschen, was die Alternativen sind. Welche Anlagen sind nicht riskant und bringen Zinsen? Wie attraktiv sind Festgeldkonten und ähnliches? Welche Chancen bieten Aktien, welche Chancen bietet der Markt?

Ein kleinen Überblick gibt es hier: Ein kleines 1x1 der Geldanlage in 2019. In diesem Text soll es aber nur um ETFs gehen und darum, warum sie für einen langfristigen Vermögensaufbau geeignet sind. Denn ETFs (im Weiteren auch als Indexfonds bezeichnet) sind hervorragende Vehikel, um Geld langfristig zu vermehren. Außerdem soll dir dieser Blog Post auch vermitteln, warum du kein Geld für überflüssige Berater und zu hohe Gebühren ausgeben musst.

Warum der Vermögensaufbau für Selbstständige so wichtig ist

Als Freelancer bist du selbst dafür zuständig, dich um deine Rentenversicherung(en) zu kümmern oder Kapital fürs Alter zu horten. Solltest du deine Zukunft weiterhin in Deutschland oder einem Land mit vergleichbarer Demographie sehen, dann sieht es bezüglich Renten aktuell eher düster aus. Die Chance, dass du bei „normalen“ Beiträgen zu einer auskömmlichen Rente kommst, ist einfach nicht besonders hoch. 

Und genau deshalb ist es so wichtig und richtig, sich relativ frühzeitig damit zu beschäftigen, welche Möglichkeiten der Altersvorsorge es neben Riester und Co. gibt. An der Anlage von Geld am Kapitalmarkt für den langfristigen Vermögensaufbau kommst du als Selbstständiger dabei nicht vorbei. ETFs sind hier eine besonders attraktive, sehr günstige und einfache Möglichkeit, um Vermögen als Selbstständiger aufzubauen.

Was ist ein ETF?

Ein Indexfond ist zunächst einmal ein Fond (Ansammlung von Wertpapieren), der einen Index (beispielsweise den DAX, S&P 500 oder Nikkei 225) nachbildet. Ein Indexfond kann aber thematisch aufgestellt sein und beispielsweise nur aus Anteilen von Lebensmittelkonzernen oder Tech-Firmen bestehen.

Ein breit aufgestellter ETF enthält damit Anteile von börslich gelisteten Unternehmen. Ein ETF auf den DAX enthält genau 30 verschiedene Aktien von Firmen zu unterschiedlichen Anteilen, da der DAX aus den 30 größten börsennotierten Unternehmen Deutschlands besteht. Steigt der DAX, steigt auch der Wert des ETF. Sinkt der DAX, sinkt auch der Wert des ETF. Daraus ergibt sich, dass der Wert eines DAX-ETF immer von den Firmen im DAX abhängt. Da dies 30 Stück sind, wird das Risiko gestreut – wo ein Unternehmen schwächelt, machen vielleicht drei andere einen guten Gewinn. Aber was ist, wenn die gesamte deutsche Wirtschaft zusammenbricht?

Nun, dann ist ein DAX-ETF vermutlich für einige Zeit viel weniger wert. Deshalb sind noch breiter aufgestellte ETFs, die mehrere Länder und hunderte Unternehmen abbilden, eine sicherere Anlage. Die erste Lektion für die Vermögensbildung mit ETFs ist daher: 

Breit streuen und weltweit teilhaben. 

Ein Risiko bleibt allerdings immer und das ist das einer Weltwirtschaftskrise. In einer solchen wird auch der stabilste Indexfond an Werte verlieren. Und auch andere Börsencrashs können passieren. Allein zwischen 1900 und heute gab es sieben größere Krisen, die zum Teil zu exorbitanten Kurseinbrüchen führten. Historisch gesehen hat sich der weltweite Markt aber immer erholt und mit genügend Zeit (beim Vermögensaufbau wird in Jahrzehnten gerechnet) sind auch kurzfristige Verluste auszugleichen. Am Ende zählt die durchschnittliche jährliche Rendite – und hier kannst du ohne Weiteres durchschnittlich zwischen fünf und acht Prozent erwarten, trotz eventueller Krisen.

Wie funktioniert der Vermögensaufbau durch ETFs?

Der Vermögensaufbau durch ETFs gelingt am besten durch regelmäßige Sparraten und einen langen Anlagehorizont. So wird beispielsweise monatlich oder quartalsweise immer wieder eine Summe X in einen oder mehrere ETFs investiert. ETFs können auch in Bruchteilen über Sparpläne erworben haben. Das heißt, deine gesamte Sparrate wird komplett investiert und es bleibt nichts liegen.

Entscheidend sind letzten Endes drei Faktoren für einen effektiven Vermögensaufbau auf diese Art und Weise:

- Das regelmäßige Sparen

- Das Sparen über viele Jahre

- Das Thesaurieren der Erträge

Wenn du als Selbstständiger den Vermögensaufbau mit Hilfe von ETF für deine Altersrücklage anstrebst, sind ein früher Start und Anlagehorizont von Jahrzehnten hilfreich. „Thesaurierend“ bedeutet, dass Renditen nicht ausgeschüttet, sondern wieder angelegt werden. Dadurch kommt es zum Zinseszinseffekt, der beim Vermögensaufbau enorm hilfreich ist. 

So werden aus 10.000 Euro bei einer thesaurierenden Anlage binnen zehn Jahren mit einer angenommenen jährlichen Rendite von 6,5 Prozent 18.771 Euro. Lässt du dir hingegen die jährliche Rendite auszahlen, hast du lediglich 16.500 Euro. 

Extremer wird der Unterschied mit steigender Anlagedauer: Bei 30 Jahren sind es schon 66.144 Euro anstelle von 29.500 Euro – das ist weniger als die Hälfte.

Die zweite Lektion lautet daher: 

Thesaurierende ETFs sind für den langfristigen Vermögensaufbau besser geeignet.

Aber nicht nur der Zinseszinseffekt spricht für das langfristige Investieren. Auch das Abfedern von extremen Kursschwankungen ist nur mit einem langen Anlagehorizont möglich. Die dritte Lektion lautet daher:

Die Zeit bringt die gute Durchnittsrendite.

Es gibt schlechte Jahre an der Börse. Die sitzt du einfach aus. Am besten ist es für die Psyche oftmals, einfach nur einmal im Jahr ins Depot zu schauen und dann festzustellen, ob und wie es gewachsen ist. Mal ist es gut, mal ist es schlecht. Die Zeit bringt die Renditen. 

Welche ETFs sind gut zum langfristigen Vermögensaufbau geeignet?

Besonders breit gestreut sind Indexfonds, die den Weltmarkt möglichst gut abbilden. Der Klassiker ist hier der MSCI World. Dieser bildet ungefähr 1.600 Unternehmen aus 23 hoch entwickelten Ländern ab. Allerdings macht die USA einen sehr großen Teil aus. 

Noch weiter gestreut ist der MSCI All Country World Index Dieser bilden zusätzlich noch diverse Schwellenländer ab, wie etwa China und Brasilien. Insgesamt sind es 47 Länder und mehr als 2.500 Unternehmen. 

Aber auch die Schwellenländer selbst lassen sich abbilden und zwar beispielsweise mit dem MSCI Emerging Markets. Du siehst also: Eine breite Streuung ist mit einem oder maximal zwei Indexfonds machbar. 

Die Performance des All Country World Index (der Index, der durch einen ETF abgebildet werden kann) betrug rechnerisch von Januar 2005 bis Januar 2019 circa 5,7 Prozent pro Jahr – und da ist die Wirtschaftskrise von 2008/09 eingepreist. Selbst mit einer schweren Krise ist also eine gute Rendite (besser als auf jedem Tages- und Festgeldkonto) möglich. Es geht nur darum, einfach abzuwarten. Passiver Vermögensaufbau bedeutet auch ein Stück weit, darauf zu vertrauen, dass es mit der Zeit bergauf geht. 

Diese breit gestreuten Indexfonds können bei unterschiedlichen Anbietern unterschiedlich benannt sein. Es ist also wichtig, dass du anhand der ISIN (das ist die Identifikationsnummer) genau ermittelst, ob es der Indexfond ist, den du möchtest. Die Website des jeweiligen Herausgebers hilft dabei weiter. 

Wie du beim Vermögensaufbau Kosten sparst

Wenn du jetzt daran denkst, dass jemand bei der Bank dir beim passiven Vermögensaufbau weiterhelfen kann, liegst du falsch. Physische Banken haben mehrere Eigenschaften, wenn es um Wertpapierdepots und Geldanlagen geht:

- Die Depotführungsgebühren sind zu hoch

- Meistens werden nur Fonds angeboten, die aktiv verwaltet werden, was Verwaltungskosten mit sich bringt, die im Grunde nur Provisionen für den Bankberater sind

- Die Auswahl möglicher Indexfonds ist häufig unpassend

Allein die Depotführungsgebühren plus eventueller Servicegebühren fressen einen Teil der Rendite. Und da auch hier der Zinseszinseffekt greift, wird der Schaden mit den Jahren immer größer. 

Da du als Selbstständiger ja selbstständig bist, kannst du auch selbstständig mit dem Vermögensaufbau beginnen. Die vierte Lektion lautet nämlich:

Lasse niemanden zwischen dich und dein Geld.

Du brauchst keinen Bankberater, sondern eine kostengünstige Direktbank. Das heißt, dass es keine Depotführungsgebühren geben sollte. Dies ist aber bei fast allen Direktbanken der Fall. Und da wir hier nur über ETF-Sparpläne sprechen, ist auch hier ein Blick auf die Kosten wichtig. Wenn pro Sparrate ein fixer Betrag von einem Euro fällig wird, ist dies in Ordnung. Bei Sparraten von 200 Euro entspricht dies nämlich 0,5 Prozent. Höhere Kosten brauchst du dir nicht anzutun.

Es kommen bei Indexfonds noch immer laufende jährliche Kosten hinzu, die als TER (Total Expense Ratio) bezeichnet werden. Sie beträgt bei den benannten Indexfonds in der Regel weniger als 0,5 Prozent. Diese Summe wird jährlich von deinem Gesamtdepotwert abgezogen.

Die Kosten, die du maximal für deinen passiven Vermögensaufbau als Selbstständiger tragen solltest, umfassen deshalb nur:

- Die jährliche Gesamtkostenquote des ETFs

- (Niedrige) Sparplanausführungsgebühren

Sollte deine Sparrate monatlich so niedrig sein, dass die Ausführungskosten prozentual zu hoch sind, dann kannst auch quartalsweise sparen. Bei vielen Anbietern ist das möglich. 

Ein Depot eröffnen und als Selbstständiger mit dem Vermögensaufbau beginnen

Nach kurzer Suche im Internet wirst du auf ein paar Direktbanken mit guten Konditionen stoßen. Zu nennen sind beispielsweise OnVista, Comdirekt, DKB und Finvesto.  Eröffne zuerst ein Wertpapierdepot bei der passenden Direktbank für dich. Bei Eröffnung eines Depots musst du deine Identität bestätigen, was zumeist über das Postident-Verfahren erledigt wird.

Der ETF-Sparplan lässt sich leicht einrichten. Die Sparraten werden von einem Referenzkonto oder vom Geld im Depot (das von dir zuerst dorthin zu überweisen ist) abgezogen. Bei Direktbanken werden all diese Dinge online verwaltet.

Die ganzen anderen Optionen, die ein Wertpapierdepot mit sich bringt, inklusive des Aktienhandels oder sonstiger Möglichkeiten am Kapitalmarkt, lassen wir hier einmal außen vor. Aber mit dem Eröffnen des Wertpapierdepots hast du es geschafft: Du kannst sinnvoll und langfristig mit dem Vermögensaufbau als Selbstständiger beginnen und dein Erspartes vermehren. Die fünfte Lektion lautet deshalb:

Der erste Schritt zum Vermögensaufbau ist der wichtigste.

Worauf wartest du also noch? Denk an deine Altersvorsorge, mach dich schlau und beginne als Selbstständiger mit dem Vermögensaufbau. Indexfond-Sparpläne sind eine gute Option hierfür.