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Einzugsermächtigungen widerrufen leicht gemacht!

Die Einzugsermächtigung erlaubt es einem Zahlungsempfänger mit dem du einen Vertrag hast, variable Abbuchungen von deinem Konto nach Kauf von Dienstleistungen oder Waren zu machen. Hier wird vorausgesetzt, dass du und der Zahlungsempfänger ein gültiges Girokonto haben. Es ist nicht wichtig, ob beide Kontos bei der gleichen Bank sind. Dein Vertragspartner kann Geld von deinem Konto abbuchen, so lange der entsprechende Vertrag gültig ist oder bis du die Einzugsermächtigung widerrufst.

Die Einzugsermächtigung hat viele Vorteile. Im Gegensatz zu einem Dauerauftrag, wird das Einzugsermächtigungsverfahren für die Begleichung von wiederkehrenden Zahlungen verwendet. Dies passiert zum Beispiel, wenn du Telefonrechnungen bezahlst, deren Betrag sich jeden Monat unterscheiden oder wenn du unterschiedliche Waren mit der EC-Karte kaufst. Der Vorteil für dich ist, dass du dir keine Gedanken um die Zahlungen machen musst und den Zahlungstermin somit auch nicht verpassen kannst. Darüber hinaus, hat dieses Verfahren auch einen weiteren positiven Aspekt: Wenn der Zahlungsempfänger Geld irrtümlich oder vielleicht einen falschen Betrag abbucht, kannst du dieser Lastschrift bis zu 8 Wochen nach der Abbuchung widersprechen. Um dies zu machen, reicht es deiner Bank kurz Bescheid zu geben und sie wird dann den Betrag auf dein Konto zurückbuchen. Vorallem beim Online-Banking ist dies eine einfache und schnelle Angelegenheit. Nicht nur du, sondern auch der Zahlungsempfänger hat Vorteile durch dieses Verfahren. Er bekommt sein Geld pünktlich und behält seine Buchhaltung dadurch einfacher im Auge.

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Es gibt viele Vorteile bei der Verwendung von Einzugsermächtigungen, sowohl für den Zahlungspflichtigen, als auch für den Zahlungsempfänger. Leider läuft das Verfahren manchmal nicht ganz reibungslos. Zum Beispiel, wenn das Konto zum Zeitpunkt des Geldeinzugs keine Deckung hat, wird der Zahlungsempfänger auch kein Geld erhalten, was zu hohen Gebühren führen kann. Diese Gebühren können von der ausführenden Bank als auch vom Zahlungsempfänger erhoben werden. Die Höhe der Gebühren hängen von den allgemeinen Geschäftsbedingungen ab. Außerdem kann es Probleme geben wenn du das Konto, dass du während der Einzugsermächtigung angegeben hast, auflöst oder wenn dieses Konto überhaupt nicht existiert, kann dich das wie einen Betrüger aussehen lassen und auch zu einer Strafverfolgung führen. Dies ist der Grund, wieso du immer darauf achten solltest, dass du deine Kontodaten immer korrekt angibst und, dass dein Konto immer über genügend Geld verfügen sollte, wenn der Zahlungstermin kommt. Wenn es um langfristige Verträge geht, ist dieser Termin meistens am gleichen Kalendertag, aber bei EC-Zahlungen wird der Händler innerhalb von wenigen Tagen das Geld abbuchen, deshalb ist also mehr Vorsicht geboten.

Möchtest du nicht mehr, dass automatische Abbuchungen von deinem Konto getätigt werden( weil du vielleicht wieder etwas mehr Kontrolle über deine Ausgaben haben möchtest), kannst du die Einzugsermächtigung auch einfach widerrufen. Durch das Erteilen der Einzugsermächtigung hattest du ja einem Vertragspartner die Erlaubnis erteilt, einen Rechnungsbetrag abzubuchen. Im Fall einer einmaligen Anschaffung musst bzw. Kannst du die Einzugsermächtigung nicht widerrufen. Aber, falls es sich um einen langfristigen Vertrag mit einer monatlichen Zahlung oder ein Abonnement handelt, kannst du diese widerrufen (kündigen). Im Grunde, besteht nicht immer die Notwendigkeit, eine Einzugsermächtigung zu widerrufen. Wenn du den Vertrag, den du mit deinem Vertragspartner hast kündigst, ist er auch nicht mehr berechtigt, Geld von deinem Konto weiter abzubuchen. Außerdem ist es möglich, den gebuchten Betrag auf das Konto auch zurück zu bekommen, wenn du deine Bank innerhalb von 8 Wochen nach einer Lastschrift-Abbuchung dazu beauftragst. Im Fall eines Streites ist es auch wichtig, dies durchzuführen. Auf diese Weise schützt du dich gegen eine eventuellen Abo-Abzocke, indem du die erste Zahlung zurückholtst und bis der Fall vollkommen geklärt wurde, kein Geld mehr übermittelst. Durch das Widerrufen der Einzugsermächtigung hast du also vollständige Kontrolle und Überblick über deine Finanzen und kannst die Rechnungen von deinen Vertragspartner vor der Zahlung prüfen.

Einzugsermächtigung widerrufen- so gehts:

Der Widerruf einer Einzugsermächtigung muss schriftlich durchgeführt werden. Eine persönliche Unterschrift auf diesem Dokument ist notwendig. Wenn du das Kündigungsschreiben erstellst, sendest du dieses an deinen Anbieter, um so die Einzugsermächtigung zu widerrufen.

Es ist nicht wichtig eine Kündigungsfrist oder etwas Ähnliches einzuhalten. Aber, um weitere Abbuchungen zu verhindern, solltest du die Einzugsermächtigung auch zeitnah widerrufen, um auf diese Weise ein bisschen Bearbeitungszeit deinem Vertragspartner einzuräumen.

Durch Übermittlung des Schreibens widerrufst du also die Einzugsermächtigung. Von diesem Zeitpunkt an, musst du deine Rechnungen manuell begleichen. Alternativ kannst du einen Dauerauftrag installieren. Das kannst du mithilfe deines Online-Bankings oder auch in deiner Filiale machen. Es ist nur wichtig darauf zu achten, deine Rechnungen rechtzeitig zu bezahlen. Ansonsten kann dich Mahnungen & Co. viel Zeit und Geld kosten.

Du musst auch beachten, dass die Kündigung einer Einzugsermächtigung nicht die Kündigung deines Vertrags ersetzt. Die Kündigung des Vertrags musst du zusätzlich ausführen. Allerdings kannst du auch den Widerruf der Einzugsermächtigung in deinem Kündigungsschreiben erwähnen.

Wenn du einen Widerruf der Einzugsermächtigung schreibst, muss es folgende Angaben und Daten beinhalten:

  • Die Anschrift und Name des Unternehmens, bei dem du die Einzugsermächtigung widerrufst
  • Das Datum, an dem das Schreiben verfasst ist
  • Dein Name und deine Anschrift
  • Vertrags- bzw. Kundennummer
  • Die Formulierung: „Hiermit widerrufe ich die Einzugsermächtigung für meine IBAN: DE54321, BIC: 87654321 bei der xy Bank mit sofortiger Wirkung / zum XX.XX.XXXX. Ich bitte Sie um eine schriftliche Bestätigung des Widerrufs.“

Wichtig bei dem Schreiben ist, dass du es eigenhändig und handschriftlich unterschreibst. Sonst ist das Dokument nicht gültig. Um sicher zu sein, solltest du das Schreiben des Widerrufs der Einzugsermächtigung per Post verschicken (empfohlen ist per Einschreiben oder Einschreiben mit Rückschein).

Es ist auch empfohlen, dass du um eine schriftliche Bestätigung des Widerrufs, deiner Einzugsermächtigung bittest. Das Unternehmen wird dir dann eine Bestätigung der Kündigung zuschicken und im besten Fall auch alle Daten wie zum Beispiel wie viel Geld ab welchem Datum überwiesen sein muss.

Jedoch, gibt es keine Frist die du einhalten musst, um eine Einzugsermächtigung zu kündigen. Die Ermächtigung basiert ja auch auf der freiwilligen Erteilung des Vertragspartners. Dies ist auch der Grund, wieso die Einzugsermächtigung jeder Zeit und mit sofortiger Wirkung widerrufen werden kann.

Einzugsermächtigungen bei Abo- Verträgen widerrufen

Allerdings gibt es bestimmte Abo-Verträge, bei welchen eine Einzugsermächtigung Pflicht ist, um den Vertrag erfolgreich abzuschließen. Dazu gehören zum Beispiel das Fitnessstudio, die Deutsche Bahn usw. Wenn du bei solchen Verträgen die Einzugsermächtigung kündigst, können die Verträge auch mit sofortiger Wirkung gekündigt werden. In diesem Fall werden aber die vollen Vertragsgebühren immer noch fällig.

Da die Einzugsermächtigung in diesem Fall kein Vertrag ist, kann sie in in der Regel nicht gekündigt werden, sie kann aber jederzeit annulliert werden. Schwierig wird es nur, wenn die Einzugsermächtigung ein Bestandteil eines Vertrags ist. Wenn die Einzugsermächtigung in diesem Fall widerrufen wird, kann das zur Kündigung des Vertrags führen und den Vertragspartner berechtigen, eine Schadensersatzforderung zu stellen. Es gibt verschiedene Gründe für die Aufhebung:

  • Das Geld soll vom Konto einer dritten Person abgebucht werden
  • Die Beträge sollen von einem anderen Konto in Zukunft abgebucht werden
  • Die Einzugsermächtigung ist versehentlich erteilt worden
  • In Zukunft sollen die Beiträge selbst überwiesen sein

In solchen Fällen musst du dem Vertragspartner den Widerruf der Einzugsermächtigung schriftlich zuschicken und eventuell eine neue, mit geänderten Kontodaten erteilen. An die Bank muss diese Mitteilung nicht zugerichtet werden, da sie nur als Inkassostelle fungiert.

Fazit: Eine Einzugsermächtigung zu widerrufen ist im Grunde ganz einfach. Du hast immer das Recht, eine Einzugsermächtigung zu widerrufen. Mit nur einem einfachen Schreiben kannst du die Einzugsermächtigung, die du deinem Vertragspartner erteilt hast, kündigen. Allerdings solltest du bei einer Kündigung oder einem Kontowechsel aufpassen, wenn du alle Beteiligten darüber informieren musst, zum Beispiel die Behörden, Versicherungen, Dienstleister usw., da niemand darüber automatisch informiert wird. Auch wenn die Einzugsermächtigung viele Vorteile für sowohl den Zahlungspflichtigen als auch Zahlungsempfänger bietet, kann sie auch missbraucht werden. Aus diesem Grund ist es gut, dass das Widerrufsverfahren sehr einfach gestaltet ist.