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Das Girokonto - Alles was du ĂŒber Girokonten wissen solltest

Seinen Namen hat das Girokonto aus dem Italienischen. Giro bedeutet Kreis oder Umlauf, wodurch auch schon klar wird, fĂŒr welche Art BankgeschĂ€fte Girokonten am besten geeignet sind. Es ist normalerweise das Umlaufkonto, auf dem alle Zahlungen eingehen und von denen laufend BetrĂ€ge abgebucht werden. Bei Angestellten ist es das typische Gehaltskonto und bei SelbststĂ€ndigen und Unternehmen das GeschĂ€ftskonto, das fĂŒr alle GeldeingĂ€nge und -ausgĂ€nge verwendet wird.

Da die meisten ZahlungsvorgĂ€nge in unserem Alltag elektronisch abgewickelt werden, hat inzwischen nahezu jeder mindestens ein Girokonto. Gehaltszahlungen, die Miete fĂŒr die Wohnung, Kreditraten, KrankenkassenbeitrĂ€ge oder Steuerzahlungen werden ausschließlich elektronisch ĂŒber das Girokonto abgewickelt.

Wenn wir Konten mit dem reinen Bargeldverkehr vergleichen, ist ein Girokonto das Portemonnaie.

Unterschiedliche Konten fĂŒr unterschiedliche Zwecke

Vom Girokonto zu unterscheiden sind andere Konten, wie zum Beispiel

  • Sparkonten,
  • Kreditkartenkonten,
  • Tagesgeldkonten oder
  • Festgeldkonten.

Sparkonten, wie zum Beispiel die frĂŒher sehr beliebten SparbĂŒcher, Tageskonten oder Festgeldkonten sind in erster Linie dafĂŒr da Geld anzusparen. Es ist nicht ĂŒblich, regelmĂ€ĂŸige Zahlungsverpflichtungen von diesen Konten zu begleichen, weshalb solche VorgĂ€nge in der Regel auch mit hohen Kosten verbunden sind. DafĂŒr ist aber das Guthaben auf solchen Konten in der Regel höher verzinst als auf einem Girokonto.

Wenn wir Konten mit dem reinen Bargeldverkehr vergleichen, sind Sparkonten vergleichbar mit einem Sparschwein.

Kreditkartenkonten sind die Konten, die gewöhnlicherweise hinter Kreditkarten stehen. Bei der klassischen Kreditkarte hast du ein bestimmtes Kreditlimit und kannst die Kreditkarte bis zu dieser Höhe verwenden. Einmal im Monat bekommst du eine Abrechnung und der gesamte Betrag wird von deinem Girokonto abgebucht und der (Kreditkarten-)Kredit wird so wieder getilgt.

Seit einigen Jahren gibt es immer mehr Misch- und Zwischenformen, wie zum Beispiel Prepaid-Kreditkarten, die nur mit Guthaben funktionieren, Kreditkarten, hinter denen ein Ratenkredit steht und pro Monat immer nur eine kleine Rate des in Anspruch genommenen Kredits von deinem Girokonto abgebucht wird oder auch Kreditkarten, die kein eigentliches Kreditkartenkonto haben, sondern bei denen alle Zahlungen direkt vom Girokonto abgebucht werden. Dadurch hast du alle Vorteile, die Kreditkarte mit sich bringen, nimmst aber keine Schulden (= Kredit) auf.

Wenn wir Kreditkartenkonten mit dem Bargeldverkehr vergleichen, handelt es sich nicht um das Portemonnaie oder das Sparschwein, sondern eher um einen Kumpel, mit dem du zusammen unterwegs bist, den du jedes Mal anpumpen musst, wenn du etwas bezahlen möchtest.

Was ist ein Guthabenkonto?

Das Gegenteil zum klassischen Kreditkartenkonto ist das sogenannte Guthabenkonto.

Das Guthabenkonto ist keine eigene Kontenform, es ist ein Sammelbegriff fĂŒr Konten, bei denen es keine Überziehungsmöglichkeiten gibt. Es ist also nur möglich Guthaben auf dem Konto zu haben.

Sparkonten sind immer Guthabenkonten und auch Girokonten sind reine Guthabenkonten, wenn du keinen Dispokredit eingerĂ€umt bekommen hast. Selbst Prepaid-Kreditkarten, die du vor Verwendung aufladen musst und die du nicht ĂŒberziehen kannst, können als Guthabenkonten bezeichnet werden.

Zinsen auf dem Girokonto

In der Regel gibt es keine oder nur sehr geringe Zinsen auf das Girokonto. Durch die, inzwischen schon sehr lange Niedrigzinsphase werden bei den fĂŒhrenden Banken in der Regel nicht mehr als 0,0-0,2% Zinsen gezahlt. Wenn du nun noch berĂŒcksichtigst, dass von diesen Zinsen 25 % Kapitalertragsteuer einbehalten wird (Bedingung: kein Freistellungsauftrag), sollte klar werden, dass die ZinsertrĂ€ge nie nennenswerte Höhen erreichen werden.

Als Anlageform oder um sein Geld zu “parken” ist das Girokonto also gĂ€nzlich ungeeignet.

Es kann zwar sein, dass du in der Quartalsabrechnung ein paar Euro gutgeschrieben bekommst, allerdings solltest du dir Gedanken machen, wenn du zu viel Geld auf dein Girokonto bekommst. Das bedeutet im Umkehrschluss nÀmlich auch, dass du eine Menge Geld auf dem Girokonto liegen hast, dass du auch deutlich gewinnbringender anlegen könntest.

Selbst wenn du schnell auf das Geld zugreifen können musst, solltest du höhere GeldbetrĂ€ge nicht auf dem Girokonto lagern. FĂŒr solche FĂ€lle eignen sich besonders Tagesgeldkonten. Ein solches Konto kannst du bei fast jeder Bank als Zusatzkonto beantragen und du erhĂ€ltst mit aktuell bis zu 1,0% deutlich mehr Zinsen als auf dem Girokonto.

Eine ganz neue Gefahr: Strafzinsen

Du bringst dein Geld zur Bank und nach einem Jahr sind aus 10.000 Euro 9.900 Euro geworden? Geld dafĂŒr zu bezahlen, dass man sein Geld zur Bank bringt, damit sie damit arbeiten kann?

Das war noch vor wenigen Jahren vollkommen unvorstellbar, ist jetzt aber RealitÀt. Die EuropÀische Zentralbank (EZB) verlangt von den GeschÀftsbanken Strafzinsen, die ihr Geld bei Ihnen anlegen. Diese negativen Zinsen auf Guthaben von aktuell 0,4% (Stand: 02/2017) werden schon von vereinzelten Banken auch an die Privatkunden weitergegeben.

Bisher sind fast nur Privatpersonen betroffen, die ĂŒber 100.000 Euro auf dem Konto haben, aber die Banken geraten durch die negativen Zinsen immer weiter unter Druck und man kann davon ausgehen, dass auch bald auf geringere Vermögen Strafzinsen anfallen, wenn die EZB die Negativzinsen nicht bald aufhebt.

Die richtige Bank fĂŒrs Girokonto finden

Die Frage nach der richtigen Bank kann ich - welch Überraschung - nicht pauschal beantworten. DafĂŒr sind die persönlichen BedĂŒrfnisse und PrĂ€ferenzen einfach zu unterschiedlich. WĂ€hrend die einen unbedingt auf kostenlose Bargeldabhebungen in SĂŒdamerika angewiesen sind, hat der andere noch nie in seinem Leben die MĂŒnchener Vorstadt verlassen und möchte seinen Bankberater aber jedes Jahr persönlich auf dem Oktoberfest treffen.

Genau so haben Studenten, Arbeitnehmer und SelbstĂ€ndige ganz unterschiedliche BedĂŒrfnisse und brauchen deshalb unterschiedliche Girokonten. Wir von Kontist konzentrieren uns zum Beispiel ganz klar auf SelbstĂ€ndige und Unternehmen und arbeiten daran, dass perfekte Konto fĂŒr SelbstĂ€ndige zu entwickeln. Dass wir dabei nicht alle BedĂŒrfnisse von Rentnern auf Mallorca erfĂŒllen, ist vollkommen klar. FĂŒr diese Zielgruppe gibt es andere Angebote.

Bevor du dich also fĂŒr eine Bank entscheidest, solltest du dir klar machen, was fĂŒr dich wichtig ist und worauf du verzichten kannst. Die folgenden Kriterien könnten dabei eine entscheidende Rolle spielen:

  1. Kosten des Girokontos
  2. Service vor Ort und persönliche Ansprechpartner
  3. Digitalisierung und Online-Service
  4. Funktionen (Lastschriften, DauerauftrÀge etc.)
  5. Filialnetz
  6. Kreditkarte
  7. Dispokredit

Diese Liste ließe sich noch erheblich verlĂ€ngern, aber ich denke, dass du mit diesen Punkten schon einen guten Überblick bekommen kannst.

Kosten des Girokontos

Die Kosten eines Girokontos sind fĂŒr Viele ein ganz zentrales Kriterium bei der Kontowahl. Doch leider lassen sich die Kosten fĂŒr ein Konto nicht immer ganz leicht vergleichen, da es mehrere Stellen gibt, an denen Banken abkassieren. Neben den KontofĂŒhrungsgebĂŒhren können noch Kosten fĂŒr Überweisungen, KontoauszĂŒge, SMS-TAN, RĂŒcklastschriften usw. entstehen. Der KreativitĂ€t der Banken sind keine Grenzen gesetzt. Die Sparkasse Soest verlangt sogar GebĂŒhren fĂŒr einzelne Klicks im Online-Banking , da “schon das bloße Anklicken der Seite technische Prozesse im Hintergrund auslösen wĂŒrden und Kosten verursacht”.

Ich kann dir nur empfehlen, dass du ganz genau hinschaust, wenn die Kostenstruktur zu unĂŒbersichtlich ist und zu viel Kleingedrucktes enthĂ€lt. Kontist steht fĂŒr eine klare und faire Preisgestaltung, bei der die KontofĂŒhrung und alle grundlegenden Funktionen kostenlos sind .

Pauschal kann man durchaus sagen, dass Direktbanken ohne eigenes Filialnetz gĂŒnstiger sind als klassische Banken. Bei Preisvergleichen, die du schnell im Internet findest, solltest du immer darauf achten, ob das kostenlose Girokonto unter UmstĂ€nden nur eine kurzfristige Neukundenaktion ist. Wenn ein Konto nur fĂŒr Neukunden kostenlos ist, Bestandskunden aber GebĂŒhren bezahlen mĂŒssen, kannst du davon ausgehen, dass auch dein Konto nicht dauerhaft kostenlos bleiben wird.

Tipp: Einige Girokonten sind erst kostenlos, wenn du einen bestimmten regelmĂ€ĂŸigen Geldeingang verzeichnen kannst. Achte also darauf, ob das kostenlose Girokonto eventuell an Bedingungen geknĂŒpft sind und ob du sie (dauerhaft) erfĂŒllst.

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Service vor Ort und persönliche Ansprechpartner

Gerade fĂŒr Ă€ltere Menschen und fĂŒr GeschĂ€ftskunden, die immer wieder kurzfristige Kredite benötigen (z.B. im Immobilienbereich), ist ein persönlicher Ansprechpartner vor Ort von großem Wert. Er kĂŒmmert sich um alle Anliegen und ist sowohl telefonisch als auch persönlich immer erreichbar, wenn du Fragen hast.

Wenn du aber als Digitaler Nomade um die Welt reist und nur selten lĂ€nger als vier Wochen an einem Ort bist, ist dir ein persönlicher Ansprechpartner fĂŒr dein Girokonto wahrscheinlich egal. Oder dir ist zumindest egal, ob er in Villingen-Schwenningen oder im indischen Call-Center sitzt.

Nicht vergessen solltest du aber, dass ein Filialnetz mit Niederlassungen in Top-Lagen teuer ist und am Ende die Kunden der Bank dafĂŒr bezahlen - sei es nun in Form von KontofĂŒhrungsgebĂŒhren oder negativen Zinsen.

Digitalisierung und Online-Service

Die Zukunft liegt in der Vernetzung. Der Trend, den man in nahezu jeder Branche beobachten kann, macht auch nicht vorm Banking halt. Wozu solltest du noch ÜberweisungstrĂ€ger ausfĂŒllen und in der Filiale abgeben, wenn du auch alles mit einer App auf deinem Smartphone erledigen kannst?

Gerade als SelbstĂ€ndiger kann dir ein smartes Bankkonto eine Menge Arbeit abnehmen, wenn es sich intelligent in deine Prozesse einfĂŒgt und wiederkehrende Aufgaben automatisiert. Kontist berechnet dir beispielsweise bei jedem Geldeingang die voraussichtliche Steuer, die du auf diesen Betrag zu leisten hast. Bisher waren gerade Steuerzahlungen eine große Gefahr fĂŒr SelbstĂ€ndige , da man nie genau wusste, wie viel man von einem Betrag eigentlich zur Seite legen musste. Dieses Problem kann mit dem richtigen GeschĂ€ftskonto nun der Vergangenheit angehören.

Funktionen (Lastschriften, DauerauftrÀge etc.)

Wie nutzt du dein Girokonto? Brauchst du Online-Banking, DauerauftrĂ€ge, Lastschriften, regelmĂ€ĂŸige KontoauszĂŒge als PDF, die Möglichkeit in exotischen LĂ€ndern Geld abzuheben oder willst du viele internationale Überweisungen tĂ€tigen? Das alles ist nicht immer bei allen Banken selbstverstĂ€ndlich und kostenlos erhĂ€ltlich.

Am besten schaust du dir einmal die Kontobewegungen der letzten Monate auf deinem aktuellen Girokonto an und ĂŒberlegst dir, welche Funktionen du unbedingt brauchst. Es wĂ€re doch Ă€rgerlich, wenn du erst im Nachhinein feststellst, dass dir ganz zentrale Funktionen fehlen.

Filialnetz

Ein großes Filialnetz hĂ€ngt eng mit dem Service vor Ort zusammen. Wenn dir eine persönliche Betreuung durch einen Bankberater wichtig ist, solltest du darauf achten, dass deine zukĂŒnftige Bank viele Filialen hat, in denen dir Bankmitarbeiter weiterhelfen können. Auch wenn du immer wieder auf Bargeld in bestimmter StĂŒckelung angewiesen bist (z.B. als Wechselgeld fĂŒr Kellner) und Bargeld einzahlen musst, solltest du dich fĂŒr eine Bank mit eigenen Filialen entscheiden.

Doch der Schein kann auch trĂŒgen: Es gibt zum Beispiel sehr viele Sparkassen- und Volksbank-Filialen, aber diese Banken sind regional ausgerichtet und du kannst in einer Filiale der Hamburger Sparkasse beispielsweise kein Geld auf dein Kölner Sparkassen-Konto einzahlen.

Ein Vorteil eines großen Filialnetzes ist in der Regel die große Verbreitung der Geldautomaten und die Möglichkeit kostenlos an Bargeld zu kommen. Dieser Vorteil wird zwar durch ZusammenschlĂŒsse von Banken (z.B. Cash Group oder Cashpool) etwas relativiert, du solltest den Punkt aber nicht vollkommen aus den Augen verlieren, wenn du regelmĂ€ĂŸig auf Bargeld angewiesen bist.

Übersicht ĂŒber Geldautomaten-Gruppen

  • Sparkassen-Finanzgruppe: ca. 25.700 Geldautomaten
  • Bankcard-Servicenetz (Volksbanken und Raiffeisenbanken): ca. 19.200 Geldautomaten
  • Cash-Group (Deutsche Bank, Commerzbank, Unicredit Bank etc.): ca. 9.000 Geldautomaten
  • Cashpool (Targobank, Sparda-Banken etc.): ca. 2.900 Geldautomaten

Kreditkarte

Deutschland ist nach wie vor ein Bargeld-Land. Nur in wenigen Industrienationen hÀngen die Menschen so sehr am Bargeld wie in Deutschland. Aber auch hier werden Kreditkarten immer wichtiger, auch weil sie im Internet das Zahlungsmittel Nr.1 sind.

Wie oben schon erlĂ€utert, gibt es unterschiedliche Arten von Kreditkarten bzw. von Kreditkartenkonten. Welche Form fĂŒr dich die beste ist, solltest du vorher fĂŒr dich selbst entscheiden.

Bei einigen Banken musst du jĂ€hrliche KreditkartengebĂŒhren von bis zu 600,00 Euro zahlen. Bevor du dich vorschnell fĂŒr ein Girokonto mit Kreditkarte entscheidest, solltest du auf jeden Fall einen Blick auf die Preise der Kreditkarte werfen.

Dispokredit

Ich kann dir nur dringend davon abraten, dauerhaft einen Dispokredit auf deinem Girokonto in Anspruch zu nehmen. Die Zinsen fĂŒr solche KontoĂŒberziehungen sind sehr hoch und machen wirtschaftlich nur selten Sinn.

Aber gerade SelbstĂ€ndige können durchaus mal in Situationen kommen, in denen ein Girokonto mit Dispokredit den grĂ¶ĂŸten LiquiditĂ€tsengpass vermeiden kann. Wenn du kurzfristig kleinere Projekte vorfinanzieren musst oder Zahlungen von Kunden etwas lĂ€nger auf sich warten lassen, kann ein Dispokredit unter UmstĂ€nden praktisch sein.

Beim Dispokredit solltest du vor allem auf die Zinshöhe achten. Aktuell sollte dieser nicht ĂŒber 7,0-8,0% liegen (Stand: 02/2017)

Girokonten fĂŒr besondere Zielgruppen

Unterschiedliche Zielgruppen haben unterschiedliche BedĂŒrfnisse, wenn es um das Girokonto geht. Das Nutzungsverhalten unterscheidet sich zum Teil erheblich und wĂ€hrend sich junge Menschen beispielsweise sehr ĂŒber mobiles Banking mit dem Smartphone freuen und es als Grundvorussetzung ansehen, sind viele Rentner damit ĂŒberfordert und wĂŒrden sich im Zweifel gegen eine Bank entscheiden, die sich zu digital aufgestellt hat.

Aus diesem Grund gibt es Girokonten, die auf die BedĂŒrfnisse einer speziellen Zielgruppe abgestimmt sind. Es gibt beispielsweise spezielle Girokonten fĂŒr Studenten, Girokonten fĂŒr SelbstĂ€ndige oder Angebote fĂŒr Rentner.

Girokonto fĂŒr Jedermann

Der Begriff Jedermann-Konto kommt ursprĂŒnglich vom Recht eines jeden BĂŒrgers auf ein Girokonto. Ohne Girokonto ist es sehr schwer an bestimmten geschĂ€ftlichen VorgĂ€ngen teilzunehmen, da zum Beispiel GehĂ€lter oder Mietzahlungen fast ausschließlich elektronisch gezahlt werden.

Bis zum Juni 2016 gab es das Jedermann-Konto als freiwillige Selbstverpflichtung der Banken (initiiert vom ZKA - Zentralen Kreditausschuss). Seitdem gibt es das Zahlungskontengesetz (ZKG), dass jedem Verbraucher ein Basiskonto garantiert. Das gilt auch fĂŒr Menschen ohne festen Wohnsitz wie Obdachlose oder Digitale Nomaden.

Im allgemeinen Sprachgebrauch ist ein Jedermann-Konto ein reines Basiskonto auf Guthabenbasis, bei dem keine Überziehungen zugelassen sind.

Girokonto fĂŒr Studenten

“Studenten sind jung und haben kein Geld.”

Diese Aussage beinhaltet schon die wesentlichen BedĂŒrfnisse, die Studenten bei Girokonten haben. Es sollte kostenlos und möglichst modern zu managen sein. Online Banking, Smartphone-Apps und elektronische KontoauszĂŒge sind fĂŒr Studenten-Girokonten absolute Grundvoraussetzung.

Obwohl Studenten noch keine großen Gewinne versprechen, sind sie fĂŒr die Banken eine sehr attraktive Zielgruppe und es viele Angebote fĂŒr Studenten. Mit großen WillkommensprĂ€mien wird um den Nachwuchs gebuhlt. Dieses PhĂ€nomen ist recht leicht erklĂ€rt: Die meisten Menschen wechseln ihr Konto nicht besonders hĂ€ufig und Studenten sind die Besserverdiener der Zukunft. Wenn eine Bank also gute Kunden akquirieren möchte, fangen sie frĂŒh damit an und bemĂŒhen sich möglichst frĂŒh um die Aufmerksamkeit der Zielgruppe.

Die Girokonten fĂŒr Studenten sind meistens ĂŒbrigens nicht ausschließlich fĂŒr Studenten. Auch als Azubi findest du ein breites Angebot an kostenlosen Girokonten.

Girokonto fĂŒr SelbstĂ€ndige

Wenn du als SelbstĂ€ndiger schon einmal ein Girokonto eröffnen wolltest, kannst du mit Sicherheit bestĂ€tigen, dass das gar nicht so einfach ist und die meisten Banken dich nicht haben wollen. Es ist ĂŒberraschend schwer ein einfaches Girokonto zu eröffnen, wenn man es geschĂ€ftlich nutzen möchte. Wenn du Rechtsanwalt, Arzt oder Architekt bist, hast du bei einigen Banken noch die Chance auf ein Girokonto. FĂŒr alle anderen sieht es deutlich dĂŒsterer aus. Und wir reden hier von reinen Guthabenkonten ohne Dispokredit.

Viele SelbstĂ€ndige nutzen deshalb ein zweites privates Konto fĂŒr das GeschĂ€ftliche, laufen damit aber immer Gefahr, dass die Bank darauf aufmerksam wird und das Konto kĂŒndigt.

“Das darf nicht sein und entspricht nicht der GrĂŒnderfreundlichkeit, die wir so gerne in Deutschland haben wollen”, haben sich die GrĂŒnder von Kontist gedacht und ein Konto speziell fĂŒr SelbstĂ€ndige an den Start gebracht.

Tipp fĂŒr die Praxis: Immer wieder taucht die Frage auf, ob man als SelbstĂ€ndiger ĂŒberhaupt ein separates GeschĂ€ftskonto braucht und ob es nicht auch ausreicht, das private Konto auch fĂŒr das GeschĂ€ftliche zu nutzen.

Eine gesetzliche Pflicht gibt es nicht und rein rechtlich könntest du auch alles ĂŒber ein Konto abwickeln. Allerdings ist das aus vielen GrĂŒnden nicht empfehlenswert und sorgt immer wieder fĂŒr Chaos in der Buchhaltung. Wenn du es ernst mit deiner SelbstĂ€ndigkeit meinst, solltest du unbedingt ein separates GeschĂ€ftskonto fĂŒhren.

Weitere Informationen zu dem Thema findest du auch in unserem Artikel Muss man als SelbstĂ€ndiger eigentlich ein GeschĂ€ftskonto fĂŒhren? Oder reicht ein Privatkonto?

Girokonto eröffnen - Worauf du achten solltest

FrĂŒher musste man persönlich in einer Bankfiliale erscheinen, um ein Girokonto zu eröffnen. Inzwischen ist es aber bei fast allen Banken auch möglich online ein Girokonto zu eröffnen.

In der Regel solltest du folgende Anforderungen erfĂŒllen, um ein Konto eröffnen zu können:

  • Du bist mindestens 18 Jahre alt. Wenn du MinderjĂ€hrig bist, brauchst du eine schriftliche Zustimmung deiner Eltern (oder anderer Erziehungsberechtigten)
  • Du brauchst einen Wohnsitz in Deutschland.
  • Du brauchst eine saubere Schufa ohne negative Vermerke. Wenn du negative SchufaeintrĂ€ge hast, lehnen dich die meisten Banken kategorisch ab. Das höchste der GefĂŒhle wĂ€re ein reines Guthabenkonto.

Exkurs: Was ist die SCHUFA?

FĂŒr viele Menschen ist die Schufa Holding AG ein absolutes Schreckgespenst. Dabei ist dieses vage Unbehagen gegenĂŒber der SCHUFA hĂ€ufig einzig und allein auf Unwissen zurĂŒckzufĂŒhren.

Die SCHUFA speichert ĂŒber fast jeden Menschen in Deutschland (aktuell etwa 66,4 Millionen Menschen und 5,2 Millionen Unternehmen) Daten ĂŒber finanzielle GeschĂ€ftsbeziehungen. Dazu gehören zum Beispiel Girokonten, Kredite, LeasingvertrĂ€ge aber auch zum Beispiel MobilfunkvertrĂ€ge. Es ist also grundsĂ€tzlich ĂŒberhaupt nichts Negatives, wenn in deiner SCHUFA-Akte EintrĂ€ge vorhanden sind.

Aus allen diesen Daten wird ein so genannter SCHUFA Score errechnet, der deine KreditwĂŒrdigkeit nachweisen soll. Der maximale SCHUFA Score liegt bei 100 Punkten. Je schlechter deine KreditwĂŒrdigkeit ist, desto niedriger ist dieser Wert. Wenn du gar keine EintrĂ€ge bei der SCHUFA hast, wirst du in der Regel auch keinen richtig hohen SCHUFA Score erreichen können, da zukĂŒnftige GeschĂ€ftspartner auch keinerlei AuskĂŒnfte darĂŒber erhalten, ob du regelmĂ€ĂŸig deinen Zahlungsverpflichtungen nachkommst. Ganz nach dem Motto: Wer keinen Kredit aufgenommen hat, kann auch nicht beweisen, dass er die Raten pĂŒnktlich zahlt.

Schwierig wird es erst, wenn du dauerhaft deinen Verpflichtungen nicht mehr nachkommst und beispielsweise deinen Dispokredit nicht mehr ausgleichst oder deine Leasingraten fĂŒr dein Auto nicht mehr zahlst. Das kann zu einem negativen Vermerk in deiner SCHUFA-Akte fĂŒhren und sorgt dafĂŒr, dass dein SCHUFA Score sinkt und es fĂŒr dich deutlich schwerer ist neue VertrĂ€ge abzuschließen oder Kredite aufzunehmen.

Einen solchen Eintrag bekommst du aber nicht, wenn du ein paar Tage im RĂŒckstand bist, sondern nur wenn du wirklich nachhaltig zu spĂ€t zahlst und der Kredit oder Mobilfunkvertrag gekĂŒndigt wird.

Einmal pro Jahr kannst du ĂŒbrigens kostenlos deine Daten bei der SCHUFA abrufen und einsehen, was ĂŒber dich gespeichert ist.

Schritt fĂŒr Schritt das Girokonto eröffnen Wenn du das Girokonto direkt in der Bankfiliale eröffnest, geht der Bankmitarbeiter alle Unterlagen gemeinsam mit dir durch und du kannst alle Fragen direkt loswerden. Deine EC- und Kreditkarte werden dir anschließend per Post zugesendet.

Die meisten Banken bieten inzwischen auch eine Online-Kontoeröffnung an. Der Prozess ist im wesentlichen identisch und so ganz 100%ig digital ist der Antrag meistens noch nicht.

Aktuell können wir folgende Formen der Online-Kontoeröffnung beobachten:

  1. Du beantragst online ein Konto und bekommst ein paar Tage spĂ€ter alle Unterlagen per Post zugesendet. Diese Unterlagen fĂŒllst du aus und schickst sie unterschrieben zurĂŒck an die Bank. Die LegitimationsprĂŒfung erfolgt meistens ĂŒber das sogenannte Post-Ident-Verfahren, bei dem in einer Postfiliale deine IdentitĂ€t ĂŒberprĂŒft wird und sichergestellt wird, dass deine Unterschrift echt ist.
  2. Du fĂŒllst die Unterlagen online aus, musst sie anschließend ausdrucken und per Post an deine Bank senden. Die LegitimationsprĂŒfung findet ebenfalls ĂŒber das Post-Ident-Verfahren statt.
  3. Du fĂŒllst die Antragsformulare online aus und kannst sie elektronisch versenden. Auch die LegitimationsprĂŒfung findet online statt und du musst deinen Schreibtisch nicht verlassen. Die ÜberprĂŒfung deines Ausweises findet zum Beispiel per Webcam statt

Dauer der Kontoeröffnung

Wenn du dein Konto direkt in der Bankfiliale eröffnest oder deine Bank eine Online-LegitimationsprĂŒfung anbietet, kannst du normalerweise schon nach wenigen Minuten bis zu 24 Stunden auf dein Konto zugreifen. Soweit zumindest die Theorie.

In der Praxis werden die Kontokarten und Zugangsdaten (PIN, User-ID etc.) per Post versendet und sind somit erst nach 3-7 Tagen bei dir. Wenn das Post-Ident-Verfahren verwendet wird, wie es bei den meisten Online-AntrĂ€gen ĂŒblich ist, kann die Kontoeröffnung bis zu drei Wochen dauern.

Hinweis: Aus SicherheitsgrĂŒnden werden alle Unterlagen der Bank einzeln versand. Du wirst nach der Kontoeröffnung also ĂŒber mehrere Tage verteilt einige Briefe mit allen Kontokarten und Codes bekommen.

Welche Unterlagen du fĂŒr die Kontoeröffnung brauchst

Es gibt nichts Nervigeres als zu einem Banktermin zu fahren, um kurz nach der BegrĂŒĂŸung zu erfahren, dass man die wichtigsten Unterlagen vergessen hat und in der nĂ€chsten Woche noch einmal wiederkommen muss. Deshalb solltest du dich vorher erkundigen, welche Unterlagen deine Bank zur Eröffnung des Girokontos benötigt.

Unterlagen, die du immer bei der Eröffnung des Girokontos parat haben solltest:

  • gĂŒltigen Personalausweis oder Reisepass
  • Einkommensnachweise der letzten Monate - Wenn du einen Dispokredit oder eine Kreditkarte brauchst, solltest du als Neukunde nachweisen, dass du ein regelmĂ€ĂŸiges Einkommen hast. Bei Angestellten reichen die letzten drei Gehaltsabrechnungen. Als SelbstĂ€ndiger wĂŒrde ich die betriebswirtschaftliche Abrechnung der letzten drei Monate und den letzten Steuerbescheid mitnehmen.

Girokonto wechseln - Was du bei einem Wechsel beachten solltest

Rein technisch gesehen ist der Wechsel des Girokontos sehr einfach, da dir deine aktuelle (neue) Bank dabei hilft und sich in der Regel sogar um die KĂŒndigung des vorherigen Kontos kĂŒmmert. Du musst also im Antragsformular nur ankreuzen, dass du das Konto wechseln möchtest und deine neue Bank kĂŒmmert sich um den Umzug.

In der Praxis hat sich dieses Vorgehen allerdings nicht immer als besonders sinnvoll erwiesen, da es in der Regel noch ZahlungsvorgÀnge wie zum Beispiel DauerauftrÀge, Lastschriften und EinzugsermÀchtigungen auf das alte Konto gibt.

Gerade als SelbststÀndiger solltest du damit rechnen, dass deine Kunden deine Kontoverbindung in ihrem Buchhaltungsprogramm angelegt haben und nicht jedes Mal die Bankverbindung von deinen Rechnungen abtippen. Es kann also durchaus passieren, dass auch weiterhin ZahlungsvorgÀnge auf dem alten Girokonto stattfinden.

Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, das alte Konto noch etwa zwei Monate weiter zu betreiben und den Wechsel zum neuen Girokonto nach und nach zu vollziehen.

WĂ€hrend DauerauftrĂ€ge ganz einfach bei der neuen Bank eingerichtet werden können, musst du bei Lastschriften, EinzugsermĂ€chtigungen und auch bei deinen Kunden explizit darauf hinweisen, dass du ein neues Konto hast und die Bezahlung ĂŒber das neue Girokonto abrechnen möchtest.

Du solltest dir dafĂŒr eine Liste von allen Adressaten anlegen und allen eine kurze Nachricht mit der neuen Kontoverbindung senden. Um diese Liste zu erstellen, gehst du am besten deine KontoauszĂŒge der letzten zwölf Monate durch und prĂŒfst bei jeder Zahlung, ob sie eventuell per Lastschrift oder EinzugsermĂ€chtigung gezahlt wurde. Ein solch langer Zeitraum ist leider notwendig, da viele VersicherungsbeitrĂ€ge, Vereinsmitgliedschaften aber auch Steuern nur einmal pro Jahr abgebucht werden.

FĂŒr alle geschĂ€ftlichen Transaktionen ist es ĂŒbrigens zusĂ€tzlich empfehlenswert, dass du auf deinen Rechnungen einen ausdrĂŒcklichen Hinweis auf die neue Kontoverbindung schreibst.

Nach einer Übergangsphase von etwa zwei Monaten sollten alle deine Kunden und alle ZahlungsempfĂ€nger deine neue Kontoverbindung haben und du kannst das alte Konto schließen. DafĂŒr reicht in der Regel eine kurze formlose KĂŒndigung bei der Bank mit dem Vermerk, wohin das Restguthaben des Girokontos ĂŒberwiesen werden soll.

Hinweis: FĂŒr Verbraucher wird es in Zukunft immer leichter mit dem Girokonto zu einer neuen Bank zu wechseln. Durch ein europĂ€isches Gesetz sind die Banken seit kurzem dazu verpflichtet, dem Kunden beim Umzug des Girokontos zu helfen. So muss die neue Bank zum Beispiel den Versicherungen, Telefonanbietern und Stromversorgern die neue Kontoverbindung mitteilen. Sie ist dazu in der Lage, weil sie die Daten der vergangenen 13 Monate von der alten Bank zur VerfĂŒgung gestellt bekommt. Sollte sie dabei ein Fehler machen, steht sie in der Haftung.

Da deine Bank aber trotzdem nicht zwingend alle Informationen hat, solltest du in diesem Fall die Verantwortung nicht vollkommen abgeben. Das gilt besonders bei Girokonten, die du fĂŒr dein Unternehmen nutzt.

Wie viele Girokonten du betreiben darfst

Der ein oder andere fragt sich in diesem Zusammenhang vielleicht, wie viele Girokonten man eigentlich betreiben darf.

Eine gesetzliche Regelung gibt es nicht und theoretisch könntest du eine ganze Reihe von Girokonten eröffnen.

Aber einmal abgesehen davon, dass es in den meisten FÀllen nur wenig Sinn macht 20-30 Girokonten zu unterhalten, werden auch GeschÀftsbeziehungen wie zum Beispiel der Betrieb eines Girokontos immer an die SCHUFA gemeldet werden. Dort könnte es einen etwas skurrilen und unseriösen Eindruck machen, wenn du eine solche Zahl an Girokonten unterhÀltst.

Wenn du auf diesen Konten jeweils auch ein Dispokredit nutzen möchtest, kannst du davon ausgehen, dass du bei den meisten Banken abgelehnt wirst. Die Gefahr, dass du ĂŒberall den Dispokredit ausreizt und dann verschwindest ist zu groß.

PrÀmien zur Kontoeröffnung

Viele Banken versuchen neue Kunden mit attraktiven PrĂ€mien zu ködern und ĂŒberbieten sich mit Geschenken und Startguthaben. Aktuell erhĂ€ltst du bis zu 150 Euro, die dir bei einer Kontoeröffnung ausgezahlt werden.

Solche PrÀmien sind grundsÀtzlich eine super Sache. Wer freut sich nicht, wenn auf einem neuen Konto gleich 100 Euro Guthaben vorhanden sind?

Da eine solche KontoeröffnungsprĂ€mie naturgemĂ€ĂŸ aber nur ganz am Anfang bei der Kontoeröffnung ausgezahlt wird und ein durchschnittliches Girokonto eine Laufzeit von vielen Jahren hat, sollte eine kurzfristige Premiere keine entscheidende Rolle bei der Kontowahl spielen.

Du kannst dir sicher sein, dass keine Bank etwas zu verschenken hat und auch der Willkommensbonus wieder refinanziert werden muss. Ich empfehle deshalb, dass du beim Vergleich der Girokonto-Konditionen immer auf die Preise, Zinsen und PrĂ€mien fĂŒr Bestandskunden schaust. Du bist schließlich deutlich lĂ€nger Bestandskunde als Neukunde.

Wenn sich allerdings zwei Angebote sehr Àhnlich sind, kannst du die PrÀmie zur Kontoeröffnung selbstverstÀndlich auch als als Entscheidungskriterium hinzuziehen.

Dabei solltest du immer darauf achten, an welche Bedingungen dieser Bonus geknĂŒpft ist. HĂ€ufig verlangen die Banken ĂŒber einen bestimmten Zeitraum (hĂ€ufig 2-3 Monate) einen regelmĂ€ĂŸigen Geldeingang in bestimmter Höhe. Das hat den Hintergrund, dass die Banken wollen, dass du das Girokonto auch tatsĂ€chlich nutzt und nicht nur das Konto eröffnet hast, um die KontoeröffnungsprĂ€mie abzugreifen.

Ob es tatsÀchlich möglich ist, einen ernsthaften Profit durch KontoeröffnungsprÀmien zu erzielen, hat vor einiger Zeit Stern TV mit einem interessanten Versuch getestet.

Welche Kosten können bei Girokonten entstehen?

Ein bedingungslos kostenloses Girokonto bedeutet fĂŒr die meisten Banken ein VerlustgeschĂ€ft. Eine Analyse der Boston Consulting Group hat ergeben, dass Banken mit kostenlosen Girokonten im Durchschnitt pro Kunde bis zu 30 Euro Verlust im Jahr machen.

Aus diesem Grund sind viele kostenlose Angebote gar nicht so kostenlos, wie sie auf den ersten Blick wirken. Das Geld wird einfach nur auf anderen Wegen eingenommen. Es ist empfehlenswert, die GebĂŒhrenstruktur vor Eröffnung des Girokontos genau zu prĂŒfen und bei kompliziertem und langem Kleingedruckten besondere Vorsicht walten zu lassen.

Auch Online-Vergleichsseiten gegenĂŒber ist ein gesundes Maß an Misstrauen zu empfehlen. Solche Vergleichsportale finanzieren sich in der Regel ĂŒber Vermittlungsprovisionen und haben deshalb nicht unbedingt im Sinn die klarste Preistransparenz zu bieten.

Ein ernsthafter und umfassender Vergleich aller Girokonten ist sehr mĂŒhselig, da viele Banken das Vergleichen absichtlich erschweren. Insbesondere regionale und lokale Filialbanken wie Sparkassen oder Volksbanken haben in der Regel kein Interesse online vergleichbar zu sein und du findest die Preislisten nur als Aushang oder auf Anfrage in der Bankfiliale.

Neben den allgemeinen KontofĂŒhrungsgebĂŒhren können vor allem noch fĂŒr folgende VorgĂ€nge GebĂŒhren anfallen:

  • Überweisungen
  • Kreditkartenzahlungen
  • Bargeldabhebungen
  • RĂŒcklastschriften
  • DauerauftrĂ€ge
  • Online Banking und TAN-Listen
  • KontoauszĂŒge
  • Lastschriften
  • Erstellung der Jahressteuerbescheinigung

Dazu kommen hohe Zinsen auf Dispokredite oder unter UmstÀnden sogar negative Zinsen auf das Kontoguthaben.

Da durch die komplizierten Kostenstrukturen und die vielen VorgĂ€nge, die GebĂŒhren verursachen können, ein klarer und einfacher Vergleich hĂ€ufig sehr schwierig ist, solltest du besonders darauf achten, dass es eine klare und leicht verstĂ€ndliche GebĂŒhrenstruktur gibt. Dass diese GebĂŒhren leicht verstĂ€ndlich und ĂŒbersichtlich erlĂ€utert werden sollten, versteht sich von selbst.

Alle Informationen ĂŒber die Preise eines Kontist-Girokontos, findest du ĂŒbrigens hier: Zur PreisĂŒbersicht

girokonto

KontofĂŒhrungsgebĂŒhren vs. kostenloses Girokonto

Durch die inzwischen schon lang anhaltende Niedrigzinsphase und die großen Altlasten aus der Bankenkrise stehen viele Banken finanziell unter Druck und immer mehr Banken wenden sich von der Idee des kostenlosen Girokontos ab.

So haben beispielsweise die Postbank und die Hypovereinsbank in den letzten Monaten angekĂŒndigt, dass es in Zukunft bei Ihnen keine kostenlosen Girokonten mehr geben wird. Die Zeiten, in denen es der Finanzbranche ausnahmslos gut ging, sind wohl endgĂŒltig vorbei.

Nichtsdestotrotz bleibt das Girokonto fĂŒr viele Kreditinstitute das Einstiegsprodukt Nummer eins, um neue Kunden zu gewinnen, denen sie spĂ€ter weitere Leistungen, wie zum Beispiel Kredite, SparvertrĂ€ge oder Depots verkaufen können.

Aktuell sind folgende Girokonten kostenlos verfĂŒgbar:

Du hast also nach wie vor die Chance auf ein kostenloses Girokonto, auch wenn es nicht mehr so viele Wahlmöglichkeiten gibt, wie es noch vor einigen Jahren der Fall war.

Wir von Kontist setzen ebenfalls auf ein kostenloses Girokonto. Das Basiskonto hat eine klare Preisgestaltung und ist fĂŒr jeden SelbststĂ€ndigen kostenlos erhĂ€ltlich. Doch auch wir mĂŒssen unsere Kosten decken und bieten deshalb bald ein kostenpflichtiges Premiumkonto an, mit dem du deutlich mehr Features nutzen kannst. Hier findest du weitere Informationen zum kostenlosen Girokonto von Kontist: Zur Kontoeröffnung

Kostenloses Girokonto ohne Mindestgeldeingang

Du solltest bei einem kostenlosen Girokonto immer darauf achten, ob es wirklich immer kostenlos ist oder ob du bestimmte Bedingungen erfĂŒllen musst.

Bei vielen Banken erhĂ€ltst du zum Beispiel das kostenlose Girokonto nur, wenn du unter 26 Jahre alt bist oder ein Gehalt bzw. eine Rente von mindestens 3000 Euro pro Monat erhĂ€ltst. Ein kostenloses Girokonto fĂŒr SelbststĂ€ndige ist die absolute Ausnahme und fast nur mit einmaligen Sonderangeboten verbunden.

Zwar gibt es seit einigen Monaten die gesetzliche Vorschrift, dass dir die Banken ein Basiskonto (Guthabenkonto) zur VerfĂŒgung stellen mĂŒssen, allerdings besteht kein Recht auf ein kostenloses Konto.

Fazit

Etwa 75 % aller Bankkunden haben noch nie ihr hauptsĂ€chlich genutztes Girokonto gewechselt. Das haben Marktforschungen zum Beispiel von der Unternehmensberatung zeb ergeben. Offensichtlich ist ein Wechsel des Girokontos fĂŒr die meisten Menschen zu aufwendig bzw. erscheint es ihnen zu aufwendig.

Auch wenn es schwieriger wird ein bedingungslos kostenloses Girokonto zu finden, lohnt sich ein Preisvergleich immer und du hast die Möglichkeit eine Menge Geld zu sparen. Die Banken wissen genau, dass die meisten Kunden das Konto nur sehr selten wechseln und verlangen deshalb gerade bei den Bestandskunden zum Teil sehr hohe ungerechtfertigte GebĂŒhren.

Ich empfehle dir deshalb, dass du dir die Zeit nimmst und aktuelle Angebote miteinander vergleichst. Du könntest durch einen einfachen Kontowechsel mehrere 100 Euro pro Jahr sparen.

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