Digital Nomad zu sein, ist aktuell Trend. Immer mehr Menschen entscheiden sich für diesen besonderen Lifestyle. Schließlich kannst du als digitaler Nomade arbeiten, wo du willst. Die Welt ist dein zu Hause.

Dank des Internets wird dieser Traum für viele Menschen Wirklichkeit. Genaugenommen für alle, denen ein Laptop und das World Wide Web zur Erledigung ihrer Arbeit reichen. Zumindest fast. Denn meist kommen Digital Nomads aus der Kreativbranche und suchen deshalb stets nach neuen Inspirationsquellen. Die Orte, zu denen sie Reisen, müssen deshalb einige Kriterien erfüllen:

  1. Ein Internetzugang muss da sein. Oder im besten Fall in der ganzen Stadt freies W-Lan zur Verfügung stehen.
  2. Die Lebenshaltungskosten sollten nicht zu hoch sein.
  3. Das Angebot an Coworking Spaces und anderen tollen Locations, die zum Arbeiten einladen, darf nicht fehlen.
  4. Im besten Fall sind die Landsleute gut drauf, offen und kommunikativ.
  5. Und zu guter Letzt: Der Ort muss kreativen Input bieten.

Ich bin selbst Freiberufler und weiß, wie wichtig ein kreatives Umfeld ist. Früher oder später kommt man an den Punkt, an dem man erkennt, dass eine Luftveränderung notwendig ist. Sonst leidet die Qualität der Arbeit. Deshalb habe ich mich schlau gemacht und die acht besten Nodes - also die beliebtesten und besten Orte zum Arbeiten für die Nomaden-Gemeinde - in Europa recherchiert. Sie zeichnen sich nicht nur durch eine tolle Infrastruktur und ein breites Angebot an Coworking Spaces aus, sondern haben mich auch dazu inspiriert, mich in diesem Jahr in die weite Welt zu stürzen. Und wer weiß? Vielleicht sieht man sich bald Seite an Seite in einem Café am Meer in die Laptop-Tasten hauen!

Acht Orte in Europa, die jeder Digital Nomad kennen sollte

Lissabon (Portugal)

Lebenshaltungskosten: Sonne, Strand und Meer. Lissabon ist nicht umsonst erster Anlaufpunkt für alle, die auf der Suche nach Erholung und einer schönen Bräune sind. Doch hat die Stadt noch ganz andere Reize, die sie für Digital Nomads perfekt macht. Erstens sind die Lebenshaltungskosten in der City moderat. Eine eigene Unterkunft mit Blick aufs Meer gibt es bei Airbnb bereits ab 30 Euro die Nacht. Und wer länger bucht, bekommt bei vielen Anbietern sogar 50 Prozent Rabatt.

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Infrastruktur: Egal wo du dein Quartier findest, du bist garantiert schnell im Geschehen. Denn die letzten Jahre hat Portugal viel Geld in den Ausbau seiner öffentlichen Verkehrsmittel investiert. Zwar ist das Eisenbahnnetz nicht das Beste. Das Busnetz dafür umso dichter.

Coworking: Orte zum Arbeiten findest du mit Sicherheit genug. In Lissabon gibt es zahlreiche schnuckelige Cafés mit vernünftigen Internetverbindungen. Oder du lässt dich in einem der zahlreichen Coworking Spaces nieder. Besonders beliebt: Das Cowork Central (Praça Duque da Terceira 24, 3°1200-161 Lisbon), in dem nicht nur regional ansässige Freelancer und digitale Nomaden, sondern ganze Unternehmen arbeiten. Alternativ lohnt sich auch ein Abstecher in das IDEIA Hub (Av. D. Joao II Nº35 11ºA, 1990-083 Lisboa) mit tollem Blick auf den Rio Tajo.

Wetter: Wenn du die Sonne und gutes Wetter liebst, reise nicht unbedingt im Winter nach Lissabon. Dann regnet es hier recht viel. Aber sonst ist die Stadt für jeden Digital Nomad eine Reise wert!

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Barcelona (Spanien)

Lebenshaltungskosten: Ein weiterer schöner Ort für alle Sonnenanbeter unter den Digital Nomads ist Barcelona. Zugegeben: Das Leben in der Stadt ist nicht ganz günstig. Dafür kommt man aber in den Genuss von hervorragendem Wein und lernt nette Leute kennen. Die Spanier sind einfach gut drauf.

Infrastruktur: Die Metro bringt dich schnell von A nach B und verbindet die Alt- mit der Neustadt. Auch Busse und die Regionalbahn fahren regelmäßig. Übrigens werden dir bei deiner Reise durch die Hauptstadt Kataloniens zwei Namen häufiger begegnen: Trambaix und Trambesòs, die zwei Straßenbahnnetze der Stadt.

Coworking: Nicht nur ein hervorragendes Verkehrsnetz, sondern auch mehrere, moderne Coworking-Spaces hat die City zu bieten. Freelancer aus aller Welt treffen sich im Depot Lab (Carrer del Bruc, 149, 08037 Barcelona), im Coco COFFICE (Carrer de Manso, 17, 08015 Barcelona) oder im Felisa CoWork (Carrer del Rosselló, 295, Bajos, 08037 Barcelona).

Wetter: Du siehst, es gibt genügend gute Gründe für jeden Digital Nomad nach Barcelona zu reisen. Am besten im Mai und Juni oder aber im September und Oktober. Das Wetter ist gut, das Meer lädt zum Baden ein und es ist nicht so heiß, dass die Konzentration in den Keller sinkt.

Madrid (Spanien)

Lebenshaltungskosten: Wer lange genug in Barcelona war, das spanische Temperament und den lockeren Lebensstil aber nicht missen möchte, der sollte Madrid einen Besuch abstatten. Die Lebenshaltungskosten in der Stadt sind, im Vergleich zu anderen Ländern Europas, noch recht günstig. Für 500 Euro pro Monat lässt sich hier bereits eine schöne, zentral gelegene Wohnung finden.

Infrastruktur: Der Nahverkehr ist gut ausgebaut. Junge Menschen – gerade Studenten oder Digital Nomads – erreichen ihr Ziel aber meist mit dem Fahrrad. Wo du auch hin möchtest, dein Drahtesel bringt dich in der spanischen Hauptstadt immer ans Ziel.

Coworking: Egal wo du in Madrid wohnst, der nächste Coworking Space ist nicht weit. Wie auch in Barcelona erfreut sich die Stadt einer wachsenden Digital Nomads-Gemeinde, die das Angebot an Coworking Spaces gerne nutzt. Aktuell besonders begehrt unter Freelancern und anderen kreativen Köpfen: Das Freeland Innovation Center (C/ Gandía, 1, 28007 Madrid). Ab 45 Euro monatlich bist du dabei. Übrigens: Arbeiten im Café ist in Madrid eher nicht angesagt. Es gibt kaum freies W-Lan – und Gleichgesinnte trifft man hier ebenfalls selten.

Wetter: Das Wetter ist in Madrid in den späten Herbst- und Wintermonaten recht mild. Im Sommer steigen die Temperaturen gerne mal auf 40 Grad. Angenehm ist es in den späten Frühlingsmonaten, mit sonnigem Wetter und Temperaturen um die 20 Grad.

Wien (Österreich)

Lebenshaltungskosten: Wien wird – gerade bei jungen Leuten – immer beliebter. Kein Wunder: Die Stadt hat eine gute Uni und versprüht ihren ganz besonderen Charme. Leider bringt der Wien-Trend aber auch seine Schattenseiten mit sich. Die Mietpreise sind in den letzten Jahren stark gestiegen. 50 Euro pro Tag muss man für eine anständige Bleibe mindestens zahlen. Essen gehen ist ebenfalls teuer.

Infrastruktur: Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) lässt in Wien keine Wünsche offen. An so gut wie jeder Straßenecke findet sich ein Halteplatz von Bus oder Straßenbahn. So kommt man in der österreichischen Hauptstadt schnell an sein Ziel.

Coworking: Wien ist bekannt für tollen Kaffee, leckere Kuchen und exzellentes Gebäck. Cafés gibt es hier also zur Genüge. Diese sind aber mehr ein Ort des Genusses. Wer hier arbeitet, fällt eher unangenehm auf. Besser also einen der vielen Coworking Spaces aufsuchen. Davon hat Wien mehr als genug. Etwa das Coworking Wien (Große Sperlgasse 41/1, 1020 Wien), das von der Nomaden-Gemeinde besonders für sein schnelles Internet (75 Mbit/s), die Küche mit Entspannungszone und die Kaffee-Flat geliebt wird. Aber Vorsicht: Nachtschwärmer haben es in Wien nicht leicht. Coworking Spaces machen hier in der Regel um 18 Uhr dicht. Die Lösung ist das Stockwerk (Pater-Schwartz-Gasse 11A, 1150 Wien), das gegen einen Aufpreis von 60 Euro einen 24 Stunden-Zugang anbietet.

Wetter: Das Wetter verhält sich ähnlich wie in Deutschland. Besonders schön ist die Stadt im Frühjahr, wenn die Kutschen über die Straßen rollen und es die Menschen wieder vor die Cafés zieht.

Berlin (Deutschland)

Lebenshaltungskosten: Manchmal liegt das Gute so nah! Berlin ist einer von Europas Vorreitern, was die Digital Nomads-Szene betrifft. Die Lebenshaltungskosten sind (noch) günstig. Eine private Unterkunft bereits zwischen 20 und 30 Euro pro Tag zu haben. Ebenso sind die Kosten für Essen überschaubar. Das Angebot ist vielfältig und oft sehr günstig.

Infrastruktur: Was den öffentlichen Nah- und Fernverkehr betrifft, kann sich Berlin ebenfalls zu den modernsten Städten in Europa zählen. Neben den dicht-getakteten Regionalzügen gibt es ein exzellentes S-, U-Bahn- und Bus-System.

Coworking: Coworking in Berlin? Keine Frage! Die Stadt hat zahlreiche tolle Coworking Spaces zu bieten. Klare Empfehlung: Der Pulsraum (Kottbusser Damm 25/26, 10967 Berlin) nahe des Herrmannplatzes. Unbedingt vorbeischauen.

Wetter: In Berlin herrscht das typisch deutsche Wetter. In den ersten Sommermonaten trifft man es hier wohl am besten. Aber ganz im Ernst: Zum Arbeiten und Networken ist es in Berlin immer wunderschön.

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Prag (Tschechien)

Lebenshaltungskosten: Wenn du aus Deutschland kommst, wirst du von den Preisen in Prag positiv angetan sein. Zwar sind die Wohn- und Lebenshaltungskosten in den letzten Jahren gestiegen. Im Vergleich zu anderen Ländern Europas aber günstig.

Infrastruktur: Der öffentliche Nahverkehr ist gut ausgebaut – und Fahrkarten sehr günstig. Wer nicht mit Bus und Bahn reisen mag, erreicht sein Ziel in Prag aber auch schnell zu Fuß.

Coworking: Coworking Spaces gibt es in Prag genug. Etwa den Locus Workspace (Slezská 857/45, 130 00 Praha 3-Vinohrady), der rund um die Uhr geöffnet hat. Für 3500 CZK (umgerechnet etwa 130 Euro), kannst du dich hier einen Monat so viel und oft aufhalten wie du möchtest.

Wetter: Auf die Frage, zu welcher Jahreszeit Prag am schönsten ist, scheiden sich die Geister. Bei Touristen ist die Stadt im Frühjahr beliebt, im Sommer sind die Angebote dafür günstiger. Aber auch der Anblick Prags unter einer weißen Schneedecke ist nicht zu verachten.

Budapest (Ungarn)

Lebenshaltungskosten: Wie auch in Prag, sind die Lebenshaltungskosten in Budapest im europäischen Vergleich gering. Wohnen lässt es sich hier bereits für günstige 20 Euro pro Tag. Infrastruktur: Aktuell investiert die Stadt eine Menge Geld in den Ausbau des Nahverkehrs. Metro-Projekte werden ohne Ende vorangetrieben. Und das ist bereits spürbar.

Coworking: Ob moderner Coworking Space oder schickes Café – in Budapest ist das Angebot von beiden Arbeits-Locations groß. Besonders begehrt sind das thehub.hu (Paulay Ede u. 65, 1061 Ungarn) mit 24 Stunden Zugang und extra schnellem Internet sowie das Mosaik (Pannónia u. 32, 1136 Ungarn). Einen geteilten Schreibtisch gibt es hier ab 10 Euro pro Tag.

Wetter: Die Winter in Budapest sind kalt, die Sommer warm. Aber Vorsicht: Im Frühsommer regnet es hier sehr viel. Am besten reist man im Juli oder August in die ungarische Hauptstadt.

Krakau (Polen)

Lebenshaltungskosten: Wer in Krakau eine Wohnung sucht, wird sich über die Preise freuen. Für rund zehn Euro pro Tag, bekommt man bereits eine schicke Wohnung im Stadtkern. Oder man nimmt sich ein WG-Zimmer für um die 250 Euro im Monat.

Infrastruktur: Krakau ist in 18 Stadtbezirke unterteilt, die untereinander mit der Stadtbahn verbunden sind. Ein Grund, weshalb viele in die Stadt pendeln. Doch auch in der City kommt man mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut voran. Hier fahren Tags und Nachts mehrere Straßenbahnen.

Coworking: Kostenfreies W-Lan ist in der Stadt leider nicht oft zu finden. Dafür gibt es aber schicke Coworking Spaces. Darunter das Pracownia (aleja Juliusza Słowackiego 1, 30-038 Kraków) und das 24 Stunden geöffnete COLAB (Tadeusza Romanowicza 4, 30-702 Kraków). Für 399 PLN (rund 92 Euro) im Monat hast du deinen eigenen Arbeitsplatz.

Wetter: Die Sommer in Krakau sind etwas frischer als in Deutschland. Und auch Regentagen gibt es hier einige. Der Winter ist dafür umso schöner – aber auch kälter! Also unbedingt warm einpacken. Oder mit dem Laptop in einem warmen Café gemütlich machen.