Kriterien: Was solltest du beim Vergleich der Geschäftskonten beachten?
Ein schufafreies Geschäftskonto sollte nicht allein danach ausgewählt werden, ob bei der Eröffnung eine SCHUFA-Abfrage stattfindet. Das Konto muss auch zu deinem geschäftlichen Alltag passen.
Akzeptierte Rechtsformen
Prüfe zuerst, ob deine Rechtsform akzeptiert wird. Ein kostenloses Konto für Freiberufler oder Einzelunternehmen ist nicht automatisch für eine GmbH oder UG verfügbar.
Bei einer Gesellschaft solltest du außerdem prüfen:
- ob mehrere Gesellschafter hinterlegt werden können
- ob Unternehmen in Gründung akzeptiert werden
- ob das Stammkapital eingezahlt werden kann
- welche Unternehmensdokumente erforderlich sind
- wie viele gesetzliche Vertreter Zugriff erhalten
Kosten
Mehrere Anbieter bieten Geschäftskonten ohne monatliche Grundgebühr an. Ein kostenloser Tarif kann für den Einstieg ausreichen, wenn du nur wenige Transaktionen und Karten benötigst.
„Kostenlos“ bedeutet jedoch nicht immer, dass für die Nutzung überhaupt keine Kosten entstehen. Je nach Anbieter können beispielsweise Gebühren für physische Karten, zusätzliche Überweisungen, Bargeldabhebungen oder weitere Nutzer anfallen. Prüfe deshalb vor deiner Entscheidung nicht nur die Grundgebühr, sondern die vollständige Preisübersicht.
Achte außerdem darauf, für welche Rechtsformen der kostenlose Tarif verfügbar ist. Manche Anbieter stellen ihr Gratis-Modell nur Freiberuflern und Einzelunternehmen zur Verfügung, während GmbH, UG oder andere Gesellschaften einen kostenpflichtigen Tarif wählen müssen.
Auch ein Blick in die Zukunft lohnt sich: Überlege, wie sich dein Business entwickeln soll, und vergleiche deine Pläne mit den Funktionen der kostenpflichtigen Kontomodelle. Wenn du später mehr Transaktionen, zusätzliche Karten, Teamzugänge oder umfangreichere Buchhaltungsfunktionen benötigst, sollte ein passender Wechsel innerhalb des Angebots möglich sein.
Karten und Bargeldabhebungen
Prüfe, ob eine physische Karte enthalten ist oder zusätzlich bestellt werden muss. Beachte außerdem:
- Anzahl der Karten
- virtuelle Karten
- Karten für Teammitglieder
- Gebühren für Bargeldabhebungen
- Fremdwährungsgebühren
- tägliche und monatliche Limits
Bei schufafreien Geschäftskonten handelt es sich normalerweise um Debit- oder Guthabenkarten. Auch wenn Visa oder Mastercard auf der Karte steht, erhältst du damit nicht automatisch einen Kreditrahmen.
Buchhaltung und Steuern
Integrierte Buchhaltungsfunktionen können zusätzliche Softwarekosten und manuelle Arbeit reduzieren.
Zu den hilfreichen Funktionen gehören:
- Rechnungserstellung
- Belegupload und Belegzuordnung
- automatische Kategorisierung
- DATEV-Export
- Schnittstellen zu sevdesk und anderen Tools
- Zugriff für Steuerberater
- Steuerberechnung
- Umsatzsteuervoranmeldung
Kontist hebt sich hier durch die automatische Berechnung von Einkommen- und Umsatzsteuer sowie die Einrichtung von Steuerrücklagen ab.
Bargeldeinzahlungen
Wenn du Bargeld einnimmst, sollte die Einzahlungsfunktion zu den wichtigsten Auswahlkriterien gehören. Viele digitale Geschäftskonten unterstützen zwar Bargeldabhebungen, aber keine direkten Einzahlungen von Banknoten oder Münzen.
Bei regelmäßigen oder hohen Bargeldeinnahmen kann daher ein Geschäftskonto bei einer Filialbank sinnvoller sein. Prüfe, ob du Bargeld am Schalter, an Einzahlungsautomaten oder über Handelspartner einzahlen kannst. Vergleiche dabei nicht nur die Gebühren, sondern auch Einzahlungslimits, die Verfügbarkeit von Automaten und den Umgang mit Münzgeld.
Eine weitere Möglichkeit ist ein zusätzliches Konto für Bareinzahlungen. Von dort kannst du das Geld auf dein eigentliches Geschäftskonto überweisen. Dadurch können jedoch zusätzliche Kontoführungs- und Transaktionskosten entstehen. Außerdem müssen die Geldbewegungen in der Buchhaltung klar dokumentiert werden.
Finanzierungsmöglichkeiten
Möchtest du später einen Dispokredit, eine Kreditlinie oder einen Geschäftskredit beantragen, solltest du prüfen, welche Finanzierungsprodukte der Anbieter selbst oder über Partner bereitstellt. Je nach Angebot können Kredithöhe, Laufzeit, Rückzahlungsmodell und Voraussetzungen deutlich variieren.
Manche Finanzierungen stehen erst nach mehreren Monaten aktiver Kontonutzung zur Verfügung. Häufig fließen dann neben der Bonität auch die bisherigen Umsätze, regelmäßige Zahlungseingänge und die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens in die Entscheidung ein. Andere Anbieter verlangen ein bestimmtes Mindestalter des Unternehmens oder einen monatlichen Mindestumsatz.
Vergleiche außerdem die Gesamtkosten und nicht nur den beworbenen Zinssatz. Achte unter anderem auf zusätzliche Gebühren, die Häufigkeit der Rückzahlungen, Möglichkeiten zur vorzeitigen Tilgung und die Folgen verspäteter Zahlungen.
Dabei gilt: Die Möglichkeit, ein Geschäftskonto ohne SCHUFA zu eröffnen, bedeutet nicht, dass auch die Finanzierung ohne SCHUFA- oder Bonitätsprüfung vergeben wird. Kontoeröffnung und Kreditantrag sind getrennte Prozesse. Ein verfügbares Finanzierungsangebot ist daher keine Garantie dafür, dass dein Antrag angenommen wird.
Sicherheit und Schutz der Kundengelder
Ein Geschäftskonto ohne SCHUFA ist nicht automatisch weniger sicher als ein Konto mit SCHUFA-Prüfung. Die SCHUFA-Abfrage beurteilt die Kreditwürdigkeit und ist kein Sicherheitsmerkmal des Kontos.
Wichtiger ist:
- Wer führt das Konto?
- Handelt es sich um eine lizenzierte Bank, ein Zahlungsinstitut oder ein E-Geld-Institut?
- Greift eine gesetzliche Einlagensicherung oder werden Kundengelder getrennt verwahrt?
- Welche Authentifizierungs- und Sicherheitsverfahren werden genutzt?
Bei Kontist werden die Banking-Leistungen beispielsweise über die deutsche Solaris SE erbracht. Guthaben sind im Rahmen der gesetzlichen Einlagensicherung grundsätzlich bis 100.000 Euro pro Einleger geschützt.