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Gute Gründe, um sich als Handwerker selbstständig zu machen

Handwerk hat goldenen Boden, sagt man immer wieder. Fest steht: Das Handwerk mit all seinen unterschiedlichen Bereichen ist konkret daran beteiligt, Wertschöpfung zu betreiben, Bedürfnisse von Menschen zu stillen und Neues zu schaffen. 

Ob es nun auf goldenem Boden steht, hängt doch sehr von deiner Bezahlung, deinem Können und deinem Ehrgeiz ab. Als angestellter Mitarbeiter eines Handwerkbetriebes sind dir aber vor allem auf der Gehaltsseite Grenzen gesetzt. In der Selbstständigkeit sieht dies ganz anders aus. 

Dabei sind die Lebenswege, die dich ins Handwerk führen können, höchst unterschiedlich: Eine Ausbildung und die mehrjährige Tätigkeit als Geselle sind dabei am häufigsten. Oftmals arbeiten ausgebildete Handwerker dann in einem Handwerksbetrieb, häufig auch in jenem, der sie ausgebildet hat. Je nach Infrastruktur und Wohnort, sind die Aufstiegschancen im Betrieb mehr oder minder vorgegeben. 

Aufgrund der vielen unterschiedlichen Bereiche im Handwerk sowie aufgrund der sehr unterschiedlichen Lohnniveaus, verbieten sich allgemeine Aussagen in diesem Zusammenhang. Allerdings ist festzuhalten:

Selbstständigkeit im Handwerk bedeutet ganz allgemein:

- mehr Freiheiten

- bessere finanzielle Möglichkeiten

- Gestaltungsspielraum

Nicht zuletzt ist der Gang in die Selbstständigkeit auch immer eine Existenzgründung. Dies kann zu einem guten Einpersonen-Unternehmen führen, in dem du alles selber machst und dein eigener Chef bist. Oder aber aus deiner Selbstständigkeit erwächst ein ganzes neues Unternehmen. Wie du sicherlich weißt, sind Handwerkbetriebe sehr unterschiedlich groß – vom Ein-Mann-Betrieb bis hin zu einem Großbetrieb gibt es alles. 

Über gute Gründe, sich als Handwerker selbstständig zu machen, aber auch über das Für und Wider, wollen wir hier einmal sprechen. In einem weiteren Beitrag geht es dann um ganz konkrete Schritte, die für den Gang in die Selbstständigkeit gehen kannst sowie um Regularien.

Warum du als Handwerker in der Selbstständigkeit mehr erreichen kannst

Wenn du wirklich gut in dem bist, was du tust und du dir zutraust, selbstständig zu werden, stehen dir im Handwerk sehr viele Türen offen. Gute Handwerker – vom Allrounder bis zum Spezialisten – gelten als Mangelware. Die Auftragslage ist, je nach Zielgruppe und Kenntnis, attraktiv, die Bezahlung kannst du durch gute Kalkulation und Professionalität hoch ansetzen. 

Konkrete Vorteile, die du als Selbstständiger im Handwerk hast, sollen hier einmal durchgegangen werden. Dabei stehen vor allem die Chance, ein florierenden Unternehmen, größere finanzielle Möglichkeiten sowie die berufliche Entfaltung im Vordergrund.

Ein Unternehmen gründen 

Wenn du im Handwerk selbstständig durchstartest, bist du Unternehmer. Dies kann bedeuten, dass du vorerst einen Ein-Mann-Betrieb aufbaust, wo du dich um alles selber kümmern kannst. Oder aber du nutzt die Gründung eines handwerklichen Betriebes (von denen es in Deutschland circa eine Million gibt), um nach und nach zu wachsen.

Du kannst bei entsprechender Eignung und Betriebsgröße sogar selber ausbilden und so den anderen angehenden Handwerkern berufliche Möglichkeiten eröffnen. Denkbar ist aber auch, dass du allein selbstständig sein möchtest, um so zu arbeiten und das zu tun, was dir vorschwebt. Gerade als Spezialist ist das eine gute Option, um das eigene Potenzial wirklich voll auszuschöpfen.

Freiheit in der Tätigkeit

Der eigene Chef zu sein, bedeutet eine groĂźe Freiheit. Du kannst selbst entscheiden, wo du wie arbeitest. Dein Arbeitsmaterial wird nicht mehr gestellt, sondern du kannst es dir aussuchen. Dein Lieblingswerkzeug sowie deine bevorzugten Hilfsmittel kannst du immer dann nutzen, wenn es sinnvoll ist.

Die Verpflichtung, frustrierende oder sich überhaupt nicht lohnende Jobs anzunehmen, besteht als Selbstständiger nicht. Stattdessen sollte es das Ziel sein, dass du durch deine Kunden genau die Tätigkeiten aufgetragen bekommst, die dir liegen. 

Die finanziellen Möglichkeiten

Die Einkünfte von Selbstständigen divergieren sehr stark voneinander. Es gilt: Gute Arbeit und Fleiß machen sich bezahlt. Wer seine Zielgruppe kennt und diese gezielt ansprechen kann, hat gute Aussichten auf volle Auftragsbücher. Eine gelungene Kalkulation deines Stundensatzes sowie effizientes Arbeiten können zu weit größeren Einkünften führen als dies als Angestellter möglich ist. Das Ganze ist natürlich auch davon abhängig, ob du noch Mitarbeiter hast und welche Kosten du hast. 

Ein spannende Perspektive fĂĽr dich

Selbstständigkeit ist viel mehr als das Arbeiten auf eigene Verantwortung. Es heißt auch, dass du verschiedene Disziplinen, die auch andere Selbstständige und Freelancer verinnerlichen, erlernst. Das beginnt mit einer guten Zeit- und Finanzplanung, umfasst Akquise, Buchhaltung, das Rechnungswesen, einen Überblick über Steuern und Steuererklärungen und endet bei diversen Soft Skills.

Improvisationstalent, das Lösen von Problemen und die eigene Fortbildung gehören dazu. Kurzum: Die Selbstständigkeit im Handwerk kann dich zu einem Unternehmer machen. Diese Fähigkeiten eröffnen dir auch über das Handwerk hinaus Möglichkeiten, denn sie schulen dich auch für das Leben. 

Welche Gedanken du dir vor dem Gang in die Selbstständigkeit im Handwerk machen solltest

Eine Gründung erfordert Vorbereitung. Im Handwerk kommen neben dem Willen und dem Können auch noch bestimmte Regularien hinzu. Wichtig ist dabei deine Qualifikation. So gibt es für bestimmte Handwerksberufe die Notwendigkeit, einen Meistertitel zu führen, wenn du dich selbstständig machen möchtest. Aber es gibt noch andere Möglichkeiten. Das wird in einem weiteren Blog Post noch einmal konkret betrachtet. 

Auch brauchst du eine Idee davon, wie du deine Zielgruppe erreichst. Je gefragter dein Können ist, desto leichter ist es, an Kunden zu kommen. Dennoch brauchst du auch bei einem eindeutig aussehenden Kundenstamm eine Strategie, wie du dich und deine Dienstleistung an diese Menschen heranbringst. In großen Städten bist du vielleicht einer von vielen – die Konkurrenz ist also groß. Werbemittel, wie etwa Werbebriefe, Anzeigen und eine Website sind deshalb gute Ideen. 

Eine Gründung kostet zudem Geld. Vom Fahrzeug über Werkzeug bis hin zur Arbeitskleidung musst du alles selbst anschaffen. Ohne einen Finanzierungsplan geht es also auch nicht. Glücklicherweise gibt es auch die Möglichkeit, bei der Existenzgründung gefördert zu werden. Eine Anlaufstelle ist beispielsweise das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie und diese damit assoziierte Website.

Du wirst auch selbst für Versicherungen sowie deine Altersvorsorge zuständig sein. Das erfordert bürokratischen Aufwand und Rechnerei. Mit wachsendem Erfolg in deiner Selbstständigkeit wachsen dann in der Regel auch zu zahlende Beiträge. 

Und natürlich muss dein Unternehmen allen Regeln entsprechend angemeldet werden. Auch das wird gleich weiter erörtert. Zuständig ist die örtliche Handwerkskammer, die dir auch in betriebswirtschaftlichen Fragen und ganz allgemein beratend zur Seite stehen kann. Die Gründung als Handwerker musst du also nicht allein bewerkstelligen. 

Sei dir dabei darüber im Klaren, dass Selbstständigkeit in den ersten Jahren eine immense Mehrarbeit, Rückschläge und auch das Scheitern bedeuten kann. Selbstständigkeit ist in einem gewissen Rahmen immer Risiko. Aber Selbstständigkeit ist nun einmal mit der einzige Weg, sich beruflich wirklich voll und ganz zu entfalten und den eigenen Lebensentwurf zu leben. 

Wenn daher deine einzige Motivation dafür, dich als Handwerker selbstständig zu machen, Geld ist, solltest du das noch einmal überdenken. Die Verdienstchancen sind gut, aber davor stehen Vorbereitung, Bürokratie, Rückschläge, Frust und viele, viele Erkenntnisse. Letztere sind der angenehme Nebeneffekt dessen, dass Selbstständige vieles noch erlernen müssen. 

Selbstständige Handwerker haben die Möglichkeit, selbst erfolgreiche Unternehmer zu werden

Wenn du davon träumst, als Handwerker selbstständig zu arbeiten und dein eigener Chef zu sein, vielleicht sogar selbst Angestellte zu haben, dann ist die Gründung das Richtige für dich. Was es dabei alles zu beachten gibt und wie deine Möglichkeiten aussehen könnten, erfährst du im bald erscheinenden Blog Post “Wie du als Handwerker in die Selbstständigkeit startest”. 

Dabei soll auf konkrete Schritte zur Gründung, Versicherungen, Steuern und Ideen zur Finanzplanung und Altersvorsorge eingegangen werden. 

Do your thing, not your taxes