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K√ľnstlersozialkasse ‚Äď Wer darf rein und was bringt sie eigentlich?

Du bist selbstst√§ndig und im kreativen Bereich unterwegs? Dann hast du sicherlich schon von der K√ľnstlersozialkasse ‚Äď kurz KSK ‚Äď geh√∂rt. Sie unterst√ľtzt alle freischaffenden K√ľnstler und Publizisten, da diese Selbstst√§ndigen in der Regel weniger gut abgesichert sind, als andere Berufsgruppen. Somit hat die KSK als Gesch√§ftsbereich der Unfallversicherung Bund und Bahn auch eine symbolische Bedeutung. Mit ihr wird die Arbeit von uns Kreativen als wichtig f√ľr die Gesellschaft anerkannt.

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Was ist eigentlich die K√ľnstlersozialkasse?

Die KSK wird vom Bund als auch von Unternehmen bezuschusst und sorgt daf√ľr, dass das K√ľnstlersozialversichungsgesetz durchgef√ľhrt wird. Die Idee dahinter: Freischaffenden Kreativen wie Designern und Journalistin, den gleichen Schutz wie einem Arbeitnehmer zu geben. Zumindest was die Sozialversicherung anbetrifft.

Ich selbst habe mir erst nach einem Jahr Selbstst√§ndigkeit die M√ľhe gemacht, mich bei der K√ľnstlersozialkasse anzumelden. Und √§rgere mich bis heute, dass ich mich nicht vom ersten Tag meiner Selbstst√§ndigkeit an durch den Formularkrieg gek√§mpft habe. Denn: Die KSK √ľbernimmt die H√§lfte deines Krankenversicherungsbeitrags. Dass der f√ľr uns Selbstst√§ndige und Freiberufler kein Pappenstiel ist, muss ich dir sicherlich nicht erz√§hlen. Schlie√ülich m√ľssen wir den gesamten Krankenversicherungsbeitrag aus eigener Tasche zahlen.

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Welche Leistungen erbringt die K√ľnstlersozialkasse?

Die K√ľnstlersozialkasse selbst ist kein Leistungstr√§ger. Vielmehr ist sie mit der Koordination der Beitr√§ge ihrer Mitglieder zur gesetzlichen Pflege- und Rentenversicherung beauftragt.

In Abh√§ngigkeit von dem j√§hrlichen Einkommen, f√§llt f√ľr jedes KSK-Mitglied ein monatlicher Beitrag an, der an die Kranken-, Renten- und Pflegeversicherungen weitergeleitet wird. Das Gute daran: Du zahlst nur 50 Prozent (den Arbeitnehmeranteil), w√§hrend der Rest deiner Beitr√§ge von der KSK √ľbernommen wird (sozusagen der Arbeitgeberanteil).

Wie hoch ist mein Beitrag bei der KSK?

Die Beitr√§ge, die du f√ľr die Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung zahlen musst, sind von deinem Jahreseinkommen abh√§ngig. Einmal j√§hrlich (meist im Sp√§therbst), bekommst du ein Schreiben von der KSK, in dem du aufgefordert wirst, deinen zu erwartenden Jahresverdienst f√ľr das kommende Jahr mitzuteilen. Bei dieser Vorab-Einsch√§tzung musst du unbedingt ehrlich sein. Die K√ľnstlersozialkasse ist jederzeit dazu berechtigt, Stichproben durchzuf√ľhren und Einkommensteuerbelege zu verlangen.

Nat√ľrlich ist nicht alles vorhersehbar. Vielleicht verdienst du pl√∂tzlich deutlich weniger oder mehr, als erwartet. In diesem Fall kannst du deine Verdienst-Einsch√§tzung jederzeit korrigieren. Dann gibt es auch keine b√∂sen √úberraschungen.

Gesetzlich oder privat versichern?

Viele Selbstst√§ndige stehen vor Aufnahme ihrer freiberuflichen T√§tigkeit vor einem gro√üen Problem: Soll man sich f√ľr eine private oder eine gesetzliche Krankenversicherung entscheiden? Mit dieser Frage sollte man sich lange besch√§ftigen, denn die Entscheidung verfolgt einen das ganze Leben. Zumindest wenn man sich f√ľr die private Krankenversicherung entscheidet. Denn ist man einmal in der privaten Krankenversicherung, kommt man dort nie wieder ‚Äď und wenn, dann nur sehr sehr schwer ‚Äď wieder raus.

Der Vorteil der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ist in jedem Fall der finanzielle Aspekt. Nach dem KSVG orientieren sich die Versicherungsbeitr√§ge f√ľr die GKV an der H√∂he des Einkommens. Die Beitr√§ge f√ľr die private Krankenversicherung (PKV) sind dagegen fest vorgeschrieben, vergleichsweise hoch und steigen mit den Jahren kontinuierlich an. Der Beitrag kann innerhalb von f√ľnf Kalenderjahren schnell mal um das doppelte steigen.

Wie hoch ist der Beitragssatz der gesetzlichen Krankenversicherung

Der Beitragssatz der GKV ist gesetzlich verankert. Er liegt aktuell bei 14,6 Prozent, wobei die K√ľnstlersozialkasse 7,3 Prozent des Beitrags √ľbernimmt. Beitragsberechnungsgrundlage ist das vom KSK-Mitglied gesch√§tzte Jahresarbeitseinkommen (Betriebseinnahmen minus Betriebsausgaben vor Steuerabzug). Hast du ein j√§hrliches Arbeitseinkommen von 24.000 Euro, liegt der monatliche Krankenversicherungsbeitrag bei 146 Euro, sofern du Mitglied bei der KSK bist. Ansonsten musst du die kompletten 292 Euro aus eigener Tasche zahlen.

Was auch möglich ist: Befreiung von der gesetzlichen Krankenversicherung

Auch wenn alles danach klingen mag, dass die GKV attraktiver ist, so hat auch die PKV ihre Vorteile. Gerade, wer sich in jungen Jahren privat versichert, profitiert sein gesamtes Leben lang von geringeren Mitgliedsbeitr√§gen als Personen, die sich erst im fortgeschrittenen Alter privat versichern. Auch wenn man nicht vergessen darf, dass auch in jungen Jahren die Beitr√§ge f√ľr die PKV stetig steigen.

Wer gerne privat versichert sein m√∂chte oder vielleicht schon privat versichert ist und das auch weiterhin beibehalten m√∂chte, der kann bei der KSK einen Antrag auf Befreiung von der Krankenversicherungspflicht stellen. Dieser Antrag kann allerdings nur von Berufsanf√§ngern (erste drei Jahre der T√§tigkeitsaus√ľbung) und H√∂herverdienern , die √ľber der PKV-Einkommensgrenze liegen, gestellt werden.

Wer kann in die K√ľnstlersozialkasse eintreten? Welche Voraussetzungen m√ľssen erf√ľllt werden?

Wer in die K√ľnstlersozialkasse eintreten m√∂chte, muss selbstst√§ndig und in einem k√ľnstlerischen Beruf t√§tig sein. Dazu z√§hlen Musiker, Designer und K√ľnstler. Auch Publizisten ‚Äď also Texter und Journalisten ‚Äď werden bei der K√ľnstlersozialkasse aufgenommen.

Im Gesetz √ľber die Sozialversicherung der selbst√§ndigen K√ľnstler und Publizisten (KuŐąnstlersozialversicherungsgesetz - KSVG) hei√üt es:

‚ÄěSelbst√§ndige K√ľnstler und Publizisten werden in der allgemeinen Rentenversicherung, in der gesetzlichen Krankenversicherung und in der sozialen Pflegeversicherung versichert, wenn sie

  1. die k√ľnstlerische oder publizistische T√§tigkeit erwerbsm√§√üig und nicht nur vor√ľbergehend aus√ľben und
  2. im Zusammenhang mit der k√ľnstlerischen oder publizistischen T√§tigkeit nicht mehr als einen Arbeitnehmer besch√§ftigen, es sei denn, die Besch√§ftigung erfolgt zur Berufsausbildung oder ist geringf√ľgig im Sinne des ¬ß 8 des Vierten Buches Sozialgesetzbuch.

K√ľnstler im Sinne dieses Gesetzes ist, wer Musik, darstellende oder bildende Kunst schafft, aus√ľbt oder lehrt. Publizist im Sinne dieses Gesetzes ist, wer als Schriftsteller, Journalist oder in √§hnlicher Weise publizistisch t√§tig ist oder Publizistik lehrt.‚Äú

Im Klartext bedeutet das: Jeder Selbstst√§ndige kann bei der K√ľnstlersozialkasse Mitglied werden, sofern er seinem Job im k√ľnstlerischen Bereich dauerhaft und in Vollzeit nachgeht und nicht mehr als einen Angestellten hat.

Zudem muss das j√§hrliche Arbeitseinkommen die Geringf√ľgigkeitsgrenze von 3.900 Euro (Stand: M√§rz 2017) √ľberschreiten, damit die Leistungen der KSK in Anspruch genommen werden k√∂nnen. Eine Ausnahme gibt es jedoch f√ľr Berufsanf√§nger. In den ersten drei Jahren nach Aufnahme der freiberuflichen T√§tigkeit, darf das Einkommen unter der Geringf√ľgigkeitsgrenze liegen.

Wie werde ich bei der K√ľnstlersozialkasse Mitglied?

Auch wenn es bei mir schon ein paar J√§hrchen zur√ľckliegt: Ich kann mich nur zu gut an das Aufnahmeverfahren der KSK erinnern. Nat√ľrlich wollen viele von den Vorteilen einer Mitgliedschaft bei der K√ľnstlersozialkasse profitieren - und auch sie hat nichts zu verschenken. Deshalb wird jeder Antrag genauestens unter die Lupe genommen.

kuenstlersozialkasse

Zus√§tzlich zum Antrag verlangt die K√ľnstlersozialkasse Leistungsnachweise, mit denen du deine freischaffende, k√ľnstlerische T√§tigkeit beweisen kannst. Dazu geh√∂ren z.B. Ver√∂ffentlichungen deiner Arbeiten, Vertr√§ge mit deinen Auftraggebern und Rechnungen. Ich habe zu Beginn meines Aufnahmeantrags zu wenige Nachweise an die KSK geschickt und musste noch zehn weitere Arbeiten von mir nachreichen. Hier gilt also: Mehr ist wirklich mehr.

Der Antrag ist zugegeben etwas sperrig und es macht keinen großen Spaß, sich durch die ganzen Punkte und Paragraphen zu quälen. Aber ich kann dir sagen: Es lohnt sich.

Was bedeutet eine Mitgliedschaft in der K√ľnstlersozialkasse f√ľr meine Auftraggeber?

Wie bereits zu Beginn dieses Blogartikels erläutert, werden die Beiträge der KSK zu 20 Prozent vom Bund und zu 30 Prozent von Unternehmen getragen.

Ob Agentur, Konzern, kleines oder mittelst√§ndisches Unternehmen ‚Äď sie alle m√ľssen zahlen, wenn sie einen selbstst√§ndigen Designer, Texter o.√§. besch√§ftigen oder besch√§ftigt haben. Das √§rgerliche an der Sache: Die Zahlungsaufforderung der KSK kommt meist unverhofft. Manchmal m√ľssen sogar nachtr√§glich Beitr√§ge gezahlt werden.

Bl√∂d f√ľr den Kunden. Doch die meisten wissen um die Wichtigkeit der K√ľnstlersozialkasse f√ľr ihre Freelancer und sind gerne bereit, die KSK mit ihren Beitr√§gen zu unterst√ľtzen. Zudem diese nicht allzu hoch sind. Sie liegen bei etwa 5 Prozent der Rechnungsnettosumme.

√úbrigens: Wenn einer deiner Kunden deine Arbeiten als Privatmensch erwirbt, muss er keine Beitr√§ge an die KSK abf√ľhren. Ebenso wenn dein Kunde Eigenbedarf an deinen Arbeiten hat, etwa wenn du ein Bild f√ľr die Rezeption des Unternehmens entwirfst oder eine Schulung im Unternehmen deines Kunden f√ľr seine Angestellten leitest.

Kein Wettbewerbsnachteil durch Mitgliedschaft bei der K√ľnstlersozialkasse

Meine Auftraggeber m√ľssen zahlen? Hei√üt das, dass ich vielleicht weniger gerne gebucht werde, wenn ich √ľber die KSK versichert bin? Schlie√ülich m√ľssen meine Kunden neben meinem Honorar auch noch Beitr√§ge an die KSK zahlen!

Eine Angst, die zun√§chst begr√ľndet erscheint. Zum Gl√ľck sieht es aber anders aus. Denn die K√ľnstlersozialabgabe muss jeder zahlen, der einen selbstst√§ndigen Designer, Texter o.√§. besch√§ftigt. Ob der Kreative Mitglied bei der KSK ist, spielt dabei keine Rolle. Die Abgaben sind so oder so f√§llig. Deine selbstst√§ndigen Kolleginnen und Kollegen, die nicht bei der KSK Mitglied sind, haben somit keinen Vorteil gegen√ľber einem Mitglied, das √ľber die KSK versichert ist.

K√ľnstlersozialkasse: Werde Mitglied, solange es noch geht!

Ich habe meinen Antrag auf Mitgliedschaft bei der KSK vor mir hergeschoben. Als ich dann beim DJV in Kiel zu einem Beratungsgespräch war, wurde mir wärmstens ans Herz gelegt, alles daran zu setzen, Mitglied bei der KSK zu werden. Nicht nur wegen der geldwerten Vorteile, sondern auch wegen der Pflicht, kontinuierlich in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen. Gerade in jungen Jahren schiebt man die Gedanken an die Altersabsicherung ja gerne beiseite.

Und das Wichtigste: Wer wei√ü, wie lange es die K√ľnstlersozialkasse noch geben wird? Immer wieder wird hei√ü diskutiert, ob das K√ľnstlersozialversicherungsgesetz nicht gekippt werden sollte. Solange alle Kreativen aber an einem Strang ziehen und sich f√ľr den Erhalt der KSK einsetzen, wird das Gesetz hoffentlich fortbestehen. Damit du nichts verpasst, schau einfach bei der Facebook-Seite Rettet die K√ľnstlersozialkasse vorbei. Sobald es Neuigkeiten zum Kippen des Gesetzes gibt, wird dort gepostet.

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