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PĂ€rchen auf einer weißen Parkbank sitzend, spricht ĂŒber die Senkung der gesetzlichen Krankenkassen-BeitrĂ€ge fĂŒr SelbstĂ€ndige.

Können SelbstĂ€ndige eine Riester-Rente abschließen?

Die Riester-Rente geistert als von vielen Menschen als kompliziert wahrgenommenes Rentenkonzept in Deutschland umher. Dabei lohnt sich eine Betrachtung, denn eine Riester-Rente kann deine private Altersvorsorge ergĂ€nzen. Wann du auf sie zurĂŒckgreifen kannst, welche Bedingungen es gibt und wann sich das ĂŒberhaupt lohnt, erfĂ€hrst du hier.

Was ist die Riester-Rente?

Die Riester-Rente ist eine kapitalgedeckte Zusatzrente. Das bedeutet, dass deine Einzahlungen vom jeweiligen Versicherer in der Regel am Kapitalmarkt angelegt werden - selbstredend mit einer Gewinnabsicht. Die Verzinsung deines Kapitals sollte im Idealfall oberhalb der Inflationsrate liegen (aus Sicht des Versicherers). Du als Versicherungsnehmer hast keinen Einfluss darauf, was genau mit dem Geld geschieht. Vielmehr wird der entsprechende Versicherer dir einen Vertrag vorlegen, aus dem ersichtlich ist, wie viel Rente du nach wie hohen BeitrÀgen erwarten darfst.

Als SelbststĂ€ndiger mit Riester-Rente zahlst du jĂ€hrlich einen Beitrag ein (der mindestens bei 60 Euro liegen muss und vier Prozent deines Jahreseinkommens ausmachen soll). ZusĂ€tzlich gibt es noch einmal jĂ€hrlich eine staatliche Förderung. Der Staat zahlt also deine Zusatzrente mit, wobei hier von 175 Euro im Jahr plus einem Kinderbetrag (185 Euro im Jahr fĂŒr Kinder, die vor dem 1. Januar 2008 geboren wurden; 300 Euro fĂŒr Kinder, die danach geboren wurden) ausgegangen werden darf. Dies entspricht den derzeitigen Förderungen. Die staatliche Förderung greift allerdings nur, wenn du pro Jahr maximal 2.100 Euro (inklusive der Förderung) in deine private Altersvorsorge einzahlst. Dabei sind die 2.100 Euro auch gleichzeitig der maximal mögliche Pflichtbetrag. Die staatliche Förderung ist hier im Übrigen eine direkte Förderung - und keine indirekte durch Steuererleichterungen (wobei das auch noch zum Thema werden soll). So weit klar?

Das Abschluss eines Riester-Renten-Vertrages kennt dabei unterschiedliche Modelle: Du kannst eine Zusatzrente beantragen (auszahlbar ab dem 62. Lebensjahr), eine Art Bausparvertrag und noch ein paar weitere Produkte. Im Folgenden wollen wir aber bei der Rente als klassische Altersvorsorge bleiben.

Allen Riester-Modellen gemeinsam ist, dass du eine VertragsabschlussgebĂŒhr zahlst, die in der Regel binnen fĂŒnf Jahren zu entrichten ist. Ein Vertragsausstieg wird dich immer Geld kosten. Außerdem sind die Anbieter von Riester-Renten in der Regel private Versicherungen oder Banken (es handelt sich also nicht um ein staatliches Rentenprodukt). Als SelbststĂ€ndiger eine Riester-Rente abzuschließen, ist zudem an Bedingungen geknĂŒpft.

Die Riester-Rente entstand infolge des absackenden Rentenniveaus und sollte gerade Geringverdienern die Möglichkeit geben, privat vorzusorgen. Was du als SelbststĂ€ndiger mit moderatem Einkommen diesbezĂŒglich weiterhin tun kannst, wird in unserem Blog Artikel Altersvorsorge fĂŒr SelbststĂ€ndige - Optimale Strategien gegen Altersarmut noch einmal erklĂ€rt. Wer Geld in eine Riester-Rente steckt, der "riestert" umgangssprachlich. Der ganze Begriff ist ĂŒbrigens auf den Herrn Walter Riester (SPD; Bundesminister fĂŒr Arbeit und Sozialordnung von 1998-2002) zurĂŒckzufĂŒhren. Die Idee der staatlichen Förderung einer privaten Altersvorsorge (ein nicht unstrittiges Konzept) geht auf ihn zurĂŒck. Die staatlichen FörderbeitrĂ€ge erhöhen sich im Mittel jĂ€hrlich um einen geringfĂŒgigen Betrag.

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Unter welchen Bedingungen SelbststĂ€ndige eine Riester-Rente abschließen können

Bevor die Riester-Rente fĂŒr den SelbststĂ€ndigen fĂŒr dich in Frage kommt, muss die Frage beantwortet werden, ob du sie ĂŒberhaupt abschließen kannst. Nicht alle Rentenmodelle sind jedem zugĂ€nglich und so eben auch beim Riestern. Die Antwort auf die Frage, ob du ĂŒberhaupt von einer Riester-Rente als SelbststĂ€ndiger Gebrauch machen kannst, lĂ€sst sich leider erst einmal nur mit einem entschiedenen "Kommt darauf an, ob..." beantworten.

Es gibt mehrere FĂ€lle, in denen du berechtigt bist, einen entsprechenden Vertrag abzuschließen. Der einfachste Weg ist es, gewöhnlich rentenversicherungspflichtig zu sein. Unter den SelbststĂ€ndigen betrifft das etwa alle Kammerberufe (Apotheker, Handwerker, Journalisten und so weiter). Auch Freelancer, die in der KĂŒnstlersozialkasse versichert sind (was aufgrund der vielen Grafiker, Texter und anderen Kreativen sehr oft der Fall ist), sind unmittelbar förderberechtigt. Interessanterweise sind "gewöhnliche Angestellte" in den Kammerberufen nicht förderberechtigt.

Merke: Dem Gesetz geht es weniger darum, ob du eine private Altersvorsorge abschließen darfst (es gibt ja auch noch andere Modelle als das Riestern), sondern es geht darum, ob du förderberechtigt bist. Und da eine Riester-Rente nur mit einer staatlichen Förderung einhergeht, ist das hier gleichbedeutend.

Weiterhin kannst du mittelbar förderberechtigt sein, wenn dein Ehepartner unmittelbar förderberechtigt ist. Bei homosexuellen Paaren ist dies seit einiger Zeit auch möglich. Kinder werden selbstredend nur einmal angerechnet. Bei nicht-ehelichen Kindern wird das leibliche Elternteil den Kinderzuschlag bekommen, bei adoptierten Kindern (auch hier beispielsweise in einer homosexuellen Partnerschaft) kann wiederum auch nur einer den Zuschlag erhalten.

In allen anderen FÀllen, vor allem dann, wenn du gar nicht einmal mehr sozialversicherungspflichtig bist, kannst du die Riester-Rente als SelbststÀndiger nicht erhalten.

Als Verheirateter Freelancer

Du bist also nun verheiratet und dein Ehepartner ist förderberechtigt. Du leitest hieraus korrekterweise deinen eigenen Förderanspruch ab. Was ist zu beachten?

Nun, es gelten ein paar Spielregeln, damit du deine Riester-Rente als SelbststĂ€ndiger erhalten kannst. So musst du mit deinem Partner in einem gemeinsamen Haushalt leben, damit die steuerliche gemeinsame Veranlagung möglich ist. Beide Ehepartner mĂŒssen zudem einen Riester-Vertrag abgeschlossen haben und beide mĂŒssen den erforderlichen Mindestbetrag von 60 Euro im Jahr aufbringen. Ansonsten verfĂ€llt der Anspruch auf staatliche Förderung.

Zulagen (staatliche Förderungen) kommen pro Kopf zum Zuge. Das heißt, dass dein Ehepartner nicht etwa deine staatlichen Zulagen in seine Vorsorge eingezahlt bekommen kann, wenn du keinen eigenen Riester-Vertrag abschließt. Bei Kindern, die ein Ehepartner mit in die Ehe bringt, kann der Kinderzuschlag nur an das Elternteil ausgezahlt werden - es sei denn, es erfolgt eine Adoption seitens des eingeheirateten Elternteils.

Vorteile und Nachteile oder: Lohnt sich das "Riestern"?

Die Riester-Rente fĂŒr SelbststĂ€ndige klingt so weit ja ganz gut. Du zahlst vergleichsweise geringe BetrĂ€ge ein und erhĂ€ltst sogar Geld vom Staat hinzu. Das alles soll spĂ€ter deine Rente aufstocken.

Interessanterweise kannst du mit einer Riester-Rente als SelbststĂ€ndiger - wie bei allen privaten Altersvorsorgeformen - Steuern sparen. Die BeitrĂ€ge fĂŒr die Riester-Rente sind dabei immer Sonderausgaben (Anlage AV) und können dann verrechnet werden, wenn das Anrechnen dieser BetrĂ€ge im Vergleich zu den staatlichen Zulagen höher ist. Da die Zulagen gedeckelt sind, gibt es also rechnerisch einen Punkt, an dem du Geld sparst, wenn du auf die staatliche Förderung verzichtest (was möglich ist) und stattdessen deine EigenbeitrĂ€ge von der Steuer absetzt. Am einfachsten ist es, wenn du einfach die Zulagen beantragt hast und deine BeitrĂ€ge fĂŒr die Riester-Rente angibst. Das Finanzamt kĂŒmmert sich um die korrekte Verrechnung der BetrĂ€ge.

Ein weiterer Vorteil ist, dass die Riester-Rente ein Rentenmodell nach kleinem Maßstab ist. Die BeitrĂ€ge sind schlichtweg zu niedrig, um große Löcher ins Konto zu reißen. Gleichzeitig bedeutet das, dass du von deiner Riester-Rente allein kaum wirst leben können, wenn du nicht Unsummen eingezahlt hast. Allerdings werden Riester-Renten-BeitrĂ€ge - wie alle Zusatzrenten - versteuert. Das ist ebenfalls zu beachten.

Der entscheidendste Nachteil ist allerdings der, dass die Riester-Rente mit der sogenannten Grundsicherung verrechnet wird. Wenn du als SelbststĂ€ndiger in Sachen Altersvorsorge ein wenig unvorsichtig warst (oder sehr wenig erwirtschaftet hast), dann rutschst du in die Grundsicherung im Alter. Irritierenderweise werden Zusatzauszahlungen - so eben auch die Riester-Rente - mit der Grundsicherung verrechnet, einer "ordentlichen" (genĂŒgenden) Rente aber hinzugerechnet. Insofern lohnt sich das Riestern nie, wenn du ohnehin befĂŒrchtest, im Alter von einer Grundsicherung (oder vom Angespartem) zu leben.

GrundsĂ€tzlich ist die Riester-Rente fĂŒr Geringverdiener konzipiert worden. Allerdings sind die Rentenniveaus bei Geringverdienern seit jeher noch ein wenig abgesackt. Bei vielen Menschen, die geriestert haben, verrechnet sich das Ganze nun mit ihrer Grundsicherung. Es gibt also einen finanziellen Bereich, in welchem du die Riester-Rente als SelbststĂ€ndiger voll ausnutzen könntest. Es gilt: Wenn du genug verdienst und in irgendeine Form der Rentenversicherung einzahlst, dass du am Ende vom Auszahlungsbetrag her oberhalb der Grundsicherung liegst, lohnt sich das Riestern. Entsprechend musst du dich relativ frĂŒh darum bemĂŒhen, einen Altersvorsorgeplan zu erstellen und erste Schritte tun. Von einer Riester-Rente hast du als SelbststĂ€ndiger umso mehr, desto lĂ€nger du einzahlst. Gleichzeitig solltest du dich, wenn du wirklich die maximale staatliche Leistung willst, auf den oben angesprochenen Maximalbetrag beschrĂ€nken. Deinen Rentenanspruch kannst du jĂ€hrlich neu berechnen. Ab dem Punkt, an dem er oberhalb der Grundsicherung liegt, lohnt sich das Riestern rechnerisch. Du musst dieses Niveau allerdings fĂŒr die gesamte Vertragslaufzeit mindestens beibehalten.

ErwĂ€hnenswert ist noch, dass es eine recht große Anbieterauswahl gibt. Es fallen Provisionen, GebĂŒhren, Verwaltungskosten etc. an. Diese können sehr teuer ausfallen und sehr kleine Renten im Grunde wieder auffressen. Ansonsten sei dir fĂŒr ein ErstgesprĂ€ch ans Herz gelegt, dich einfach mal kostenlos beraten zu lassen - was bei jedem Anbieter möglich ist. Wichtig ist, sich auf Zahlen zu konzentrieren und nicht auf den emotionalen Wert einer Zusatzrente. Riester-Renten sind nach wie vor kapitalgedeckt, was bedeutet, dass sie wirtschaftlich sein mĂŒssen, um zu funktionieren.

Vorteilhaft ist aber ohne Frage die Möglichkeit, einen Teil der Riester-Rente als Einmalzahlung zu erhalten. Soll heißen: Du hast die Möglichkeit, dir etwa 30 Prozent des Gesamtkapitals deines Vertrags mit deinem Rentenantritt auszahlen zu lassen. Der Rest wird dann entsprechend auf die restliche Laufzeit verteilt. FĂŒr eine schöne Investition zum Rentenantritt mag dies die richtige Option sein.

Ob sich die Riester-Rente fĂŒr SelbststĂ€ndige lohnt, kann pauschal nicht beantwortet werden. Festzustellen ist aber, dass die staatlichen ZuschĂŒsse (vor allem mit Kindern) sehr attraktiv sind und das Riestern schon mit kleinen Summen möglich ist. Wichtig ist am Ende im Grunde, dass dir die Riester-Rente nicht verrechnet wird. Wenn du dir also sicher bist, dass du nicht in die Grundsicherung fallen wirst, ist das Riestern eine gute Option.

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