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Die Steuererkl√§rung 2019 steht an - Basics f√ľr Selbst√§ndige

Die Steuererkl√§rung geh√∂rt nicht zwingend zu den Lieblingsbesch√§ftigungen, ist sie doch vor allem mit B√ľrokratie, dem Suchen von Belegen und dem Durchschauen von scheinbar komplizierten Regel verbunden. Als Selbstst√§ndiger bist du allerdings zur Abgabe einer Steuererkl√§rung verpflichtet und hast grunds√§tzlich zwei M√∂glichkeiten: Selber machen oder einen Steuerberater suchen und bezahlen.¬†

In beiden Fällen ist ein mindestens rudimentäre Verständnis der Natur einer deutschen Steuererklärung sinnvoll. Denn mit ein bisschen Wissen um gewisse Regeln und Möglichkeiten sowie mit Übung im Zusammenhalten von Papier erscheint der Moloch Steuererklärung sehr bald als zähmbare Fleißaufgabe.

Die drei Großen: Einkommensteuer, Gewerbesteuer und Umsatzsteuer

Wichtig ist zunächst die Unterscheidung zwischen diesen drei Steuerarten, denn nicht jeder Selbstständige zahlt alle Steuern. Am relevantesten und häufigsten ist nämlich die Einkommensteuer. Die zahlt jeder, der ein Einkommen oberhalb des Steuerfreibetrages hat. 

Umsatzsteuer und Gewerbesteuer fallen hingegen ab einer gewissen Umsatzgröße und bei bestimmten Rechtsformen an. 

Die Einkommensteuer ‚Äď K√∂nigin unter den Steuern

Die Einkommensteuer ist die Besteuerung des Einkommens und damit die Besteuerung des Gewinns abz√ľglich der Sonderausgaben (au√üergew√∂hnliche Belastungen, Krankenversicherung etc.). Ein Einkommen, welches niedriger als der Steuerfreibetrag in jenem Jahr ist, ist steuerfrei. Im Jahr 2019 betr√§gt dieser Steuerfreibetrag beispielsweise 9.168 Euro. 2018 waren es hingegen 9.000 Euro.¬†

Die Einkommensteuererkl√§rung ist von jedem Selbstst√§ndigen einzureichen, da eine Verpflichtung zur Einkommensteuererkl√§rung besteht. Diese betrifft jeden, der Eink√ľnfte aus Land- und Forstwirtschaft (Anlage L), aus einem Gewerbebetrieb (Anlage G) oder eben aus selbstst√§ndiger Arbeit (Anlage S) erzielt. Dar√ľber hinaus wird dich das Finanzamt in aller Regel dazu verpflichten, deine Einkommensteuererkl√§rung in elektronischer Form einzureichen.

Die Einkommensteuer wird in H√∂he von 6 bis 42 Prozent zuz√ľglich Solidarit√§tszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuersatz f√§llig ‚Äď je nach pers√∂nlichem Steuersatz, der sehr von der H√∂he deines Einkommens abh√§ngt.¬†

M√∂chtest du mehr √ľber die Einkommensteuer erfahren? Wir haben weitere Blog Posts dazu ver√∂ffentlicht:

Die Einkommensteuererklärung steht mal wieder an? Wir erklären dir die wichtigsten Fakten

Taxator - der einfachste Weg deine Einkommensteuer zu berechnen

Einkommensteuerberechnung f√ľr Selbstst√§ndige

Als Gewerbetreibender die Gewerbesteuer bezahlen

Anlage G besch√§ftigt sich mit deinen Gewerbeeinnahmen. Ob du welche hast, h√§ngt davon ab, ob du ein Gewerbe hast. Bei vielen Selbstst√§ndigen ist dies der Fall. Ausgenommen sind Leute, die den sogenannten Freien Berufen angeh√∂ren, wobei es auch hier nebst eindeutigen F√§llen wie √Ąrzten und Schriftstellern einigen Interpretationsspielraum gibt. Viele Selbstst√§ndige m√ľssen als Gewerbesteuer zahlen, Freiberufler hingegen nicht.

Die Gewerbesteuer wird ab einem Gewerbeertrag von 24.500 Euro im Jahr fällig. Der Gewerbeertrag ist dabei der Gewinn. Liegt dieser Gewinn aus deinem Gewerbe niedriger als 24.500 Euro, zahlst du auch keine Gewerbesteuer. 

Ansonsten berechnet sich die Gewerbesteuer aus dem zu versteuernden Gewerbeertrag x 3,5 % x Hebesatz. Der Hebesatz variiert je nach Gemeinde und liegt circa zwischen 200 und 900, was Faktoren zwischen 2 und 9 entspricht. 

Die zu zahlende Gewerbesteuer wird vollst√§ndig auf die Einkommensteuer angerechnet, sodass keine doppelte Belastung von Eink√ľnften auftritt.¬†

Dar√ľber hinaus wird die Gewerbesteuer quartalsweise f√§llig, nachdem sie das erste Mal f√ľr dein Gewerbe ermittelt wurde. Das hei√üt, dass quartalsweise eine Vorauszahlung f√§llig wird, wobei √ľber die Steuererkl√§rung nach Jahresende gegebenenfalls korrigiert wird.

M√∂chtest du mehr √ľber die Gewerbesteuer erfahren? Wir haben dazu einen ausf√ľhrlichen Blog Post ver√∂ffentlicht:

Gewerbesteuer - Wie läuft das mit der Gewerbesteuererklärung?

Der ‚Äědurchlaufende Posten‚Äú: Die Umsatzsteuer

Die Umsatzsteuer wird dann f√§llig, wenn du Ums√§tze von √ľber 17.500 Euro im Jahr erzielst. Dabei entspricht die Umsatzsteuer in der Regel 19 Prozent (f√ľr einige wenige Ausnahmen 7 Prozent).¬†

Die insgesamt zu zahlende Umsatzsteuer errechnet sich aus der von dir eingenommenen Umsatzsteuer (das sind die 7 bzw. 19 Prozent hinter dem Nettobetrag) abz√ľglich der von dir an Umsatzsteuer bezahlten Betr√§ge. Das bedeutet, dass die von dir im Zusammenhang mit deiner Arbeit gezahlte Mehrwertsteuer deine Umsatzsteuerlast verringert.

Bei der Umsatzsteuer wird gegebenenfalls eine monatliche (ab 7.500 Euro Umsatzsteuer im Jahr) oder quartalsweise (ab 1.000 Euro Umsatzsteuer im Jahr) zu zahlende Umsatzsteuervoranmeldung f√§llig, die vor allem Aufwand bedeutet. Trotz dieser Voranmeldung und Bezahlung musst du j√§hrlich eine Umsatzsteuererkl√§rung durchf√ľhren, um vergessene oder sp√§ter erhaltene Posten zu verrechnen.¬†

Auch zum Thema Umsatzsteuer haben wir bereits einige Blog Posts veröffentlicht:

Alles Wissenswerte zur Umsatzsteuer

Alles was du √ľber die Umsatzsteuererkl√§rung wissen solltest

Wie du als Selbständiger deine Umsatzsteuerzahllast berechnen kannst

Die Gewinnermittlung: E√úR oder Bilanz?

Einkommensteuer wird auf den Gewinn gezahlt und der muss ermittelt werden. Die Einnahmen-√úberschuss-Rechnung ist dabei deutlich leichter durchzuf√ľhren als eine Bilanz. Die E√úR ist n√§mlich eine Gewinnermittlungsrechnung, die einfach alle Betriebsausgaben von den Betriebseinnahmen abzieht. Was √ľbrig bleibt ist der Gewinn ‚Äď und der wird versteuert.¬† Die E√úR ist denkbar einfach durchzuf√ľhren und ist im Grunde das Mindestma√ü an Buchhaltung, das du beherrschen solltest.¬†

Gewerbliche Unternehmer können bis zu einem Gewinn von 50.000 Euro im Jahr beziehungsweise einem Umsatz von 500.000 Euro im Jahr entscheiden, ob sie eine EÜR oder eine Bilanz aufstellen. Freiberufler können immer die EÜR nutzen. 

Eine Bilanz wird hingegen bei so ziemlich jedem anderen Selbstst√§ndigen und Unternehmer f√§llig. Hier werden Aktiva und Passiva verrechnet, wobei das an dieser Stelle zu weit f√ľhren w√ľrde.¬†

Der Einfachheit sei dir deshalb empfohlen, wenn m√∂glich von der E√úR Gebrauch zu machen. Eine Bilanz wird ohnehin nur dann interessant, wenn du ein Unternehmen hast, welches auch stille Reserven, Verschuldungen, offene Forderungen und vieles mehr in den B√ľchern stehen hat. Hier kann sie dann dabei helfen, einen besseren √úberblick √ľber die gesamte finanzielle Lage des Unternehmens zu erhalten. F√ľr einzeln agierende Selbstst√§ndige und Freiberufler ist sie hingegen selten notwendig oder sinnvoll.¬†

Absetzbarkeit von Beträgen zum Sparen von Steuern

Absetzen lassen sich sehr, sehr viele Posten,. Grunds√§tzlich geht es darum, die zu versteuernden Eink√ľnfte zu verringern, sodass entsprechend weniger Steuern gezahlt werden.¬†

Als erstes sind hier Betriebsausgaben beziehungsweise Werbungskosten zu nennen. Sie meinen alles, was an Kosten aufgewandt wird, damit du arbeiten und Gewinn erwirtschaften kannst. Darunter fallen unter anderem, aber nicht ausschließlich:

- Arbeitsmittel

- Fachliteratur

- Fahrtkosten

- gezahlte Löhne

- Fortbildungskosten

- Kontof√ľhrungsgeb√ľhren f√ľr das Gesch√§ftskonto

Sehr viele andere Posten sind ebenfalls vollständig oder teilweise steuermindernd. 

Nun kommen noch Sonderausgaben und gegebenenfalls au√üergew√∂hnliche Belastungen hinzu. Unter den Sonderausgaben sind etwa Beitr√§ge zur Kranken- und Haftpflichtversicherung, Aufwendungen f√ľr die private Altersvorsorge und Spenden.¬†

Unter den au√üergew√∂hnlichen Belastungen sind unter anderem Kosten f√ľr Beerdigungen, Krankheitskosten und Pflegekosten. Es gilt hier allerdings, dass dir eine gewisse Summe als zumutbar zugeschrieben wird. Diese liegt, in Abh√§ngigkeit von deinem Einkommen bei mindestens 767 Euro. Jeder Cent √ľber deiner pers√∂nlichen Zumutbarkeitsgrenze ist absetzbar.¬†

Draufsicht auf einen Laptop mit Anzeige des Einkommensteuerrechners von Kontist.

Die Fristen bei der Steuererklärung

Die Fristen bei der Steuerkl√§rung variieren. Machst du sie selbst, hast du bis zum 31. Juli des Folgejahres Zeit (gilt ab Steuerjahr 2018; davor bis zum 31. Mai). Ist ein Steuerberater mit deinem Papier besch√§ftigt, hat dieser bis zum 28. Februar des nachfolgenden Jahres Zeit (die Abgabe f√ľr das Jahr 2019 muss dann bis zum 28. Februar 2021 erfolgen).¬†

Wenn du diese Frist nicht einhalten kannst, solltest du vor Ablauf der Frist eine Verl√§ngerung beantragen. Dieser wird in der Regel stattgegeben, wodurch sich die Frist bis zum Jahresende verl√§ngert. Du solltest deinen Antrag allerdings begr√ľnden.¬†

Verstreicht die Frist, kann das Finanzamt dich unter anderem mit Bußgeldzahlungen belegen, deren Höhe im Ermessen des Finanzamt liegen. Die Maximalsumme beträgt 25.000 Euro. 

Grunds√§tzlich ist es also sinnvoll, p√ľnktlich zu sein, um keine Nachteile zu erfahren.

Die Steuererklärung selbstständig machen oder einen Steuerberater beauftragen?

Die F√§higkeit, selbst eine komplette Steuererkl√§rung ausf√ľllen zu k√∂nnen und entsprechend vom Absetzen von Posten Gebrauch zu machen, ist bares Geld wert. Wenn deine finanzielle Situation recht simpel ist (nur Einnahmen aus einer Quelle; Betriebsausgaben sind leicht zu definieren und Sonderausgaben sind eindeutig), dann darfst du dir zutrauen, deine Steuererkl√§rung selber anzufertigen.¬†

Dies kannst du beispielsweise √ľber ELSTER tun. Dabei handelt es sich um das elektronische Portal des Finanzamtes. Hier machst du deine Steuererkl√§rungen, deine E√úR und sonstiges einfach elektronisch. Nachweise f√ľr angegebene Ausgaben musst du nur nachreichen, wenn das Finanzamt nachfragt. Du solltest sie also dringend aufbewahren.¬†

Wenn du einen Steuerberater beauftragst, dann gibst du bei diesem einfach alle Rechnungen und sonstige Nachweise ab und verl√§sst dich darauf, dass er das beste f√ľr dich herausholt. Dabei ist davon auszugehen, dass er mehr Ahnung hat und weniger Fehler macht als du, insofern du bez√ľglich Steuererkl√§rungen weder Erfahrung noch Wissensdurst hast.¬†

Du musst es also selbst entscheiden. Aber im Grunde ist die Steuererklärung einfach nur ein sehr langweiliges Spiel mit vielen Regeln, bei dem es darum geht, verschiedene Posten richtig zuzuordnen.

Do your thing, not your taxes