Versicherungen für deine Selbstständigkeit im Überblick | Kontist
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Versicherungen für deine Selbstständigkeit im Überblick

Marlon Thorjussen

Freelance Editor

3. Dez. 2020

Im Vollkasko-Land Deutschland gibt es eine Vielzahl an Versicherungen, die – teilweise generell nützlich, teilweise sehr spezifisch – im Schadensfall ein wahrer Segen sind. Etwas kompliziert ist die Auswahl deshalb, weil es sehr, sehr viele verschiedene mögliche Versicherungen für Selbstständige und Gewerbetreibende gibt, deren Nutzen sich nicht immer sofort erschließt.

Dennoch ist eine einen Schaden erstattende Versicherung im Zweifel immer besser als dein finanzieller Ruin. Was im Privaten mit der Haftpflicht- oder Hausratsversicherung gilt, gilt umso mehr in vielen selbstständigen Berufen, insbesondere bei beratenden Tätigkeiten und Gewerbetreibenden.

Einen Überblick über gängige Selbstständigenversicherungen und eine kurze Einschätzung, ob diese etwas für dich sind, kannst du im Folgenden gewinnen. Beachte zudem, dass Versicherungskosten erstens steuerlich abzusetzen sind und zweitens einige Versicherungen nur unter bestimmten Bedingungen greifen. 

Die Berufshaftpflichtversicherung und die Betriebshaftpflichtversicherung

Die Berufshaftpflichtversicherung ist eine Versicherung, die für durch dich zugefügte Schäden aufkommt. Dabei sind die Summen häufig gedeckelt. Vor allem Vermögensschäden können so beglichen werden. Wichtig ist diese Versicherung für alle Freelancer und Selbstständigen, deren Beratungen und Handeln Schäden verursachen kann – etwa für Anlageberater, Steuerberater und Heilpraktiker. Bei vielen Berufsgruppen, insbesondere denen, die mit dem Geld ihrer Klienten zu tun haben, ist diese Versicherung zur Ausübung der Tätigkeit zudem vorgeschrieben. 

Die Berufshaftpflichtversicherung ergibt also dann Sinn, wenn Menschen durch deinen Einfluss Entscheidungen treffen, die sich auf ihre (finanzielle) Versehrtheit auswirken können. Bei medizinischen Berufen geht es dabei weniger um direkte Vermögensschäden als um die Folgen einer falschen Behandlung. Für IT-Dienstleister gibt es zudem eine gesonderte IT-Haftpflichtversicherung.

Ähnlich konzipiert ist die Betriebshaftpflichtversicherung, die auch bei Schäden, die deine Mitarbeiter verursachen, greift. Hier geht es aber, je nach genauer Versicherung, vor allem um die Haftung für materielle Schäden. Unabdingbar ist diese Versicherung beispielsweise für Handwerker und generell handwerkliche Betriebe im weitesten Sinne. 

Der Unterschied zwischen den Versicherungen besteht nicht nur in den Anwendungsfällen (Berufshaftpflichtversicherung: vor allem Vermögensschäden; Betriebshaftpflichtversicherung: vor allem Personen- und Sachschäden), sondern auch in der Deckelung der entsprechenden Leistungen der Versicherung. So haftet erstere mit deutlich geringeren Beträgen für Sachschäden als zweitere. 

Die Gewerberechtsschutzversicherung und ihre Anwendungsmöglichkeiten

Der Sprung von der Betriebshaftpflichtversicherung zur Gewerberechtsschutzversicherung ist kein besonders weiter: Beide beschäftigen sich mit dem Gewerbe oder dir als Gewerbetreibendem. Während die erstgenannten Versicherungen sich vor allem um konkrete Schäden kümmern, ist eine Gewerberechtsschutzversicherung als Beistand für den Ernstfall zu sehen: Ausgelöste Verkehrsunfälle, Betrugsvorwürfe oder ein Streit mit einem (Noch-)Mitarbeiter können schnell vor Gericht landen und Prozesskosten mit sich bringen. Genau hierfür ist diese Versicherung gedacht. 

Dabei ist die Gewerberechtsschutzversicherung in der Regel modular aufgebaut und kann beispielsweise die folgenden Bereiche abdecken:

- Firmenvertragsrechtsschutz (bezieht sich auf Verträge und Dienstleistungen)

- Immobilienrechtsschutz (sinnvoll, wenn eine Gewerbeimmobilie gemietet wird)

- gewerblicher Verkehrsrechtsschutz (bei Verkehrsstreitigkeiten im beruflichen Kontext)

- Arbeitsrechtsschutz (bei Streitfällen mit Angestellten)

- erweiterter Strafrechtsschutz (greift beim Vorwurf von Straftaten wie Betrug; meist Teil des Firmenvertragsrechtsschutzes)

Eine Gewerberechtsschutzversicherung und ihre einzelnen Bestandteile sind in aller Regel nur sinnvoll, wenn die genannten Fälle überhaupt auftreten können. Für alleine tätige Freelancer ist sie tendenziell nicht notwendig.

Einzelne Aspekte der Gewerberechtsschutzversicherung finden sich zudem auch in anderen, spezialisierteren Versicherungen wieder. Ein Beispiel ist die Transportversicherung (Versicherung von Fahrer, Fahrzeug und Fracht während der Fahrt).

Die Betriebsausfallversicherung: Umsatzeinbrüche durch Betriebsunterbrechungen absichern

Die Betriebsausfallversicherung ist eine komplexe Versicherung. Vereinfacht gesagt kommt sie dafür auf, im Falle einer Betriebsunterbrechung durch beispielsweise einen großen Schadensfall (Brand, Überschwemmung, Vandalismus etc.) entgangene Umsätze zu kompensieren.

Dabei gibt es verschiedenste Tarife (etwa die kleine, mittlere und große Betriebsunterbrechungsversicherung) und sehr, sehr unterschiedliche Bereiche, die abgedeckt werden. Diese Versicherung wird hier noch einmal deutlich genauer erläutert. 

Sinnvoll ist sie vor allem, wenn bestimmte räumliche oder materielle Bedingungen für den Betriebsablauf unabdingbar sind und deshalb derart versichert sein sollten. Das kann beispielsweise bei der Nutzung von speziellen Maschinen oder auch bei Bürogebäuden sinnvoll sein.

Beachte: Die Betriebsausfallversicherung kommt nicht für die Neubeschaffung der zerstörten Güter auf, sondern für mögliche entgangene Einnahmen. Darüber hinaus werden gegebenenfalls Fixkosten wie Mieten und Gehälter übernommen. 

Schütze, was deines ist: Inhalts-, Büro-, Elektronik- und Cyberversicherung

Eine Inhaltsversicherung gehört zu den praktischen und leicht erklärbaren Versicherungen für Freelancer und Selbstständige. Sie sichert dein Inventar ab, also deine Lagerbestände und was du sonst noch so für dein Business brauchst. Auch von Kunden entgegengenommene Objekte sind abgesichert – was beispielsweise zu Reparaturen vorbeigebrachte Dinge umfasst. Weiterhin kann eine Inhaltsversicherung auch gemietete beziehungsweise geleaste Maschinen und Fahrzeuge umfassen. 

Inhaltsversicherungen sind individualisierbar: Sie können etwa Sturmschäden, Brandschäden, Einbruch und Diebstahl oder Feuerschäden abdecken. Auch die vorhin erwähnte Betriebsausfallversicherung ist Teil einer Inhaltsversicherung. Außerdem empfiehlt es sich, mittels der Inhaltsversicherung auch Folgekosten (Löscharbeiten und ähnliches) sowie mögliche Wiederbeschaffungskosten mit zu versichern. 

Eine Büroversicherung beziehungsweise Elektronikversicherung deckt hingegen nur ab, was sich in deinem Büro (an Elektronik) befindet. Diese Versicherung ist ideal für Freelancer, deren Job vor allem vor einem Bildschirm stattfindet, wird aber auch gern von Anwälten, Steuerberatern und ähnlichen Berufsgruppen in Anspruch genommen.

So sind elektronische Geräte und gegebenenfalls auch Unterlagen abgesichert. Etwas spezieller ist dann die Cyberversicherung, die bei Cyberkriminalität, also Datendiebstahl, Erpressung und ähnlichem, greift. 

Welche Versicherung passt zu dir?

Zugegeben: Die Menge an möglichen Versicherungen ist für Freelancer und sonstige Selbstständige etwas erdrückend. Grundsätzlich gilt: Wenn du mehr Materialwert und mehr Mitarbeiter hast und du tendenziell mit größeren Schäden konfrontiert sein kannst, ist eine gute Versicherung sinnvoll. Bei Solo-Selbstständigen, deren Business im Home-Office stattfindet und wohl kaum Vermögensschäden verursachen wird, sieht die Sache ganz anders aus. 

Wenn du herausfinden möchtest, welche Versicherungen für dein Berufsbild sinnvoll sind und wie die Kosten aussehen können, hast du auf bei Finanzchef24 die Möglichkeit, ganz schnell zu recherchieren. Das ganze ist kostenlos und kommt ohne Anmeldung aus:

- gib dein Berufsbild an

- schau dir die vorgeschlagenen Versicherungen an und lies dir bei Bedarf die Erläuterungen durch

- mach zum Vergleich ein paar Angaben zu dir und deinem Business und lass dir die besten Vorschläge servieren

Du hast anschließend die Möglichkeit, über Finanzchef24 eine passende Versicherung für dich abzuschließen, wobei dir keine zusätzlichen Kosten entstehen. 

Mit etwas Know-How und einem guten Versicherungsvergleich kannst du auch herausfinden, was du wirklich brauchst.