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Alles √ľber freiberufliche Jobs

In der Bundesrepublik Deutschland gibt es zurzeit etwa eine Million Freiberufler ( Statista ), was angesichts der insgesamt 42 Millionen Erwerbst√§tigen eine auő≤ergew√∂nhlich hohe Zahl ist.

Der Grund daf√ľr, dass sich so viele Erwerbst√§tige gerade f√ľr diese Art der Existenzgr√ľndung entscheiden, sind unter anderem die zahlreichen Privilegien, die man als Freiberufler genie√üt.

Aber was genau sind eigentlich freiberufliche Jobs? Welche Berufe k√∂nnen als freiberuflich bezeichnet werden? Welche Vorteile hat ein Freiberufler am Arbeitsmarkt? Welche Voraussetzungen und rechtlichen Hindernisse muss man √ľberwinden, um ein Freiberufler zu werden? Welche Steuern kommen auf einen Freiberufler zu und welche Versicherungen sollte man als Freiberufler abschlieő≤en?

Auf all diese Fragen wollen wir in diesem Artikel f√ľr dich n√§her eingehen.

Was sind freiberufliche Jobs?

Der Vielfalt an unterschiedlichen Berufen sind keine Grenzen gesetzt. Und so ist es schwierig festzustellen, ob ein Beruf als freier Beruf bezeichnet werden kann oder nicht. Grunds√§tzlich sind freiberufliche Berufe, erzieherische, unterrichtende, wissenschaftliche, schriftstellerische oder k√ľnstlerische, und immer selbst√§ndig ausge√ľbte Berufe. Die Grundlage eines freien Berufs ist ein Hochschulabschluss oder die sch√∂pferische Begabung des potenziellen Freiberuflers.

Laut ¬ß 1 Abs. 2 des Partnerschaftsgesellschaftsgesetzes bietet der Freiberufler Dienstleistungen pers√∂nlicher und eigenverantwortlicher Natur an, die im Interesse des Auftraggebers oder der Allgemeinheit sind. Anders ausgedr√ľckt, ist ein Freiberufler eine Person, die selbst√§ndig einen Beruf im Bereich Unterricht, Erziehung, Pflege, Wissenschaft, Kultur oder Kunst aus√ľbt. Sie verf√ľgt √ľber breites Fachwissen oder ist besonders sch√∂pferisch und k√ľnstlerisch begabt.

Der Freiberufler arbeitet inhaltlich allein und selbst√§ndig und sollte sich durch Kreativit√§t, besonderes Denkverm√∂gen, Organisations-, Kommunikations- und F√ľhrungsf√§higkeit auszeichnen. Sollte er Mitarbeiter haben, sind diese nur als Aushilfen oder Zuarbeiter t√§tig und werden auf honorarbasis bezahlt. Au√üerdem kann er Partnerschaftsgesellschaften mit anderen freiberuflich T√§tigen gr√ľnden.

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Ein Freiberufler muss keine Gewerbesteuer zahlen, da er keiner Gewerbeverordnung unterliegt. Damit √ľbereinstimmend ist er nicht verpflichtet, ein Gewerbe anzumelden. Eine doppelte Buchf√ľhrung ist f√ľr Freiberufler nicht notwendig, genauso wenig wie die Mitgliedschaft in der Industrie- und Handelskammer (IHK).

Welche Berufe zählen zu den freiberuflichen Jobs?

Der Arbeitsmarkt ist ein lebendiger Organismus, der tagt√§glich zu neuen und ver√§nderten Berufsbildern f√ľhrt, sodass es unm√∂glich ist, alle Berufe zu katalogisieren, die als freie Berufe bezeichnet werden k√∂nnen. F√ľr eine erste Orientierung gibt es eine Liste der freien Berufe laut ¬ß 18, Abs. 1 des Einkommensteuergesetzes. In ihr werden die freien Berufe in drei Gruppen unterteilt.

  • Zu den Heilberufen geh√∂ren Berufe wie Diplom-Psychologen, √Ąrzte, Tier√§rzte, Zahn√§rzte, Krankengymnasten, Heilpraktiker, Heilmasseure und Hebammen.
  • Berufe wie Patentanw√§lte, Rechtsanw√§lte, Notare, Steuerberater, Wirtschaftspr√ľfer, Steuerbevollm√§chtigte, Volks- und Betriebswirte mit beratender Funktion, wie auch Buchpr√ľfer geh√∂ren zur Gruppe der steuer-, wirtschafts- und rechtsberatenden Berufe.
  • Freiberufler kann man auch als Vermessungsingenieur, Handelschemiker, Architekt, Lotse und Sachverst√§ndige, aber auch als Bildberichterstatter, Journalist, √úbersetzer, Dolmetscher, Wissenschaftler, Schriftsteller, K√ľnstler, Erzieher und Lehrer sein. Diese Berufe geh√∂ren zu den Gruppen der naturwissenschaftlichen und technischen Berufen, bzw. zu den Kulturberufen.

Letztlich entscheidet das Finanzamt, ob ein Beruf als freiberuflich zu bezeichnen ist oder nicht, vor allem falls man ein Ergotherapeut, Apotheker, Dirigent, Fotodesigner, Masseur, Reitlehrer, Werbetexter oder Modedesigner ist. Diese Berufe gelten als katalog√§hnliche Berufe, obwohl auch diese Liste, wie ausf√ľhrlich sie auch sein mag, nicht vollst√§ndig ist. Die Listen, wie auch die Legaldefinitionen der freien Berufe, finden sich im Einkommensteuergesetz und im Partnerschaftsgesellschaftsgesetz.

Wo muss man sich als potenzieller Freiberufler melden?

Die h√§ufigsten Fragen bez√ľglich der freiberuflichen Jobs sind: Ist mein Job √ľberhaupt freiberuflich? Muss ich meine freiberufliche T√§tigkeit anmelden und wenn ja, wo soll ich das tun? Die Antwort findet sich in beiden F√§llen beim n√§chsten Finanzamt. Da man ja von der Gewerbeverordnung befreit ist, muss man nicht zum Gewerbeamt, sondern zum Finanzamt, wo man seine freiberufliche T√§tigkeit sp√§testens vier Wochen nach Aufnahme anmelden muss.

Nachdem festgestellt wurde, dass ein Job als freiberuflich zu bezeichnen ist, ist man offiziell ein Freiberufler und kann dann zum Versorgungswerk f√ľr Freiberufler oder, falls man k√ľnstlerisch t√§tig ist, zur K√ľnstlersozialklasse.

Als Freiberufler bekommt man sofort eine Steuernummer, bzw. eine Wirtschafts-Identifikationsnummer, da auch Freiberufler ihre Eink√ľnfte aus ihrer freiberuflicher T√§tigkeit versteuern m√ľssen. Die einzige rechtliche Verpflichtung eines Freiberuflers liegt darin, dass man unter Angabe der Steuernummer und Einnahmen-√úberschuss-Rechnung die eigenen Eink√ľnfte beim Finanzamt anzeigen muss.

Eine freiberufliche T√§tigkeit rechtlich durchzuf√ľhren ist kein einfacher Prozess und bedeutet nicht nur die Anmeldung beim Finanzamt, sondern auch die Registrierung bei der berufsst√§ndischen Kammer, bzw. Standeskammer (wobei nicht alle freiberufliche Jobs kammerpflichtig sind). Diejenigen Jobs, die kammerpflichtig sind, sind √Ąrzte, Zahn√§rzte, Tier√§rzte, Apotheker, Notare, Rechtsanw√§lte, Patentanw√§lte, Steuerberater, Wirtschaftspr√ľfer, Architekten und beratende Ingenieure.

Das Finanzamt ist im Prinzip der Ort, an dem man alle rechtliche H√ľrden √ľberschreiten kann, unter anderen auch die Gr√ľndung einer Partnerschaftsgesellschaft. Das ist eine besondere Rechtsform, bei der sich mehrere Freiberufler zusammenschlieő≤en. Es ist eine Personengesellschaft ohne verpflichtendes Startkapital. Stattdessen haftet man mit seinem Privatverm√∂gen. Der ganze Prozess der Gr√ľndung einer Partnerschaftsgesellschaft l√§uft auf der Grundlage des Partnerschaftsgesellschaftsgesetzes ab.

Der Freiberufler oder die Partnerschaftsgesellschaft kann zu jeder Zeit eine Gesellschaft mit begrenzter Haftung (GmbH) gr√ľnden, aber dann verliert er den Freiberuflerstatus, bzw. den Status einer Partnerschaftgesellschaft.

Wie unterscheidet sich der freiberufliche Job von anderen selbständigen Tätigkeiten?

Was den meisten passiert, ist die Begriffe Freiberufler und Gewerbetreibend zu verwechseln. Der Unterschied ist aber eigentlich ziemlich klar. W√§hrend Freiberufler Dienstleistungen anbieten, betreiben die Gewerbetreibenden einen Handel oder produzieren Waren. Ein Freiberufler hat in den meisten F√§llen einen Hochschulabschluss oder ist auő≤ergew√∂hnlich sch√∂pferisch begabt, was im Fall eines Gewerbetreibenden nicht notwendig ist. Der wichtigste, aber auch deutlichste Unterschied zwischen diesen zwei Existenzgr√ľndern ist die Zahlung der Gewerbesteuer. Wie schon erw√§hnt, muss der Freiberufler keine Gewerbesteuer zahlen, im Gegensatz zum Gewerbetreibenden. Au√üerdem ist der Gewerbetreibende Pflichtmitglied der Industrie- und Handelskammer, w√§hrend der Freiberufler von dieser Pflicht befreit ist.

Welche Steuern kommen auf einen Freiberufler zu?

Wie schon erl√§utert, ist ein Freiberufler laut ¬ß2 des Gewerbesteuergesetzes nicht gewerbesteuerpflichtig. Allerdings muss er die Umsatzsteuer und die Einkommensteuer regelm√§ő≤ig zahlen. Auch hier gibt es einige Abweichungen von der Regel, vor allem im Bezug auf bestimmte spezielle Leistungen im Bereich Humanmedizin, Bildung und Kultur, die umsatzsteuerfrei sind.

Ein Freiberufler kann auch Eink√ľnfte aus einer T√§tigkeit erlangen, die gewerblich ist, und und trotzdem den Status des Freiberuflers erhalten. Allerdings muss man dann gut darauf achten, dass sich die gewerbliche und freiberufliche T√§tigkeit nicht √ľberschneiden, also klar voneinander abgegrenzt sind.

Die Einkommensteuerpflicht gilt nat√ľrlich auch f√ľr den Freiberufler. Wenn von der Einkommensteuer die Rede ist, betrachtet man besonders den Gewinn. Wenn der Gewinn steigt, steigt nat√ľrlich auch der pers√∂nliche Steuersatz, aber wenn der Gewinn ungeplant geringer ausfallen sollte, werden die Steuern zum Jahresende vom Finanzamt zur√ľckgezahlt, nachdem sie im Laufe des Jahres vorausgezahlt werden.

Die Einkommensteuer ist nicht die einzige Steuer, die f√ľr Freiberufler verpflichtend ist, da auch die Umsatzsteuer eine √§uő≤erst wichtige Steuer f√ľr Freiberufler ist. Die Umsatzsteuer, die auch als Mehrwertsteuer betrachtet werden kann, liegt in ganz Deutschland bei 19%. Das gilt nat√ľrlich auch f√ľr den Freiberufler, der auf seine Leistungen 19% draufschl√§gt. Als Freiberufler ist er verpflichtet, die Umsatzsteuer unverz√ľglich an das n√§heste Finanzamt umzuleiten.

Welche Versicherungen muss ein Freiberufler abschlieő≤en?

Diejenigen freiberuflichen Jobs, die der Standeskammer zugeordnet sind, sind der Mitgliedschaft in einem Versorgungswerk dieser Kammer verpflichtend. Durch die Mitgliedschaft in diesem Versorgungswerk muss man auch Beitr√§ge f√ľr die Rentenversicherung zahlen. Neben der oben erw√§hnten Liste gibt es noch einige Berufe, die Pflichtzahlungen leisten m√ľssen, da sie als schutzbed√ľrftig gelten, wie z.B. Lehrer, Seelotsen und Hebammen. K√ľnstler, Journalisten, wie auch Werbetexter werden per K√ľnstlersozialversicherung der gesetzlichen Sozialversicherung zugeordnet. In der sog. K√ľnstlersozialkasse erhalten diese Freiberufler ihren Anteil aus der Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung. Die K√ľnstlersozialklasse ist eine Form der Krankenkasse dieser Gruppe von Freiberuflern.

Die anderen Freiberufler entscheiden sich f√ľr die freiwillig gesetzliche oder private Krankenversicherung. Die Freiberufler sollten ihr Krankengeld st√§ndig pr√ľfen, sodass sie im Falle einer l√§ngeren Krankheit oder Unfall versichert sind. Der Mindestverdienst der Freiberufler muss bei 3900 Euro j√§hrlich liegen, ausschlieő≤lich der Existenzgr√ľndern innerhalb der ersten drei Jahre.

Alle freiberuflich T√§tige, die der Standeskammer zugeordnet sind, sind verpflichtet, eine Rentenversicherung abzuschlieő≤en. F√ľr diejenigen, die als freiberufliche Lehrer und Erzieher, Pflegepersonen und Masseure, Hebammen, sowie Seelotsen t√§tig sind, gilt eine Pflichtmitgliedschaft in der gesetzlichen Rentenversicherung.

Viele Versicherungen bieten spezielle Tarife f√ľr Freiberufler an. Ein Freiberufler sollte also alle Angebote vergleichen, die er bekommt, und den passenden Anbieter kontaktieren.

Nochmal knackig zusammengefasst

Freiberufler sind selbst√§ndige Existenzgr√ľnder, die wissenschaftliche, erzieherische, unterrichtende, k√ľnstlerische oder schriftstellerische Berufe aus√ľben. Sie zeichnen sich mit einem enorm breiten Fachwissen und Erfahrung aus oder sind besonders sch√∂pferisch begabt. Sie ben√∂tigen keine Gewerbeanmeldung und sind der Zahlung der Gewerbesteuer befreit. Den freiberuflichen Job muss man beim n√§chsten Finanzamt sp√§testens vier Wochen nach Beginn der freiberuflichen T√§tigkeit anmelden, wo man eine Steuernummer bekommt, da man verpflichtet ist, die Umsatzsteuer und Einkommensteuer zu zahlen.

Wer beispielsweise ein Dolmetscher, Publizist, Bildhauer, Musiklehrer oder Seelotse ist, muss keine doppelte Buchf√ľhrung betreiben, muss kein Mitglied der Industrie- und Handelskammer sein und kann mit anderen Freiberuflern Partnergesellschaften schlieő≤en. Die Freiberufler unterscheiden sich von Gewerbetreibenden insofern als das Letztere, regelm√§ő≤ig Gewerbesteuer zahlen m√ľssen. Als Freiberufler wird man, falls erforderlich, einer Standeskammer, bzw. K√ľnstlersozialklasse zugeordnet, wo man ein Mitglied des Versorgungswerkes ist oder Leistungen der einzelnen Versicherungen der K√ľnstlersozialklasse erh√§lt.

M√∂chtest du ein selbst√§ndiger Existenzgr√ľnder werden und und somit gleichberechtigt im Wettkampf am tagt√§glich ver√§nderlichen Arbeitsmarkt teilnehmen? Ein Freiberufler zu werden, ist dann eine sehr empfehlenswerte L√∂sung f√ľr dich. Falls du das w√ľnschst und einen der erw√§hnten Berufe frei aus√ľben m√∂chtest, geh so schnell wie m√∂glich in das n√§heste Finanzamt und werde einer von Million erfolgreichen Freiberuflern!