Geschäftskonto wechseln: So klappt der Kontowechsel für dein Unternehmen
Brenton Withers
Content manager
2. Nov. 2026
Du bist mit deinem aktuellen Geschäftskonto unzufrieden, scheust aber den Aufwand eines Kontowechsels? Schließlich hängt an deinem Geschäftskonto einiges: Kunden überweisen ihre Rechnungen dorthin, laufende Kosten werden abgebucht und möglicherweise ist das Konto direkt mit deiner Buchhaltungssoftware verbunden.
Mit etwas Planung lässt sich dein Geschäftskonto jedoch problemlos wechseln. Wir zeigen dir Schritt für Schritt, wie du dein Geschäftskonto wechselst, wen du über deine neue Bankverbindung informieren solltest und wie du dafür sorgst, dass auch bei Buchhaltung und Steuern alles sauber weiterläuft.
Kurz erklärt: Geschäftskonto wechseln
Ein Geschäftskonto zu wechseln, muss nicht kompliziert sein. Mit der richtigen Vorbereitung kannst du den Wechsel organisieren, ohne dass dein Zahlungsverkehr oder deine Buchhaltung darunter leiden. Die wichtigsten Punkte im Überblick:
- Ein Kontowechsel braucht etwas Vorbereitung: Neben der Eröffnung deines neuen Geschäftskontos musst du auch bestehende Zahlungen, Bankverbindungen und gegebenenfalls deine Buchhaltung umstellen.
- Nicht jedes Geschäftskonto passt zu jedem Unternehmen: Vergleiche vor dem Wechsel die Kosten, Funktionen und Leistungen verschiedener Anbieter. Achte besonders darauf, dass dein neues Konto zu deiner Unternehmensform und deinen Anforderungen passt.
- Deine Zahlungspartner müssen informiert werden: Kunden, Lieferanten, Zahlungsdienstleister und gegebenenfalls Behörden benötigen deine neue Bankverbindung, damit Zahlungen weiterhin zuverlässig funktionieren.
- Deine Buchhaltung muss nachvollziehbar bleiben: Hinterlege das neue Konto separat in deiner Buchhaltungssoftware und sichere die Kontoauszüge und Buchungshistorie deines bisherigen Kontos.
- Kündige dein altes Konto nicht zu früh: Lass beide Geschäftskonten für eine Übergangszeit parallel laufen und überprüfe, ob wirklich alle regelmäßigen Zahlungen umgestellt wurden.
So vermeidest du, dass Lastschriften platzen, Kundenzahlungen auf einem geschlossenen Konto landen oder Lücken in deiner Buchhaltung entstehen.
Wie läuft ein Geschäftskonto-Wechsel ab?
Ein Kontowechsel bedeutet mehr, als einfach ein neues Konto zu eröffnen. Deine IBAN ändert sich, du erhältst neue Karten und musst die neue Bankverbindung überall dort hinterlegen, wo du geschäftlich Geld sendest oder empfängst.
Schritt 1: Neues Geschäftskonto eröffnen und testen
Bevor du etwas an deinem bestehenden Geschäftskonto änderst, eröffnest du zunächst dein neues Konto.
Welche Unterlagen du dafür benötigst, hängt unter anderem von deiner Unternehmensform und der Bank ab. Als Einzelunternehmer oder Freiberufler benötigst du beispielsweise in der Regel einen Identitätsnachweis und gegebenenfalls Angaben zu deiner selbstständigen Tätigkeit. Bei einer GmbH oder UG können zusätzliche Unternehmensunterlagen und Angaben zu Geschäftsführern oder wirtschaftlich Berechtigten erforderlich sein.
Nach der Kontoeröffnung solltest du nicht sofort mit dem Wechsel beginnen. Richte zunächst alles ein, was du für deinen Geschäftsalltag brauchst:
- Onlinebanking und App
- Debit- oder Kreditkarten
- TAN- bzw. Freigabeverfahren
- Zugänge für weitere Nutzer
- Schnittstellen zur Buchhaltung oder anderen Tools
- gegebenenfalls Unterkonten oder weitere Zahlungsfunktionen
Teste außerdem, ob Überweisungen, Karten und alle wichtigen Funktionen wie erwartet funktionieren. Erst wenn dein neues Geschäftskonto vollständig einsatzbereit ist, solltest du beginnen, deine Zahlungen umzustellen.
Schritt 2: Zahlungen und Bankdaten umstellen
Jetzt beginnt der eigentliche Kontowechsel. Verschaffe dir zunächst einen Überblick über alle regelmäßigen Zahlungseingänge und -ausgänge deines alten Geschäftskontos. Dabei helfen dir die Kontoauszüge der vergangenen Monate. So kannst du sehen, welche Unternehmen regelmäßig Geld abbuchen, welche Kunden auf das Konto überweisen und welche Daueraufträge du eingerichtet hast.
Anschließend arbeitest du diese Positionen nach und nach ab. Richte bestehende Daueraufträge auf dem neuen Konto ein und aktualisiere deine Bankverbindung bei Unternehmen, die per SEPA-Lastschrift von deinem Konto abbuchen. Dazu können beispielsweise Versicherungen, Vermieter, Energieversorger, Softwareanbieter und Finanzamt gehören.
Informiere außerdem Kunden und Auftraggeber über deine neue IBAN. Denk auch an Zahlungsdienstleister und Plattformen, über die du Zahlungen erhältst, beispielsweise PayPal, Stripe oder Online-Marktplätze. Aktualisiere außerdem deine Bankverbindung in deiner Buchhaltungs- oder Rechnungssoftware, damit auf zukünftigen Rechnungen automatisch die richtige IBAN erscheint.
Auch bei Behörden und insbesondere beim Finanzamt solltest du prüfen, wo deine Bankverbindung hinterlegt ist. Das ist unter anderem relevant, wenn Steuern von deinem Konto eingezogen oder Erstattungen darauf überwiesen werden.
Tipp: Aktualisiere deine Bankverbindung möglichst bei allen Zahlungspartnern, sobald dein neues Geschäftskonto einsatzbereit ist. Lass dein altes Konto aber noch etwa zwei bis drei Monate parallel laufen. So hast du genügend Zeit, um zu überprüfen, ob alle Zahlungen über das neue Konto abgewickelt werden, und kannst reagieren, falls du einen Zahlungspartner übersehen hast.
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Schritt 3: Buchhaltung anpassen
Dein Geschäftskonto ist ein wichtiger Bestandteil deiner Buchhaltung. Deshalb solltest du auch hier sauber zwischen dem alten und dem neuen Konto trennen.
Wenn du eine Buchhaltungssoftware nutzt, legst du dein neues Geschäftskonto dort als neues Bankkonto an. Überschreibe nicht einfach die Daten des bisherigen Kontos. So bleibt nachvollziehbar, welche Buchungen über welches Konto gelaufen sind.
Prüfe anschließend, ob die Verbindung beziehungsweise der Bankfeed korrekt funktioniert und neue Transaktionen zuverlässig in deiner Buchhaltung erscheinen.
Arbeitest du mit einem Steuerberater, solltest du ihn ebenfalls über den Kontowechsel informieren und ihm die notwendigen Zugänge oder Unterlagen zur Verfügung stellen.
Schritt 4: Altes Geschäftskonto kündigen
Erst wenn du sicher bist, dass der Wechsel abgeschlossen ist, solltest du dein altes Geschäftskonto kündigen.
Prüfe vorher noch einmal:
- Sind alle Daueraufträge auf das neue Konto übertragen?
- Werden alle regelmäßigen Lastschriften vom neuen Konto eingezogen?
- Wissen deine wichtigsten Kunden und Auftraggeber von der neuen Bankverbindung?
- Sind Zahlungsdienstleister und Plattformen umgestellt?
- Ist die neue Bankverbindung bei relevanten Behörden hinterlegt?
- Sind alle offenen Zahlungen auf dem alten Konto eingegangen?
- Hast du alle benötigten Kontoauszüge und Unterlagen gesichert?
Lade insbesondere deine Kontoauszüge und die benötigte Buchungshistorie herunter, bevor du den Zugang zum alten Konto verlierst. Diese Unterlagen können später noch für deine Buchhaltung, Steuererklärung oder eine Betriebsprüfung relevant sein.
Bevor du dein altes Geschäftskonto kündigst, solltest du natürlich das verbleibende Guthaben auf dein neues Konto übertragen. Lass dabei zunächst einen kleinen Puffer auf dem alten Konto, solange noch ausstehende Lastschriften oder Gebühren abgebucht werden könnten. Sobald alle Zahlungen umgestellt und offene Buchungen abgeschlossen sind, kannst du das restliche Guthaben übertragen und das Konto kündigen.
Wann lohnt es sich, dein Geschäftskonto zu wechseln?
Ein Kontowechsel verursacht zunächst etwas Arbeit. Trotzdem kann sich der Aufwand schnell lohnen, wenn dein aktuelles Konto nicht mehr zu deiner selbstständigen Tätigkeit oder deinem Unternehmen passt.
Ein Wechsel kann beispielsweise sinnvoll sein, wenn du regelmäßig für Leistungen bezahlst, die bei anderen Anbietern bereits inklusive sind. Vielleicht kostet dich jede zusätzliche Überweisung Geld, du zahlst extra für deine Geschäftskarte oder deine monatlichen Kontoführungsgebühren sind mit der Zeit gestiegen. In solchen Fällen lohnt es sich, die tatsächlichen Gesamtkosten verschiedener Geschäftskonten zu vergleichen.
Auch im Arbeitsalltag können fehlende Funktionen schnell lästig werden. Wenn du beispielsweise für jede Überweisung deinen Computer brauchst, Zahlungen in deiner Banking-App nur umständlich nachvollziehen kannst oder regelmäßig zwischen verschiedenen Anwendungen wechseln musst, verlierst du unnötig Zeit. Ein modernes Geschäftskonto mit einer übersichtlichen App und den passenden Funktionen kann dir viele dieser Arbeitsschritte erleichtern.
Besonders deutlich wird das bei der Buchhaltung. Vielleicht schreibst du deine Rechnungen in einem separaten Programm, überprüfst anschließend manuell die Zahlungseingänge und musst am Monatsende deine Kontoauszüge für die Buchhaltung zusammensuchen. Einige digitale Geschäftskonten bieten bereits integrierte Funktionen für Rechnungsstellung, Buchhaltung und Steuern. Damit kannst du viele dieser Aufgaben an einem Ort erledigen und benötigst möglicherweise weniger zusätzliche Software.
Vielleicht nutzt du für deine Selbstständigkeit bisher auch einfach dein privates Girokonto. Gerade am Anfang mag das praktisch sein, doch mit zunehmenden Einnahmen und Ausgaben wird es schnell unübersichtlich. Ein separates Geschäftskonto hilft dir, private und geschäftliche Finanzen sauber zu trennen, deine Buchhaltung zu vereinfachen und bei der Steuererklärung den Überblick zu behalten.
Wann solltest du dein Geschäftskonto lieber noch nicht kündigen?
Nicht jeder Zeitpunkt eignet sich gleich gut für einen Kontowechsel. Besonders genau solltest du hinschauen, wenn Kredite, ein Kontokorrentkredit, Leasingverträge oder andere Finanzierungen direkt mit deinem bisherigen Geschäftskonto verbunden sind. Prüfe zunächst, welche Folgen ein Wechsel für diese Verträge hat.
Auch kurz vor dem Jahresabschluss oder während einer laufenden Betriebsprüfung kann es sinnvoll sein, den Wechsel aufzuschieben, wenn dadurch zusätzlicher Abstimmungsaufwand entsteht.
Frag dich deshalb vor dem Wechsel:
- Befinde ich mich gerade in einer Phase, in der ein Wechsel zu viel zusätzlichen Aufwand verursachen würde, etwa beim Jahresabschluss oder während einer Betriebsprüfung?
- Habe ich genügend Zeit, beide Konten für eine Übergangsphase parallel zu führen?
- Kann ich sicherstellen, dass alle wichtigen Zahlungspartner rechtzeitig meine neue Bankverbindung erhalten?
- Stehen noch wichtige Zahlungen, Lastschriften oder Erstattungen über das alte Konto aus?
Denk daran: Es gibt keinen Grund, dein altes Geschäftskonto möglichst schnell zu kündigen. Nimm dir lieber die Zeit, sicherzustellen, dass wirklich alle Zahlungen und Zahlungspartner auf das neue Konto umgestellt sind. So vermeidest du, das alte Konto zu schließen, bevor der Wechsel vollständig abgeschlossen ist.
Worauf solltest du bei der Wahl deines neuen Geschäftskontos achten?
Wenn du schon den Aufwand eines Kontowechsels auf dich nimmst, sollte dein neues Geschäftskonto möglichst langfristig zu deinem Unternehmen passen. Sonst steht der nächste Kontowechsel womöglich früher an, als dir lieb ist.
Vergleiche deshalb nicht nur die monatlichen Kontoführungsgebühren. Entscheidend sind die Gesamtkosten, die bei deiner tatsächlichen Nutzung entstehen. Dazu gehören beispielsweise Gebühren für Buchungen, Karten, Bargeld oder zusätzliche Nutzer.
Achte außerdem auf folgende Punkte:
- Onlinebanking und App: Kannst du alltägliche Bankgeschäfte schnell und unkompliziert erledigen? Funktionieren Überweisungen und Freigaben auch mobil?
- Buchhaltung und Steuern: Gibt es Schnittstellen zu den Tools, mit denen du bereits arbeitest? Lassen sich Kontobewegungen automatisiert übernehmen oder Zahlungen Rechnungen zuordnen?
- Karten und Bargeld: Welche Karten sind enthalten und was kosten zusätzliche Karten? Wie sieht es mit Bargeldabhebungen oder -einzahlungen aus?
- Mehrere Nutzer: Falls du Mitarbeiter hast, solltest du prüfen, ob sich zusätzliche Zugänge und unterschiedliche Berechtigungen einrichten lassen.
- Unternehmensform: Nicht jedes Geschäftskonto steht jeder Unternehmensform zur Verfügung. Prüfe deshalb vorab, ob das Konto beispielsweise für Freiberufler, Einzelunternehmen, UG oder GmbH angeboten wird.
- Einlagensicherung und Bankpartner: Informiere dich darüber, bei welcher Bank dein Geld geführt wird und welche Einlagensicherung gilt.
Wenn du verschiedene Angebote gegenüberstellen möchtest, findest du in unserem Geschäftskonto-Vergleich einen Überblick über unterschiedliche Anbieter und Konditionen.
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Mit unserem kostenlosen Kontowechselservice wird der Umstieg ganz einfach. Du erhältst eine übersichtliche Aufstellung deiner bisherigen Kontobewegungen und siehst auf einen Blick, welche Zahlungspartner du über deine neue Bankverbindung informieren musst. So kannst du deinen Kontowechsel Schritt für Schritt organisieren und sicherstellen, dass keine wichtigen Zahlungen übersehen werden.
Checkliste: Wo du deine Bankverbindung aktualisieren musst
Eine der größten Sorgen beim Geschäftskonto-Wechsel ist, einen wichtigen Zahlungspartner zu vergessen. Mit einer einfachen Checkliste kannst du das Risiko deutlich reduzieren.
Kunden und Auftraggeber
Informiere insbesondere Stammkunden, Kunden mit laufenden Verträgen und Auftraggeber, die regelmäßig Rechnungen an dich bezahlen. Aktualisiere außerdem die Bankverbindung auf deinen Rechnungsvorlagen.
Lieferanten und Geschäftspartner
Dazu gehören beispielsweise Lieferanten, Vermieter, Versicherungen und Leasinggeber, die regelmäßig Zahlungen erhalten oder per Lastschrift abbuchen.
Zahlungsdienstleister und Marktplätze
Prüfe alle Dienste, über die du Zahlungen erhältst oder abwickelst, beispielsweise PayPal, Stripe, Amazon, Etsy oder dein Shopsystem.
Finanzamt und Behörden
Prüfe, welche Bankverbindung für Steuerzahlungen und Erstattungen hinterlegt ist. Denk je nach Situation auch an weitere Behörden oder Sozialversicherungsträger.
Software und Abonnements
Von Buchhaltungssoftware über Projektmanagement bis zum Cloud-Speicher: Viele geschäftliche Tools werden monatlich oder jährlich automatisch bezahlt.
Website und Geschäftsdokumente
Aktualisiere deine Bankverbindung überall dort, wo sie angegeben ist. Dazu können Rechnungen, Verträge, Bestellunterlagen oder andere Geschäftsdokumente gehören.
Praktischer Tipp: Erstelle dir eine einfache Tabelle mit den Spalten Zahlungspartner, Art der Zahlung, Kontaktweg und Status. Markiere jede Position als „offen“ oder „geändert“. So siehst du jederzeit, wie weit du mit dem Kontowechsel bist.
Geschäftskonto wechseln und Buchhaltung: Was ist wichtig?
Für deine Buchhaltung sollte der Wechsel von einem Geschäftskonto zum anderen jederzeit nachvollziehbar bleiben. Sichere deshalb zunächst die Kontoauszüge und Buchungshistorie deines bisherigen Kontos. Verlass dich nicht darauf, dass du nach der Kündigung dauerhaft Zugriff auf dein altes Onlinebanking hast.
In deiner Buchhaltungssoftware solltest du das neue Konto zusätzlich zum bestehenden Konto anlegen. So bleiben historische Buchungen dem richtigen Bankkonto zugeordnet.
Lege außerdem einen Stichtag fest, ab dem du neue Zahlungen grundsätzlich über das neue Konto abwickelst. Während der Übergangsphase solltest du trotzdem beide Konten kontrollieren. Es kann schließlich noch einige Zeit dauern, bis alle Kunden, Lastschriften und Zahlungspartner vollständig umgestellt sind.
Gerade im ersten Monat lohnt es sich deshalb, offene Posten genauer zu prüfen:
- Welche Rechnungen wurden bereits auf das neue Konto bezahlt?
- Welche Zahlungen sind noch auf dem alten Konto eingegangen?
- Gibt es Lastschriften, die du noch nicht umgestellt hast?
So verhinderst du, dass Zahlungen verloren gehen oder deine Buchhaltung unnötig kompliziert wird.
Typische Fehler beim Kontowechsel und wie du sie vermeidest
Auch wenn du alle Schritte des Kontowechsels kennst, können in der Übergangsphase ein paar Dinge schiefgehen. Vor allem diese Fehler solltest du im Blick behalten:
- Nur die letzten Kontobewegungen prüfen: Manche Versicherungen, Mitgliedschaften, Abonnements oder andere Zahlungen werden nur vierteljährlich oder jährlich fällig. Schau deshalb weiter zurück und gleiche deine Kontobewegungen zusätzlich mit laufenden Verträgen ab.
- Das alte Konto zu früh leerräumen: Auch wenn die meisten Zahlungen bereits umgestellt sind, können noch Lastschriften, Gebühren oder andere Abbuchungen ausstehen. Lass deshalb während der Übergangsphase ausreichend Guthaben auf dem alten Konto und übertrage den Rest erst, wenn du sicher bist, dass nichts mehr abgebucht wird.
- Nur die IBAN auf neuen Rechnungen ändern: Denk auch an Rechnungsvorlagen, Angebote, Verträge, Websites oder andere Dokumente, auf denen deine Bankverbindung hinterlegt sein kann. Sonst taucht die alte IBAN möglicherweise noch Monate später an unerwarteter Stelle auf.
- Das alte Konto in der Buchhaltung einfach ersetzen: Damit historische Transaktionen weiterhin eindeutig dem richtigen Konto zugeordnet werden können, solltest du das neue Geschäftskonto separat in deiner Buchhaltungssoftware anlegen, anstatt die Bankverbindung des bisherigen Kontos einfach zu überschreiben.
- Davon ausgehen, dass jede Änderung angekommen ist: Gerade bei wichtigen Kunden und Zahlungspartnern solltest du nicht allein darauf vertrauen, dass eine E-Mail mit deiner neuen Bankverbindung automatisch zur Änderung im System führt. Bitte im Zweifel um eine Bestätigung und kontrolliere während der Übergangsphase beide Konten.
Wenn du dir für die Übergangsphase genügend Zeit nimmst und beide Konten im Blick behältst, kannst du solche Fehler meist leicht vermeiden und erst dann einen endgültigen Schlussstrich unter dein altes Geschäftskonto ziehen.
Bei dem Kontowechsel hilft vor allem eins: klare Kommunikation
Mit einer klaren und strukturierten Kommunikation kannst du viel dazu beitragen, dass der Übergang reibungslos funktioniert. Hier sind einige praktische Tipps, mit denen du diese Kommunikation möglichst einfach gestalten kannst:
- Mach direkt deutlich, worum es geht: Weise schon in der Betreffzeile auf den Kontowechsel hin, zum Beispiel mit „Neue Bankverbindung ab [Datum]“. So wissen deine Zahlungspartner sofort, was sich ändert und ab wann die neuen Kontodaten gelten.
- Wende dich an die richtige Stelle: Bei wichtigen Kunden solltest du die neue Bankverbindung möglichst direkt an die zuständige Buchhaltung schicken. Weißt du nicht, wer dort für die Änderung von Bankdaten zuständig ist, frag deine direkten Ansprechpartner nach dem richtigen Kontakt.
- Bitte um eine kurze Bestätigung: Lass dir nach Möglichkeit bestätigen, dass deine neue Bankverbindung im System hinterlegt wurde. So weißt du nicht nur, dass deine Nachricht angekommen ist, sondern auch, dass die Änderung tatsächlich umgesetzt wurde.
- Informiere auch Zahlungspartner, die bei dir abbuchen: Prüfe bei wichtigen Dienstleistern, Versicherungen und anderen Zahlungspartnern zunächst, wie Änderungen der Bankverbindung übermittelt werden sollen, zum Beispiel über das Kundenportal, ein Online-Formular oder direkt an den Kundenservice. Bei besonders wichtigen Zahlungen kannst du dir die Änderung ebenfalls bestätigen lassen.
- Erinnere deine Kunden ruhig noch einmal: Füge für die nächsten Monate einen gut sichtbaren Hinweis auf deine neue Bankverbindung direkt auf deinen Rechnungen ein. So sehen deine Kunden die Änderung genau dort, wo sie auch die Zahlungsinformationen finden. Zusätzlich kannst du in den E-Mails, mit denen du deine Rechnungen verschickst, noch einmal kurz auf die neue IBAN hinweisen.
Je proaktiver du den Kontowechsel kommunizierst, desto reibungsloser kann der Übergang funktionieren. So lassen sich Rückfragen, Zahlungen auf das alte Konto und unnötige Verzögerungen von Anfang an reduzieren.
Fazit: Ein guter Kontowechsel braucht vor allem einen sauberen Übergang
Der eigentliche Wechsel deines Geschäftskontos ist meist nicht das Schwierige. Entscheidend ist, dass während der Übergangsphase keine Zahlungen verloren gehen, deine Buchhaltung nachvollziehbar bleibt und alle wichtigen Zahlungspartner rechtzeitig von deiner neuen Bankverbindung erfahren.
Plane deshalb genügend Zeit ein, lass dein altes und neues Konto zunächst parallel laufen und kontrolliere beide Konten, bis wirklich alle regelmäßigen Zahlungen umgestellt sind. Gerade bei wichtigen Kunden, Lastschriften und Behörden lohnt es sich außerdem, Änderungen aktiv zu kommunizieren und gegebenenfalls bestätigen zu lassen.
Häufige Fragen zum Wechsel des Geschäftskontos
Was kostet der Wechsel eines Geschäftskontos?
Der Wechsel eines Geschäftskontos ist in der Regel kostenlos. Allerdings können je nach Anbieter und Kontomodell zusätzliche Kosten entstehen, beispielsweise für neue Karten oder dadurch, dass du während der Übergangsphase zwei Geschäftskonten parallel bezahlst. Auch Rücklastschriften können Gebühren verursachen, wenn eine Bankverbindung nicht rechtzeitig aktualisiert wurde.
Vergleiche deshalb nicht nur die möglichen Kosten rund um den Wechsel, sondern auch die laufenden Gebühren deines neuen Geschäftskontos.
Wie lange dauert ein Kontowechsel?
Die Eröffnung eines digitalen Geschäftskontos kann vergleichsweise schnell gehen. Für den vollständigen Wechsel solltest du jedoch mehr Zeit einplanen, da Kunden, Lastschriften, Daueraufträge, Buchhaltung und andere Dienste auf die neue Bankverbindung umgestellt werden müssen.
Ein Kontowechselservice wie der von Kontist kann dir dabei einen Teil der organisatorischen Arbeit abnehmen.
Welche Unterlagen brauche ich für einen Kontowechsel?
Welche Unterlagen du für die Eröffnung deines neuen Geschäftskontos benötigst, hängt von deiner Unternehmensform und dem jeweiligen Anbieter ab. Als Freiberufler oder Einzelunternehmer brauchst du in der Regel einen gültigen Personalausweis oder Reisepass sowie gegebenenfalls einen Nachweis deiner selbstständigen Tätigkeit, beispielsweise eine Gewerbeanmeldung. Bei einer UG oder GmbH können zusätzlich ein Handelsregisterauszug, der Gesellschaftsvertrag und Angaben zu den wirtschaftlich Berechtigten erforderlich sein.
Für den anschließenden Kontowechsel solltest du die Daten deines bisherigen Kontos sowie einen Überblick über regelmäßige Zahlungseingänge, Lastschriften und Daueraufträge bereithalten. Nutzt du einen Kontowechselservice, kann dieser je nach Anbieter weitere Angaben oder eine entsprechende Autorisierung benötigen.
Wie lange sollte ich das alte Konto parallel weiterführen?
Als Faustregel empfiehlt es sich, dein altes und neues Geschäftskonto etwa zwei bis drei Monate parallel laufen zu lassen. Wenn du viele Zahlungspartner hast oder bestimmte Zahlungen nur vierteljährlich oder jährlich erfolgen, kann auch eine längere Übergangsphase sinnvoll sein.
Kontrolliere während dieser Zeit regelmäßig beide Konten und kündige das alte erst, wenn alle wichtigen Zahlungen zuverlässig über das neue Konto laufen und keine offenen Buchungen mehr ausstehen.
Muss ich den Kontowechsel dem Finanzamt melden?
Ja, wenn du dein bisheriges Geschäftskonto für Steuerzahlungen oder Steuererstattungen nutzt, solltest du dem Finanzamt deine neue Bankverbindung mitteilen. Das kannst du beispielsweise über das entsprechende Formular in ELSTER erledigen.
Wenn das Finanzamt deine Steuern per SEPA-Lastschrift einzieht, musst du außerdem sicherstellen, dass für dein neues Konto ein gültiges Lastschriftmandat vorliegt. So vermeidest du Probleme bei Steuerzahlungen und möglichen Erstattungen.
Was passiert mit bestehenden SEPA-Lastschriften?
Bestehende Lastschriften werden nicht automatisch von deinem neuen Geschäftskonto abgebucht, nur weil du das Konto gewechselt hast. Informiere die jeweiligen Zahlungsempfänger über deine neue Bankverbindung und kläre gegebenenfalls, welche Angaben oder Freigaben sie für die Umstellung benötigen.
Lass dein altes Konto während der Übergangsphase bestehen, damit Lastschriften, die noch nicht umgestellt wurden, nicht sofort ins Leere laufen.
