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Kann ich mich ohne Eigenkapital selbständig machen?

Der Einstieg in die Welt der Selbständigkeit ist auf jeden Fall nicht ganz leicht. Eine zusätzliche Schwierigkeit ist es, wenn man sich ohne Eigenkapital selbständig machen möchte. Aber es ist nicht unmöglich dies zu schaffen. Du wirst viel Durchhaltevermögen brauchen und natürlich musst du selbst absolut überzeugt sein von deiner Idee.

Es gibt verschiedene Wege sich ohne Eigenkapital selbstständig zu machen. Ich erkläre dir in diesem Artikel, wie du es angehen kannst.

Startkapital von Behörden und Einrichtungen

Wenn du eine gute und erfolgversprechende Geschäftsidee hast, kann dir der Staat helfen diese auch zu finanzieren. Hierbei handelt es sich nicht um den Gründungszuschuss, sondern Unterstützung in Form von einem Startgeld oder Kredit von der KfW-Förderbank. Um für einen Kredit bei der KfW überhaupt in Frage zu kommen, musst du einen guten Businessplan und eine Rentabilitätsvorschau haben. Alles über die Erstellung eines Businessplans kannst du in unserem Artikel Business Plan für Selbstständige lesen. Es wird empfohlen diese Planung mit einem Gründer- oder Unternehmensberater zu machen. Allerdings solltest du vorsichtig mit Beratern sein und immer alles auch selber genau durcharbeiten.

KfW-Förderprogramme

Das Startgeld

Das Startgeld ermöglicht dir eine Förderung von bis zu 100.000 Euro. Es sollte beachtet werden, dass es in diesem Fall in den ersten zwei Jahren zur Aussetzung der Tilgung kommen kann. Das Startgeld kannst du auch dann beantragen, wenn du dich nur nebenberuflich selbstständig machen willst. Im Fall einer Team-Gründung kann jedes Mitglied höchstens 100.000 Euro beantragen.

Das Regionalförderprogramm

Dieses Programm ist für strukturschwache Gebiete beabsichtigt. Hier schneiden am besten die Personen ab, die in den neuen Bundesländern wohnen. Der maximale Förderbetrag ist hier 3 Millionen Euro. Weiterhin gibt es hier eine begünstigte Anlaufzeit von bis zu fünf Jahren, was ein großer Vorteil ist. Diese Förderung steht auch für nebenberufliche Gründer zur Verfügung.

Es gibt auch den ERP-Kredit , den du auch bekommen kannst, wenn du schon mit deinem Unternehmen gestartet hast. Es richtet sich also nicht nur an Existenzgründer. Hier ist die Höhe des maximalen Betrags 10 Millionen Euro. Einer der Vorteile dieses Kredits sind bis zu drei tilgungsfreie Startjahre und bis zu 20 Jahren Laufzeit. Dieser Kredit kann auch von Freiberuflern und Nebenberuflern beantragt werden.

Startkapital von externen Quellen

Crowdfunding

Bei Crowdfunding wird eine Geschäftsidee von vielen Kapitalgebern unterstützt. Voraussetzung dafür ist, dass der Ideengeber einen guten Businessplan erstellt und die Geldgeber von seiner Idee überzeugt.

In Deutschland gibt es einige Anbieter, die sich auf Unterstützung und Vermittlung von Geschäftsideen spezialisiert haben. Sie bieten nicht nur Hilfe bei der Geldbeschaffung, sondern auch in anderen Bereichen wie zum Beispiel Planung, Marketing, Personalbeschaffung usw. So ein Anbieter ist zum Beispiel Seedmatch.

Privatkredit für Gründer und Selbstständige

Ein Privatkredit ist eine vielversprechende Möglichkeit, um sich Eigenkapital zu beschaffen. Der Marktführer hier ist Auxmoney. Mehr über Kredite für Selbstständige findet ihr in unserem Artikel Kredite für Selbständige . Hier kannst du auch ohne einen aufwendigen Businessplan einen Kredit von privaten Anlegern bekommen.

Business Angels

Diese „Unternehmensengel“ können als Mentoren betrachtet werden, die dir auch mit dem nötigen Startkapital unter die Arme greifen können. Allerdings muss es nicht sein, dass sie dir selber Geld geben werden, aber sie werden dir helfen einen Weg zu finden sich das nötige Geld zu beschaffen. In Deutschland gibt es ein Business-Angels Netzwerk .

Teilhaber (mitwirkende und stille)

Eine weitere sehr beliebte Finanzierungsmethode ist der gute alte Teilhaber. Hier sind zwei Arten zu unterscheiden: der stille Teilhaber und der mitwirkende Teilhaber. Stille Teilhaber wollen nur Geld investieren und dann Berichte und Zahlen bezüglich des Start-ups und aller Tätigkeiten haben. Ein Mitspracherecht haben sie aber nicht, wieso sie auch stille Teilnehmer genannt werden.

Bei mitwirkenden Teilhabern sieht das schon anders aus. Sie werden bestimmt ein Wörtchen mitreden bei deinem Start-up , was nicht immer negativ sein muss. Zum Beispiel, wenn du dich nur in der Entwicklung von Produkten verstehst, aber keine Ahnung von Marketing, Buchhaltung, Verkauf oder anderen Aufgaben hast, kann der mitwirkende Teilhaber diese Aufgaben übernehmen. In diesem Fall sollte besonders Acht auf den Vertrag gegeben werden, sodass es später kein böses Erwachen gibt. Jetzt stellt sich die Frage: wo und wie finde ich einen Teilhaber? Menschen, die deine Geschäftsidee erfolgversprechend finden und sich daran beteiligen möchten, gibt es sicherlich mehr als genug. Es ist am einfachsten deine Freunde und Verwandten zu überzeugen, da sie dich schon gut kennen. Teilhaber können auch Banken oder Sparkassen sein. Es ist aber am sinnvollsten sich auf Startup-Messen und ähnlichen Veranstaltungen nach möglichen Teilhabern umzuschauen. Sei es, dass du deine Idee dort pitchen, also vorstellen kannst, oder einfach ins Gespräch kommen kannst mit potentiellen Interessenten. Wenn deine Idee kreativ und innovativ ist, werden sicherlich einige Teilhaber Interesse daran finden und dir zuhören.

Startkapital von Freunden und Verwandten

Wenn du dich ohne Eigenkapital selbständig machen möchtest, kannst du dir das nötige Startkapital natürlich auch von Freunden und Verwandten leihen. Sicherlich ist es nicht immer einfach danach zu fragen, aber es ist sehr wahrscheinlich, dass du das Geld auf diese Weise am schnellsten bekommst. Auch wenn du es in diesem Fall mit Bekannten zu tun hast, empfiehlt es sich, einen Vertrag abzuschließen, egal ob es um 1000 oder um 100.000 Euro geht. Am besten wird der Vertrag mit einer zahlungsfreien Anlaufzeit (zum Beispiel 6-12 Monate) gemacht und allen anderen wichtigen Punkte sollten auch darin festgeahlten werden. Sei aber immer vorsichtig bei Geschäften mit Freunden und Verwandten, da schon viele Freundschaften und Familien sind durch gemeinsame Geschäfte zerbrochen.

Venture Capital – Private Equity

Hier handelt es sich um ein Risikokapital von Gesellschaften und Privatleuten.

„Private Equity“ kommt aus dem Angelsächsischen und stellt das private Beteiligungskapital dar. Hierbei handelt es sich um Investitionen (Eigenkapital oder andere verwandte Finanzierungsformen) in von professionellen Beteiligungsgesellschaften getätigte Unternehmen. Die Investitionen werden meistens über einen Fonds gemacht, mit einem bestimmten Anlagenziel und befristeter Laufzeit.

Die Investoren sind sehr oft aktive Miteigentümer. Meistens verfügen sie über ein gewisses Know-how in der Führung von Unternehmen, besonders im Feld des Managements und des Vertriebs. Jedoch verlangen sie auch aussagekräftige Berichte und eine erhöhte Transparenz. Mittels der Berichte erkennen Investoren, ob es möglich ist, einen vereinbarten Meilenstein zu erreichen. Sehr oft ist die Erreichung eines Meilensteins die Voraussetzung für eine weitere Finanzierungsrunde.

Die Frühphasenfinanzierung eines Unternehmens wird auch als Venture Capital bezeichnet. Venture Capital Gesellschaften helfen jungen Unternehmen durch Investition über einen Venture Capital Fonds. Meistens sind diese Fonds auf einen oder mehrere Branchenschwerpunkte spezialisiert. Durch die Investition eines Kapitals wird der Venture Capital Investor zum Mitgesellschafter und hat auch alle dazugehörige Pflichten und Rechte. Auch wenn es oft vermutet wird, erwerben Venture Capital Investoren nicht den Großteil eines Unternehmens. Sie bestehen darauf, dass die Existenzgründer die Mehrheit haben.

Fazit: Kann ich mich ohne Eigenkapital selbständig machen?

Es ist nicht leicht, aber es ist durchaus möglich, sich ohne Eigenkapital selbstständig zu machen. Dies ist ein harter Weg, für den du sehr gutes Durchhaltevermögen brauchst. Nimm dir immer genügend Zeit, um die verschiedenen Finanzierungsalternativen zu durchdenken, bevor du eine Entscheidung triffst. Es ist wichtig, dass du immer ausreichende Rücklagen hast, falls die Geschäftsidee nicht wie geplant klappen sollte.

Falls du dich entscheiden solltest, einen Kredit aufzunehmen, ist es am besten sich einen Tilgungsplan zu machen und die Rückzahlung in die monatlichen Ausgaben einzuberechnen. Ein möglicher Weg, sich das nötige Kapital zu beschaffen, ist ein Kredit durch das StartGeld der KfW. Abhängig vom Geschäftsmodell kann auch Finanzierung durch Crowdfunding sehr vielversprechend sein.