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Wie du Risiken als Selbständiger oder im eigenen Unternehmen wirksam versicherst - betriebliche Versicherungen

Betreibst du eine eigene Firma, einen Betrieb mit Maschinen oder einem gut gefüllten Lager? Oder wenn du ein Geschäft oder ein Restaurant hast – kurz wenn du Unternehmer bist, können zu jeder Zeit Umstände eintreten, die deine Existenz gefährden könnten. Einbruch, Diebstahl, Vandalismus, Wasserschäden, Feuer, Hacker-Angriffe auf dein Netzwerk – die Liste ließe sich noch um einiges erweitern. Wir wollen keine unnötige Angst verbreiten, doch gefeit gegen etwaige Schäden ist niemand. Und wenn ein derartiger Fall eintreten sollte, ist das nicht nur für Existenzgründer ziemlich bedrohlich, sondern schlicht für jeden selbständigen Unternehmer. Denn man muss nicht nur die Kosten des Schadens auffangen, sondern meist auch die enormen Folgekosten, denn Produktionsausfall, Neukauf von Einrichtungsgegenständen, Computern und Warenbeständen zahlt man nicht mal eben aus der Portokasse. So ist es für jeden Selbständigen wichtig, eventuelle Risiken abzusichern.

In unserem Blogbeitrag Haftpflicht- und Rechtsschutzversicherungen für Selbständige - darauf solltest du achten haben wir schon die wesentlichsten Details für die Betriebs- bzw. Berufshaftpflicht- und die Rechtsschutzversicherung für Freiberufler und Unternehmer vorgestellt. In diesem Blog Post dreht es sich um die so genannten betrieblichen Versicherungen für Selbständige wie die Inhalts-, bzw. die Büro- und Elektronikversicherung und die relativ neuen Cyber- und Datenversicherung.

Wie gehe ich am besten vor?

Gerade im Bereich der betrieblichen Versicherungen für Selbständige gibt es eine große Palette an verschiedensten Modellen – sowohl als Einzelversicherung als auch in Kombivarianten. Die ersten Schritte sollten also immer sein, egal ob du im Dienstleistungs-, Handwerks- oder Produktionsbereich tätig bist, und je nach deinem Tätigkeitsfeld genau festzulegen, welchen betrieblichen Risiken du eventuell ausgesetzt bist. Dann ist zu klären, welche dieser Risiken und in welcher Höhe du einen Versicherungsschutz abschließen möchtest.

Diese zwei Fragen könntest du dir konkret stellen:

➲ Wie hoch ist in deinem Bereich die Wahrscheinlichkeit bestimmter Schadensfälle? ➲ Wie hoch könnte der potentielle Schaden inkl. Folgekosten werden, das heißt was müsste alles abgedeckt werden?

Wenn du in diesem Punkt unsicher bist, suche dir eine unabhängige Beratung bei einem Fachmann. Je besser du die potentiellen und für dich persönlich relevanten Risiken einschätzen kannst, desto umfassender ist dein individuell angepasster Versicherungsschutz. Dann kannst du dich ganz beruhigt auf deine betrieblichen Ziele konzentrieren.

Nun möchten wir dir ein paar betriebliche Versicherungen für Selbständige vorstellen, die empfehlenswert für dein Versicherungs-Portfolio sein könnten.

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Welche Arten von betrieblichen Versicherungen für Selbständige gibt es?

1. Betriebliche Versicherung für Selbständige: Inhaltsversicherung

Mit einer Inhaltsversicherung kannst du sowohl alle technischen als auch alle kaufmännischen Einrichtungsgegenstände (Inventar) deines Betriebes und alle Waren, Lagerbestände und Vorräte versichern. Dazu zählen auch Dinge, die du von deinen Kunden entgegennimmst (wie zum Beispiel in einer Schneiderei, Wäscherei, oder wenn du Reparaturdienste anbietest). Falls du Gegenstände oder Geräte für dein Geschäft oder deinen Betrieb etc. mietest oder least, solltest du diesen Punkt bei Abschluss einer Versicherung unbedingt vorher klären und miteinschließen.

Je nach Art deines Unternehmens bieten die meisten Versicherungsgesellschaften individuell auf deine Anforderungen angepasste Pakete an. Versichern kannst du hier unter anderem:

  • Einbruch, Diebstahl, Vandalismus
  • Wasserschäden
  • Feuer
  • Elementarschäden
  • Sturm, Wasser, Hagel, Blitz
  • Elementarschäden (Schäden durch extreme Naturgewalten wie Erdbeben, Erdrutsche, Überschwemmung durch Hochwasser etc.)
  • Schäden am Inventar
  • Glasbruch
  • Technik
  • Betriebsunterbrechungs- bzw. Ertragsausfallversicherung
  • Allgefahrendeckung (unbenannte Gefahren)

➲ Wichtig: Du solltest bei einer Inhaltsversicherung immer darauf achten, nicht nur die potentiellen Sachschäden zu versichern, sondern auch die (teilweise enorm hohen) Folgekosten. Eine Inhaltsversicherung kommt dann unter anderem für etwaige Wiederherstellungs- & Wiederbeschaffungskosten beschädigten, zerstörten oder gestohlenen Inventars auf. Zusätzlich werden alle Kosten für eventuelle Lösch- oder Aufräumarbeiten erstattet.

2. Betriebliche Versicherung für Selbständige: Büro- und/oder Elektronikversicherung

Mit einer Büro (auch Büroinhalt)- und/oder Elektronikversicherung vereinbarst du eine Absicherung, die speziell auf den Schutz deiner Büroausstattung und -einrichtung zugeschnitten ist und dabei auch sämtliche elektronischen Geräte etc. beinhalten kann – je nachdem für welchen Tarif du dich entscheidest. Diese Versicherungsart eignet sich im Gegensatz zur Inhaltsversicherung (siehe oben) für reines Büroequipment, also für alle Betriebe, in denen es keine Produktion, keine Waren, Lager-oder Vorratsbestände gibt. Zu den Zielgruppen, für die diese Versicherung empfehlenswert ist, zählen unter anderem Notare und Rechtsanwälte, Unternehmens- und Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Ingenieure oder Architekten. Für diese Berufsgruppen gehören die Büroräume zum notwendigen täglichen Arbeiten. Und deren Ausstattung (Inhalt) mit technischem Equipment, Inventar, Akten und Unterlagen sind zwingende Voraussetzung für den betrieblichen Erfolg. Falls hier etwas beschädigt wird, sind diese Voraussetzungen nicht mehr gegeben. Zusätzlich kannst du hier auch eine Softwareabsicherung abschließen. Ratsam ist sie für alle, die mit teuren oder speziellen Programmen (z.B. Architekten) arbeiten, die außerdem für den täglichen Betriebs-Prozess zwingend nötig sind.

Die Büroversicherung umfasst den Schutz für das, im Versicherungsvertrag aufgelistete kaufmännische & technische Inventar sowie alle Gebrauchsgegenstände der im Büro Tätigen gegen folgende Schäden (Achtung: manche müssen optional vereinbart werden):

  • Einbruch, Diebstahl, Vandalismus & Zerstörung
  • Feuer
  • Sturm und Hagel
  • Wasserschäden (Leitungswasser, Rohrbruch)
  • Glasschäden
  • Elementarschäden, wie Hochwasser, Überschwemmung, Erdbeben, Lawinen, Vulkanausbruch
  • Eine zusätzliche bzw. kombinierte Elektronikversicherung bietet Schutz bei Schäden für das gesamte elektronische Equipment und auch bei:
  • Bedienungsfehlern, Ungeschicklichkeit und/oder Kurzschluss

3. Betriebliche Versicherung für Selbständige: Cyber-Versicherung

Mit der Einführung der so genannten Cyber-Versicherung haben Versicherungsgesellschaften auf die massiv gestiegene Internetkriminalität der letzten Jahre reagiert. „Laut einer 2017 veröffentlichten Studie des Digitalverbandes bitkom ist jeder zweite deutsche Internetnutzer in den (der Studie) vorangegangenen 12 Monaten Opfer von Cybercrime geworden. In jedem zweiten Fall von Cybercrime ist ein finanzieller Schaden entstanden.“ (siehe BKA ). Nicht nur wen es privat trifft, kann extrem geschädigt werden. In Unternehmen und wenn deine berufliche und finanzielle Existenz davon abhängt, ist der Schaden ungleich höher, vor allem wenn es um sensible Bank- oder Kundendaten und interne Betriebsinformationen geht.

Im Klartext bedeutet das:

Die Cyber-Versicherung zählt zu den neuartigen Zusatzversicherungen für Betriebe und Unternehmen, die Schäden durch Hacker-Angriffe, Ausspähung von persönlichen und Firmendaten bzw. anderer Cyberkriminalität übernimmt. Denn Cyber-Attacken gehören mittlerweile leider zum betrieblichen Alltag, in dem ohne die digitale Welt nichts mehr funktioniert. Jede Firma, die mit elektronischen Daten arbeitet, ist diesen Gefahren potenziell ausgesetzt. Und wenn sie eintreten, ist Chaos vorprogrammiert. Je nach Geschäftsfeld ist vielleicht nicht nur deine berufliche Existenz bedroht. Kommen Kunden- bzw. Personendaten ins Spiel wird es schnell kritisch: denn werden diese Daten „gehackt“, hast du gemäß Datenschutzgesetz die Pflicht, alle dadurch entstandenen Schäden genau zu ermitteln, die betroffenen Personen zu informieren und etwaige Strafen (z.B. Schadensersatz) zu zahlen. Die meisten kleinen oder auch Mittelstands-Unternehmen, aber auch Einzelunternehmen etc. könnte das in den finanziellen Ruin bringen. Für jeden Unternehmer gilt: Im Rahmen eines zu implementierenden Risikomanagements müssen alle potenziellen Risiken und eine adäquate Absicherung geklärt und festgesetzt werden. Hier ist ein umfänglicher Versicherungsschutz unbedingt ratsam.

Mit einer Cyber-Versicherung kannst du folgende Vorfälle absichern:

  • Einrichtung eines Krisenmanagements nach einem Hacker-Angriff
  • Betriebsunterbrechungsschäden bzw. Kosten zur Weiterführung des Unternehmens
  • Cloud-Ausfall und Cyber-Erpressung
  • Kosten für anstehende Ermittlungen & Untersuchungen
  • Datenwiederherstellungskosten & Reparatur der Computer-Systeme
  • Kosten für Computer-Forensik
  • Kosten für Anwälte
  • strafrechtliche Verteidigung

➲ Wenn du diesen Versicherungsschutz wählst, deckt er aber wirklich nur die Risiken von Cyber-Angriffen ab. Hardware- und Softwareschutz erhältst du dann nur über eine zusätzliche Elektronik-, Datenträger- und Softwareversicherung (siehe oben).

Weitere betriebliche Versicherungen für Selbständige

Neben den oben beschriebenen betrieblichen Versicherungen für Selbständige gibt es noch ein paar weitere Möglichkeiten zur separaten betrieblichen Absicherung. Dazu zählt zum einen die Versicherung für eine Geschäftsunterbrechung , das heißt es handelt sich hier unter anderem um Betriebsschäden an Maschinen und / oder Anlagen. Dieser Fall tritt ein, wenn du gezwungen bist, dein Geschäft, deinen Betrieb, dein Büro für einen gewissen Zeitraum zu schließen, um die entstandenen Schäden zu beheben. Da du in dieser Zeit trotzdem laufende Kosten hast, wie zum Beispiel Miete, Warenverträge, etc. kommt hierfür die Betriebsunterbrechungsversicherung ins Spiel. Sie schützt außerdem vor Umsatzeinbußen und Gewinnverlust. Du kannst sie entweder als separate Versicherung abschließen oder als ein Modul in eine Inhaltsversicherung einschließen. Hier lohnt auf jeden Fall ein Tarifvergleich.

Versicherungen für Angestellte kommen für dich natürlich nur in Frage, wenn du Mitarbeiter beschäftigst. Zu diesen Versicherungen zählen dann zum Beispiel die Unfallversicherung oder alle Arten der betrieblichen Altersvorsorge für deine Angestellten. Im weitesten Sinne gehören auch die Beiträge für die Sozialversicherungen dazu. Darauf gehen wir aber an dieser Stelle nicht näher ein.

Wenn du also deinen individuellen Bedarf geprüft und festgestellt hast, solltest du dir in einem Beratungsgespräch die wichtigsten Fakten und Infos über die Möglichkeiten an Tarifen einholen. Die vielen Versicherungsgesellschaften, die es in Deutschland gibt, bieten die unterschiedlichsten Tarife und Versicherungsarten an – sowohl als Einzel- als auch als Kombiversicherungen , das heißt du kannst hier mehrere Absicherungen in einem Vertrag einschließen. Gängige Kombitarife sind unter anderem für die Büro-Versicherung möglich. Während andere Gewerbe alle Sparten einzeln versichern müssen, ist das für Bürobetriebe in einem einzigen Versicherungsvertrag möglich. Diese kann dann zum Beispiel eine Elektronik-, Software-, Inhalts- und eine Betriebshaftpflichtversicherung beinhalten. Ein etwas anderes Modell ist die so genannte Internet-Rechtsschutzversicherung für Selbständige, die teilweise zwar die gleichen Bereiche abdeckt wie die Cyber-Versicherung, aber auch noch Zusätzliches bieten kann, wie einen Löschdienst für verbreitete, Ruf schädigende Daten oder Beratungs-Rechtsschutz im Urheberrecht. Für Gewerbetreibende, Freiberufler und Selbständige könnte außerdem eine Versicherung dienlich sein, mit der das Eintreiben offener Forderungen oder das Einleiten von Mahnverfahren abgesichert werden kann. Kunden, die nicht zahlen, können deine Liquidität und die Produktivität enorm einschränken.

➲ Ein abschließender Rat zum Schluss: Eine gewisse Vorsicht ist gut. Auch die nötige Vorsorge solltest du als Selbständiger treffen. Aber du solltest immer darauf achten, dich nicht aus Angst überzuversichern und Tarife oder Produkte abzuschließen, die du gar nicht brauchst oder die viel zu hoch angesetzt sind – so nach dem Motto „viel hilft viel“. Aber dann zahlst du eventuell viel zu hohe Beiträge.