Wie teuer ist ein Dispokredit?
Der größte Nachteil des Dispokredits sind die Zinsen. Sie liegen deutlich über denen klassischer Kredite. In vielen Fällen bewegen sich Dispozinsen im Bereich von etwa 8 bis 13 %. Wenn das vereinbarte Limit überschritten wird, können zusätzliche Überziehungszinsen anfallen, die nicht selten bei 15 % oder mehr liegen.
Die Berechnung erfolgt in der Regel tagesgenau. Das bedeutet, je länger dein Konto im Minus ist, desto stärker summieren sich die Kosten.
Ein Beispiel: Wenn du dein Konto mit 5.000 Euro für 20 Tage bei einem Zinssatz von 10 % überziehst, entstehen rund 27 Euro an Zinsen. Das wirkt zunächst überschaubar, wird aber schnell teuer, wenn sich die Nutzung über Wochen oder Monate zieht.
Vorteile: Warum der Dispokredit so verbreitet ist
Der große Vorteil liegt in der Einfachheit. Du musst nichts beantragen, nichts unterschreiben und nichts planen. Der Kredit ist einfach da, wenn du ihn brauchst.
Gerade bei kurzfristigen Engpässen, etwa wenn eine Rechnung früher fällig wird als eine Zahlung eingeht, kann das extrem hilfreich sein. Viele Selbstständige nutzen den Dispokredit etwa dann, wenn Steuerzahlungen, Miete oder laufende Softwarekosten fällig werden, bevor größere Kundenzahlungen eingehen. Auch die Rückzahlung ist flexibel: Sobald Geld auf deinem Konto eingeht, reduziert sich der offene Betrag automatisch.
Risiken: Wo der Dispokredit problematisch wird
Das Problem ist, dass sich der negative Kontostand oft schneller normalisiert, als man denkt. Weil es keine festen Rückzahlungsstrukturen gibt, bleibt man oft länger im Minus als ursprünglich gedacht. Das führt dazu, dass der Dispokredit nicht nur zur Überbrückung genutzt wird, sondern dauerhaft im Einsatz bleibt. Dadurch wird aus einer kurzfristigen Lösung schnell eine teure Finanzierung.
Besonders problematisch wird das, wenn neue Einnahmen zwar regelmäßig reinkommen, der Kontostand sich aber trotzdem nie vollständig erholt. Dann wird der Dispokredit schleichend Teil der laufenden Finanzierung und verursacht dauerhaft hohe Zinskosten.
Dispokredit und Selbstständige
Auch Selbstständige können grundsätzlich einen Dispokredit erhalten. Allerdings gelten hier andere Maßstäbe als bei Angestellten. Da die Einnahmen oft schwanken, bewerten Banken vor allem die tatsächlichen Kontobewegungen und die allgemeine Bonität. Das kann dazu führen, dass Kreditrahmen niedriger ausfallen oder erst nach einer gewissen Geschäftshistorie eingeräumt werden.
Für geschäftliche Zwecke wird häufig eher ein Kontokorrentkredit genutzt, der speziell auf Unternehmen zugeschnitten ist, aber nach einem ähnlichen Prinzip funktioniert.